Nach dem Austritt von Steckborn aus dem Zweckverband sorgt sich die SP um Zukunft der Spitex-Versorgung

Ein kommerzieller Betreiber in der ambulanten Pflege treibt die Gesundheitskosten in die Höhe. Dieser Meinung sind die Steckborner Sozialdemokraten. 

Mathias Frei
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Eine Spitex-Mitarbeiterin bei der Arbeit. (Bild: Benjamin Manser)

Eine Spitex-Mitarbeiterin bei der Arbeit. (Bild: Benjamin Manser)

Mit Befremden hat die SP Region Steckborn vom «vorsorglichen Austritt» der Stadt Steckborn aus dem Gemeindezweckverband Spitex Thurgau Nordwest Kenntnis genommen. Dies teilt die Partei mit. Wie Ende Januar bekannt wurde, haben vier von sieben Trägergemeinden per Ende 2020 den Austritt aus dem besagten Gemeindezweckverband gegeben. Nebst Eschenz und Wagenhausen, die sich durch den Austritt und die zukünftige Zusammenarbeit mit einer kommerziell-privaten Spitex-Firma eine Reduktion der Kosten erhofft, hatten auch Mammern und eben Steckborn «präventiv» gekündigt, wie der Zweckverband damals mitteilte.

«Die Medienmitteilung der Stadt Steckborn nennt keine Gründe für den Austritt und zeigt keine Alternativen für die jetzige Spitex-Versorgung auf.»

Das kritisieren die Sozialdemokraten vom Untersee den Entscheid. Die Spitex sei ein tragender Pfeiler im Gesundheits- und Sozialwesen der Gemeinde. Gerade Steckborn mit einem Bevölkerungsanteil von 22,8 Prozent bei den Ü-65-Jährigen sei auf eine qualitativ hochstehende und gut funktionierende Spitex angewiesen. Zum Vergleich: der Anteil der über 65-Jährigen im Thurgau liegt bei 17,3 Prozent.

Privatisierung lässt Gesundheitskosten steigen

Marianne Guhl, Präsdentin SP Region Steckborn. (Bild: PD)

Marianne Guhl, Präsdentin SP Region Steckborn. (Bild: PD)

«Eine mögliche Privatisierung der Spitex-Dienstleistungen erfüllt uns mit Sorge, denn aufwendige Fälle dürften in Spitäler und Heime eingewiesen werden und belasten damit die Gesundheitskosten deutlich mehr. Unsere Spitex-Verbände sind Non-Profit-Organisationen, sie müssen – im Gegensatz zu privaten Organisationen – keine Gewinne abwerfen», heisst es in der SP-Medienmitteilung.

Deshalb habe der Vorstand der SP Region Steckborn schriftlich Fragen an den Stadtrat gestellt und erwarte klärende Antworten zur künftigen Sicherstellung der Spitex-Versorgung in der Gemeinde Steckborn. (ma/red)