Teilnahme verweigert: SP Thurgau ist unerwünscht bei Biodiversitäts-Initiative


SP-Regierungsrätin Cornelia Komposch zeigt sich an der Pro-Natura-Jahresversammlung enttäuscht über die fehlende Zulassung ihrer Partei zum Initiativkomitee.

Manuela Olgiati
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Cornelia Komposch, Mitglied Pro Natura. (Bild: Reto Martin)

Cornelia Komposch, Mitglied Pro Natura. (Bild: Reto Martin)

Emotionale Momente im geschäftlichen Teil der Jahresversammlung von Pro Natura Thurgau. Auslöser ist die kantonale Volksinitiative «Biodiversität Thurgau». Am 4. Mai hat das Komitee die Unterschriftensammlung gestartet. Um die Artenvielfalt stehe es schlecht, sagen die Initianten. Das Volksbegehren wird von neun Organisationen getragen. «Es braucht uns alle», sagt SP-Regierungsrätin Cornelia Komposch, doch davon sei nichts zu spüren.

Sie spreche hier nicht als Regierungsrätin, sondern als überzeugtes Mitglied der Pro Natura Thurgau. Komposch zeigt sich enttäuscht darüber, dass das Initiativkomitee die Sozialdemokratische Partei ausgeschlossen habe. 25 der 4000 Pro-Natura-Mitglieder haben sich am Samstag in der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld versammelt.

Auf den Plakaten wird die SP nicht erwähnt

Auf den gedruckten Plakaten erscheine die SP nicht, sagt Komposch weiter, der Partei sei eine Teilnahme auch auf Nachfrage verweigert worden. Ihr sei jedoch wichtig, dass alle zusammenständen und die Herausforderungen der Zeit lösten. Es gehe auch darum, Menschen zu überzeugen.

Ein verdutzter Toni Kappeler bedauert, dass es so weit gekommen ist. Er habe das Ausmass nicht erkannt, sagt der Präsident von Pro Natura, Mitglied der Grünen Partei. Er versichert, dass er als Mitglied des Initiativkomitees die Aufgabe gehabt habe, für eine breit abgestützte Unterstützung zu sorgen.

Es sei bedauerlich gelaufen, sagt der Anwalt Humbert Entress: «Die Zukunft liegt jedoch in einem Miteinander.» Kappeler versichert, er werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Vorständen des Initiativkomitees suchen. «Ich hoffe sehr, dass es eine gemeinsame Lösung und Einigung gibt.»