Sperrstunde in Konstanz: Kein Bier, Wein und Schnaps mehr in der Nacht

Der Landkreis Konstanz verschärft seine Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Dazu gehört beispielsweise eine Sperrstunde sowie ein Alkoholausschankverbot. Die Massnahmen gelten ab sofort.

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Restaurants in Konstanz sowie im ganzen Landkreis müssen neu eine Sperrstunde einhalten.

Restaurants in Konstanz sowie im ganzen Landkreis müssen neu eine Sperrstunde einhalten.

Donato Caspari

(red) Der Landkreis Konstanz hat am Wochenende die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das Landratsamt erlässt daher eine Allgemeinverfügung, wie es in einer Mitteilung von Montagabend schreibt.

Die darin genannten Massnahmen sind mit sofortiger Wirkung gültig. Über das Wochenende kamen im Landkreis Konstanz 98 Neuinfektionen hinzu. Derzeit sind 200 Personen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Das Geschehen lässt sich nicht auf einzelne Ereignisse zurückführen, sondern ist über den Landkreis hinweg verteilt, wie das Landratsamt weiter schreibt.

Der Landkreis Konstanz zählt 286 357 Einwohner. Zum Vergleich: Im Kanton Thurgau wohnten Ende vergangenen Jahres 278'727 Menschen.

Landkreis Konstanz im roten Bereich

Am Samstagabend überschritt der Landkreis Konstanz den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innerhalb einer Woche. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag am Samstagabend laut Landesgesundheitsamt bei 52. Aufgrund der aktuellen Entwicklung erlässt das Landratsamt eine Allgemeinverfügung zur Eindämmung und Bekämpfung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus.

Zu den Massnahmen gehören unter anderem eine Sperrstunde sowie ein generelles Alkoholausschankverbot für Gaststätten und Restaurants zwischen 23 und 6 Uhr des Folgetages. Wer sich nicht an die Sperrstunde hält, muss mit einer Busse von 1000 Euro rechnen, wer während der Sperrstunde Alkohol ausschenkt, dem drohen 500 Euro Busse.

Weiterhin gilt eine Maskenpflicht auf Märkten. Auch bei Veranstaltungen jeglicher Art ist das Tragen einer Alltagsmaske verpflichtend, dies gilt auch für Zuschauer von Sportveranstaltungen. Zudem gilt die Maskenpflicht bei Beerdigungen, ausgenommen ist hiervon der Trauerredner während der Rede.

Sollten die Infektionszahlen weiter steigen, ist in einem Folgeschritt die weitere Reduzierung von Gruppengrössen im privaten Bereich und bei Veranstaltungen unabwendbar. In Fussgängerzonen oder anderen öffentlichen Plätzen gilt die allgemeine Regel der Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg: Ist der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einzuhalten, sind Mund und Nase zu bedecken. Die Allgemeinverfügung gilt ab sofort und ist einsehbar auf der Webiste des Landratsamtes. Landrat Zeno Danner appelliert laut Mitteilung:

« Gegen das Coronavirus müssen wir zusammen kämpfen - jede und jeder Einzelne. Also: Verantwortung für sich und seine Mitmenschen übernehmen, Abstand wahren, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen.»
Zeno Danner, Landrat Konstanz, beim Abbruch des Grenzzauns zwischen Kreuzlingen und Konstanz.

Zeno Danner, Landrat Konstanz, beim Abbruch des Grenzzauns zwischen Kreuzlingen und Konstanz.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE