Frauenfelder Altpfader machen einen Spaziergang in die Vergangenheit

Zu seinem 80. Bestehen begab sich der Altpfadfinderverband auf einen Jubiläumsrundgang durch Frauenfeld.

Manuela Olgiati
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Erste Station des Spaziergangs ist der Steintisch, an dem die Frauenfelder Pfader während des Zweiten Weltkrieges Flugwache hielten.

Erste Station des Spaziergangs ist der Steintisch, an dem die Frauenfelder Pfader während des Zweiten Weltkrieges Flugwache hielten.

(Bild: Donato Caspari)

Samstagnachmittag ist Pfadizeit. Nicht nur für die Jungen. So traf sich am Samstag der Altpfadfinderverband (APV) zum Sommerhock und gleichzeitig zum Jubiläumsspaziergang an bedeutende Orte in Frauenfeld.

Der APV Frauenfeld feiert dieses Jahr sein 80-Jahr-Jubiläum. Rund 50 Mitglieder kommen an diesem Samstag zum Treffpunkt Schulhaus Schollennholz. Auch viele Familien sind dabei. Pfadizeit für Generationen. Einmal Pfadi – immer Pfadi. Viele Mitglieder der APV haben ihre Krawatte um den Hals gebunden. Die Stickerei zeichnet sie aus.

In jungen Jahren nehmen viele Pfadis Verantwortung in der Funktion als Leiter wahr. Wer aus der aktiven Pfadi austritt, wechselt zur APV. Es ist auch ein solidarischer Akt, man hilft sich untereinander. Das ist seit der Gründung 1912 der gesamten Frauenfelder Pfadfindercorps Tradition.

Markus Kaiser v/o Obelix Obmann Altpfadfinderverband (APV) Corps Pfadi Frauenfeld


Markus Kaiser v/o Obelix
Obmann Altpfadfinderverband (APV) Corps Pfadi Frauenfeld

(Bild: Manuela Olgiati)

«Der APV des Corps Pfadi Frauenfeld fördert die Kontakte, die wir als Jugendliche hatten», sagt Markus Kaiser. Er ist Obmann der APV, sein Pfadiname ist «Obelix». Zweimal jährlich, am Sommerhock und am Weihnachtshock mit Generalversammlung des Verbandes, treffen sich die Mitglieder. Zudem unterhält der Vorstand die Liegenschaften, die Pfadiheime.

Mitglieder der APV haben auch Zeit für Gespräche. Erinnerungen an die guten alten Zeiten werden ausgetauscht. «Wir genossen die Pfadizeit», sagt Walter Spiess, der älteste Teilnehmer am Samstag, 1933 geboren. Im Kurzdorf ist Spiess aufgewachsen und er traf sich in der «Bude» auf dem heutigen Parkplatz Dreispitz an der Gaswerkstrasse mit seinen Pfadfinderkollegen. «Die Eltern mussten sich nie Sorgen machen um die Kinder», sagt Spiess. Wir waren in der Gruppe gut aufgehoben. Auch «Jojo» Judith Bauer ist am Samstag am Sommerhock da. «Als Leiterin der Abteilung Wölfe haben wir Gemeinsamkeit gelebt.»

Der Rundgang ist eine Zeitreise und führt an bekannte Orte. An den Zwischenhalten informieren versierte Pfadfinder. Auf den Spuren der Pfadfinder wirken Erlebnisberichte nachhaltig. Eine Zeitreise durch die Geschichte der Pfadi Frauenfeld. Denn gleich am ersten Posten, im Wald oberhalb des Schollenholz, lädt Daniel Duttweiler zu «Tisch». Nicht für ein Essen, denn es fehlen Sitzgelegenheiten, auch Abfalleimer. Der steinerne Tisch wurde 1940 erbaut und hatte für die Pfadis eine besondere Bedeutung im Zweiten Weltkrieg. Er diente als Stützpunkt den «Beobachtern» der Pfadi Frauenfeld vor dem nahenden «Feind». Beste Aussicht hinunter zur Stadt. Denn, so Duttweiler, wurde von vielen Luftraumverletzungen von Kriegsflugzeugen der deutschen Nachbarn berichtet.

Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld / Im Bld Markus Kaiser ( Mann in der mitte mit Käppi )
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Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld.1. Station ist der Steintisch, an dem die Pfadfinderkinder von Frauenfeld im zweiten Weltkrieg Flugwache hielten
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld.1. Station ist der Steintisch, an dem die Pfadfinderkinder von Frauenfeld im zweiten Weltkrieg Flugwache hielten
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld.1. Station ist der Steintisch, an dem die Pfadfinderkinder von Frauenfeld im zweiten Weltkrieg Flugwache hielten
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld.1. Station ist der Steintisch, an dem die Pfadfinderkinder von Frauenfeld im zweiten Weltkrieg Flugwache hielten
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld
Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld

Frauenfeld TG , 15.08.2020 / Spaziergang in die Frauenfelder Pfadigeschichte - 80-Jahr-Jubiläum der Pfadi Frauenfeld / Im Bld Markus Kaiser ( Mann in der mitte mit Käppi )

Donato Caspari

Einige Kilometer Fussmarsch entfernt liegt der zweite Posten. Beim Dreispitz Parkplatz wartet Regula Zwicker mit dem Pfadinamen «Spatz» mit Anekdoten. Corinne Leutenegger oder «Toomai» zeigt Fotografien. Hier stand die Bude, eine Baracke, die als Pfadihaus diente. Der schlecht riechende Elektroofen war Teil der Pfaditreffen. «Luchs» Kati Pflugshaupt-Zwicker leitete die Mädchenpfadi. Erinnert werden die Pfadis auch daran; dass sich an diesem Standort einst der Kindergarten Kurzdorf befand.

Auch im Murg-Auen-Park wird die Gastfreundschaft erlebbar. Bei der Clubhütte des Alpini-Vereins lädt Pietro Martinelli zum Apéro ein. Der ehemalige italienische Gebirgssoldat ist ein Mitglied der Pfadi Frauenfeld.

Am vierten Posten wartet Markus Zahnd, Leiter des Informationsdienstes des Kantons bei der Pfadfinder-Skulptur vor dem Eingang der Kantonsschule. Von den Pfadis ist von weiteren Persönlichkeiten des Frauenfelder Pfadfindercors zu erfahren. Seit dem Jahr 2001 sind alle fünf Frauenfelder Pfadfinderabteilungen in einer einzigen Dachorganisation vereint.

Auch diesen Sommerhock runden die APV-Mitglieder in gewohnter Manier mit einem Abendessen im Pfadihaus ­Mühletobel ab.

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