Kommentar

SP im Bezirk Frauenfeld lernt nichts aus ihren Fehlern

Die Grünen gewinnen im Bezirk Frauenfeld zwei Kantonsratssitze dazu. Nebst dem Todesstoss für die BDP mit dem Verlust ihres einzigen Mandates büsst die SP einen ihrer Sitze ein. Die Sozialdemokraten haben sich diese Niederlage selbst zuzuschreiben. 

Samuel Koch
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Eine Überraschung gibt’s im Bezirk Frauenfeld primär auf der Verliererseite. Dass die Gewinner auch hier grüne Kleidung tragen, war vorhersehbar. Einzig die klare Überlegenheit der Grünen gegenüber ihrer hellgrünen Partnerin namens GLP dürfte doch manchen in Erstaunen versetzen.

Samuel Koch, Redaktor Thurgauer Zeitung, Leiter Ressort Frauenfeld.

Samuel Koch, Redaktor Thurgauer Zeitung, Leiter Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Wo jemand gewinnt (Grüne plus zwei Sitze), muss auch jemand verlieren. Die SP beklagt zwar im Gegensatz zu FDP und BDP keine Abwahl. Für die Sozialdemokraten zeigt sich aber, dass ein langjähriges Zugpferd wie Walter Hugentobler mit 20 Jahren Erfahrung im Rat nicht einfach so leicht zu ersetzen ist.

Der erneute Alleingang der SP ohne Listenverbindung muss im Nachhinein als Fauxpas betitelt werden. Hierzu haben die Sozialdemokraten nichts aus ihren Fehlern gelernt, denn sie büssten bereits nach ihrem Sololauf vor vier Jahren ein Kantonsratsmandat ein. Ein Schulterschluss mit den grünen Parteien hätte die SP womöglich vor dem jetzigen Schaden bewahrt.

Noch mehr Wähleranteil als die SP verliert nur die FDP, die aber dank Reststimmen von SVP und EDU ihre fünf Sitze halten kann. Schiffbruch erleidet die BDP, die wenigstens CVP und EVP vor einem Sitzverlust bewahrt.