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Sparen in der Regenzeit: Thurgauer Bauern suchen nach Lösungen für künftige Trockenperioden

Der fehlende Regen und das Wasserentnahmeverbot setzen den Thurgauer Bauern zu. Um künftig besser gewappnet zu sein, will der Landwirtschaftsverband Lehren aus diesem Jahr ziehen.
Larissa Flammer
Der Thurgau ist diesen Sommer ausgetrocknet, nur noch die Greens auf dem Golfplatz Lipperswil sind grün. (Bild: Reto Martin)

Der Thurgau ist diesen Sommer ausgetrocknet, nur noch die Greens auf dem Golfplatz Lipperswil sind grün. (Bild: Reto Martin)

Einer der vielen Thurgauer Landwirtschaftsbetriebe, die diesen Sommer von ihrer Wasserversorgung abgeschnitten wurden, ist die Firma Gamper Gemüsekulturen in Stettfurt. Ungefähr 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde braucht der Betrieb im Hochsommer für seine rund 100 Hektaren Gemüsekulturen. Aus den Flüssen Lauche und Murg kann er seit Mitte Juli aber kein Wasser mehr beziehen.

«Die Folgen sind gravierend, denn die Bewässerung mit Trinkwasser ist drei- bis sechsmal teurer», heisst es im aktuellen Marktbericht der Firma. Geschäftsführer Simon Forster spricht auf Anfrage von «extremen Mehrkosten». Trotz des Bezugs von Trinkwasser habe nur noch reduziert bewässert werden können: «Dadurch ist zwar nichts kaputt gegangen, die Kulturen weisen jedoch Wachstumsrückstände auf und sind auch qualitativ nicht ganz so gut wie sonst.» Die Firma sei jedoch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Gemeinden können nicht so viel Trinkwasser verkaufen

Über Lösungen für künftige Hitzesommer muss sich Forster noch Gedanken machen. Alternative Bewässerungstechniken oder Grundwasserbohrungen wären Ideen. Vor allem aber will er mit den Gemeinden über den Bezug von grösseren Mengen Wasser sprechen.

Die Gemeinden selber haben Konzessionen, mit denen sie an jedem Tag im Jahr immer nur eine bestimmte Menge Wasser zur Verfügung haben – egal ob im Sommer oder im Winter. «Wollen sie uns an Spitzentagen im Sommer viel Wasser verkaufen, müssen sie die Konzession für das ganze Jahr erhöhen, was natürlich mehr kostet», erklärt Forster. Er wünscht sich eine praxistauglichere Lösung. «Die Gemeinden sind gesprächsbereit und wollen uns helfen.»

Dezentrale Reservoirs entlang von Dorfbächen

Markus Hausammann, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, Nationalrat. (Bild: KEY/Gaetan Bally)

Markus Hausammann, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, Nationalrat. (Bild: KEY/Gaetan Bally)

Bei vielen Landwirten ist noch nicht sicher, ob sie in diesem Hitzesommer mit nur einem blauen Auge davonkommen. Markus Hausammann, Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL), spricht von einer herrschenden Unsicherheit. Bauern mit Tierhaltung wissen nicht, ob ihre Futtermittel bis nächsten Frühling reichen werden, ob überhaupt noch Futter auf den Markt kommt und wie teuer es sein wird. «Das wichtigste auf Verbandsseite ist, dass wir die Lehren aus den Erfahrungen diesen Sommer ziehen», sagt Hausammann. Vor allem eine bessere Koordination sei wünschenswert. Der Präsident sagt:

«Im Thurgau wäre eigentlich genug Wasser da. Es ist einfach schlecht verteilt.»

Eine Möglichkeit wären dezentrale Reservoirs entlang der Dorfbäche. «Denn die haben alle immer wieder mal zu viel Wasser», sagt Hausammann. Statt dieses einfach abfliessen zu lassen, könnte man es sammeln und aufsparen.

Problem der Trockenheit geht alle etwas an

Am Dienstag hat sich der Vorstand des VTL mit der Trockenheit befasst. Für Hausammann ist aber wichtig, dass das Problem der Trockenheit nicht einfach den Bauern überlassen wird. «Es geht nicht nur ums Bewässern, es geht auch um die sinkenden Pegelstände in Gewässern. Das geht alle etwas an.»

Gemäss Hausammann will sich der Kanton Thurgau zum zweiten Mal an Projekten des nationalen Programms «Anpassung an den Klimawandel» beteiligen: «Es würde uns freuen, wenn wir eingeladen wären.» Falls etwas Handfestes dabei herauskomme, könnte die Landwirtschaft künftig davon profitieren.

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