Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Spider Murphy Gang begeistert in Frauenfeld

Die legendäre bayrische Rock'n'Roll-Band war das Highlight am Jubiläumsfest der Firma Zaunteam am Samstag in Frauenfeld. Diese Zeitung traf Bandleader Günther Sigl zum Interview.
Interview: Claudia Koch
Die Spider Murphy Gang mit Leadsänger Günther Sigl (vorne) rockte die Jubiläumsparty. (Bild: Donato Caspari)

Die Spider Murphy Gang mit Leadsänger Günther Sigl (vorne) rockte die Jubiläumsparty. (Bild: Donato Caspari)

Seit über 40 Jahren machen Sie professionell Musik. Woher nehmen Sie die Energie dafür?

Günther Sigl: Musik ist meine Leidenschaft, seit ich mit 15 Jahren von meinem Vater eine Gitarre für 40 DM geschenkt erhielt. Zu Hause sitze ich jeden Tag an der Gitarre, das gibt mir Energie und schiebt mich immer wieder an. Die Musik ist Nummer 1 in meinem Leben.

Haben Sie noch Lampenfieber vor einem Auftritt?

Ein bisschen angespannt bin ich schon, das gehört dazu. Man weiss nie, was für ein Publikum wartet. Aber die Leute kommen, um uns zu hören. Früher mussten wir das Publikum erobern.

Fans in ihrem Element. (Bild: Donato Caspari)

Fans in ihrem Element. (Bild: Donato Caspari)

Spider Murphy Gang hat sich ganz dem Rock’n’Roll verschrieben, warum?

Ich habe 1962 mit der Musik angefangen, da war Rock’n’Roll noch aktuell. Danach kam der Beat, wobei die Rolling Stones zu Beginn auch Songs von Chuck Berry spielten, der unser Lehrmeister ist.

Der grösste Hit der Band ist «Skandal im Sperrbezirk», der gewagte Textzeilen hat. Wie war die Reaktion darauf?

Als wir 1981 die zweite LP «Dolce Vita» mit dem Skandalsong lancierten, meinte die Plattenfirma: Super, das ist ja mehr oder weniger Hochdeutsch, damit können wir den ganzen deutschsprachigen Raum begeistern. Wir wurden aber wegen dieses Songs nicht im Radio gespielt, noch erhielten wir Fernsehauftritte. Erst ein Jahr später, an meinem Geburtstag am 8. Februar, waren wir mit der LP und dem Song auf Platz 1 in den Charts.

Spielen Sie die alten Lieder immer noch gerne?

Die Leute wollen ja schon die alten Sachen hören, die können wir nicht weglassen. Die Songs haben sich über die Jahrzehnte gut gehalten, auch junge Leute kommen und singen mit.

Günther Sigl (72), seit mehr als 40 Jahren Leader der Spider Murphy Gang. (Bild: Claudia Koch)

Günther Sigl (72), seit mehr als 40 Jahren Leader der Spider Murphy Gang. (Bild: Claudia Koch)

Spider Murphy Gang war die erste westdeutsche Rockband, die in der DDR spielen durfte. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Im November 1983 konnten wir eine Tournee machen. Wir spielten zum Teil in kleinen Theatern, mit 600 Leuten drin und 2000 Leuten draussen vor der Halle. Die Leute kannten uns vom West-Fernsehen her. Nur Richtung Dresden, im Tal der Ahnungslosen, waren wir unbekannt. Dort wurden wir gefeiert wie die Beatles. Wir waren aber ständig unter Beobachtung. Für den aktuellen Dokumentarfilm «Glory Days Of Rock’n’Roll» über die Band, der in den deutschen Kinos läuft, haben die Filmleute die Stasiakten angefordert. Darin wurde jeder Blödsinn akribisch festgehalten.

Sie haben auch schon in Frauenfeld gespielt, was ist Ihnen davon geblieben?

Das muss so zwischen ’82 und ’84 gewesen sein. Ich erinnere mich, dass die Leute total begeistert waren. Bei einem Auftritt im Zürcher Volkshaus fiel der Strom aus, das Publikum sang einfach weiter, bis der Strom wieder da war. Toll!

Die Band wurde zur Neuen Deutschen Welle gezählt. Hat das für Sie gepasst?

Alles Deutschsprachige war damals interessant. Ohne diesen Hype wären wir nicht so gross rausgekommen. Aber was für damals für uns galt, gilt auch noch heute: «Mir san a bayrische Band».

Ein buntes Jubiläum

Zum 30-Jahr-Jubiläum bot die Firma Zaunteam viele Attraktionen wie etwa eine Maschinen- und Zaunausstellung wie die Besichtigung des Bürogebäudes an. Das Abendprogramm eröffnete die Band Sparrohs, gefolgt von den temporeichen Tanzeinlagen der Crossfire Ladies Formation der Rock Academy. Beim Höhepunkt des Abends, dem Auftritt der Spider Murphy Gang, sangen die rund 1500 Gäste zu den Hits wie «Schickeria» lauthals mit. Die Party ging mit den Seerugge Feger weiter. (clk)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.