Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SP-Kantonsrätin Barbara Kern zum Vaterschaftsurlaub: «Kanton der kleinen Schritte»

SP-Kantonsrätin Barbara Kern bezeichnet die Aufstockung des Vaterschaftsurlaub auf fünf Tage als «einen Anfang». Der Grosse Rat hat zwar kein Mitspracherecht, diskutieren wird er aber trotzdem darüber.
Sebastian Keller
Angestellte der Kantonsverwaltung erhalten ab dem neuen Jahr fünf statt zwei Tage Vaterschaftsurlaub. (Bild: Fotolia)

Angestellte der Kantonsverwaltung erhalten ab dem neuen Jahr fünf statt zwei Tage Vaterschaftsurlaub. (Bild: Fotolia)

Die Kompetenzen des Mannes im Windeln wechseln dürften steigen. Zumindest, wenn der frischgebackene Vater beim Kanton angestellt ist. Dessen Mitarbeiter erhalten ab dem neuen Jahr einen fünftägigen Vaterschaftsurlaub. Heute gewährt der Kanton zwei Tage. Den Ausbau hat Finanzminister Jakob Stark (SVP) am Donnerstag anlässlich der Budgetpräsentation bekanntgegeben. Mehrkosten sollte diese Anpassung keine verursachen.

Für einen längeren Vaterschaftsurlaub kämpft Barbara Kern schon länger. Die SP-Kantonsrätin aus Kreuzlingen präsidierte bis Sommer Personalthurgau, den Dachverband der Kantonsangestellten. «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt sie. Bekennt aber zugleich, dass sie sich persönlich eine ausgedehntere Papi-Zeit erhofft hatte. «Gerade auch, wenn man sich in anderen Kantonen oder in der Privatwirtschaft umschaut.» Sie verweist auf die Stadt Zürich, die ihren Angestellten beim Vaterglück drei Wochen Urlaub zugesehen. Gleiches beschloss das St. Galler Stadtparlament im Mai. Im bürgerlich dominierten Thurgau sei derzeit aber politisch nicht mehr möglich. «Es ist halt ein Kanton der kleinen Schritte», sagt Kern.

Bruno Lüscher spricht von einer positiven Nachricht

Bruno Lüscher, FDP-Kantonsrat aus Aadorf, ist der Nachfolger von Barbara Kern als Präsident von Personalthurgau. «Ich erachte es als positive Nachricht», sagt er. Fünf Tage seien ein guter und vertretbarer Vorschlag. Gerade auch im Vergleich mit anderen Kantonen. So erhalten Angestellte des Kantons St. Gallen ebenfalls fünf Tage. Gemäss Regierung kennen insgesamt 14 weitere Kantone die 5-Tage-Regelung. Lüscher beobachtet, dass der Kanton sich als Arbeitgeber in einem Spannungsfeld bewegt. «Er muss sich mit anderen öffentlichen Diensten messen, aber auch mit der Privatwirtschaft.»

Mit der Aufstockung komme der Kanton einer häufig geäusserten Forderung nach, dass er eine Vorreiterrolle übernehmen solle.
Bruno Lüscher, ehemaliger Gemeindepräsident von Aadorf, rechnet damit, dass die neue kantonale Regelung auch auf die Gemeinden durchschlagen könnte. Denn: Gemeinden ohne spezifische Regelungen würden sich vielfach am Kanton orientieren.

Diskussion im Grossen Rat ist wichtig

Der Grosse Rat hat formell kein Mitspracherecht beim Vaterschaftsurlaub. Diese Regelung ist in einer Verordnung festgelegt, die der Regierungsrat in eigener Kompetenz ändern kann. Das bestätigt Finanzminister Jakob Stark auf Anfrage. «Trotzdem ist die Diskussion im Grossen Rat wichtig», sagt er. Den Rahmen dazu bietet die Beratung über das Budget Ende Jahr. Das sieht auch Bruno Lüscher so. «Es ist wichtig für die Regierung, die Stimmen der Volksvertreter zu hören.» Auch Barbara Kern ist gespannt auf die Diskussion.

In Bundesbern ist der Vaterschaftsurlaub schon länger ein heiss diskutiertes Thema. Der Bundesrat lehnt eine Initiative, die 20 Tage für alle Angestellten fordert, ab. Sie wurde im Juli 2017 mit 107 455 Unterschriften eingereicht. Vor einer Woche hat die zuständige Nationalratskommission sich für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen. Sie ist damit ihrer ständerätlichen Schwesterkommission gefolgt. Nun wird eine Gesetzesvorlage ausgearbeitet. Dabei handelt es sich um einen indirekten Gegenvorschlag zur Initiative. Wenn das Initiativkomitee ihr Volksbegehren nicht zurückzieht, hat dereinst das Volk bei der Papi-Zeit das letzte Wort.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.