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Sozialhilfe im Thurgau steigt moderat

Im Thurgau wurden 2017 knapp 4800 Personen von der Sozialhilfe unterstützt. Die Belastung für die Gemeinden nahm 2017 netto leicht zu, aber moderater als in früheren Jahren. Pro Kopf blieb sie fast unverändert.
Mit 1,8 Prozent ist die Sozialhilfequote im Kanton Thurgau vergleichsweise tief. (Bild: Nana do Carmo)

Mit 1,8 Prozent ist die Sozialhilfequote im Kanton Thurgau vergleichsweise tief. (Bild: Nana do Carmo)

(red) Die Thurgauer Gemeinden wendeten im Jahr 2017 netto 39,5 Millionen Franken für die Sozialhilfe auf. Das sind 0,6 Millionen Franken oder 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit haben sich die Aufwendungen zum zweiten Mal in Folge nur leicht verändert, nachdem sie in den Jahren zuvor jeweils deutlich gestiegen waren. Pro Kopf der Wohnbevölkerung gaben die Gemeinden umgerechnet 145 Franken aus – fast gleich viel wie im Vorjahr.

Die Bruttoausgaben – das heisst die insgesamt ausbezahlten Unterstützungsleistungen – sind 2017 erstmals seit 2014 wieder etwas gesunken und erreichten 96,2 Millionen Franken. Weil es weniger Rückvergütungen durch ehemalige Sozialhilfeempfänger und Rückerstattungen von bevorschussten Leistungen gab, kam es trotz geringerer Bruttoausgaben zu einer Zunahme der Nettoausgaben.

Nettoausgaben in Arbon am höchsten

Die kantonsweit höchsten Nettoausgaben hatte 2017 die Gemeinde Arbon, sowohl insgesamt (7,2 Millionen Franken) als auch im Verhältnis zur Wohnbevölkerung (502 Franken pro Einwohner). Mit Ausnahme von Weinfelden wendeten aber auch die anderen Thurgauer Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern mehr als eine Million Franken für Sozialhilfe auf.

Die Sozialhilfequote, das heisst der Anteil der Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger an der Bevölkerung, ist im Thurgau mit 1,8 Prozent vergleichsweise tief. In grösseren Gemeinden ist sie tendenziell höher als in kleineren. Die kantonsweit höchste Sozialhilfequote hatte 2017 mit 5,0 Prozent Arbon. Mit Ausnahme von Weinfelden lag die Sozialhilfequote aber auch in den anderen Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern über dem Thurgauer Durchschnitt.

Im Jahr 2017 wurden im Kanton Thurgau insgesamt 4751 Personen von der Sozialhilfe unterstützt. Die Zahl der Bezügerinnen und Bezüger ist etwas stärker gestiegen als im Vorjahr, jedoch nicht mehr so stark wie in den Jahren 2013 bis 2015.

Bei den Kindern und Jugendlichen ist die Zahl der unterstützten Personen stärker gestiegen als in den anderen Altersgruppen. Gut jede vierte Person in der Sozialhilfe war 2017 unter 18 Jahre alt. Mit einer Sozialhilfequote von 2,5 Prozent tragen Kinder und Jugendliche im Vergleich zur Gesamtbevölkerung das höchste Sozialhilferisiko.

Jeder zweite Fall wird innerhalb eines Jahres beendet

Fast 45 Prozent der 15- bis 64-jährigen Sozialhilfebeziehenden im Thurgau waren 2017 auf Stellensuche. Ein weiteres Fünftel ging einer bezahlten Erwerbstätigkeit von mindestens einer Stunde pro Woche nach, erhielt aber zur Deckung des Lebensunterhalts zusätzlich Sozialhilfe. Etwas mehr als ein Drittel der 15- bis 64-jährigen Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger stand nicht im Erwerbsleben. Rund die Hälfte der 2017 beendeten Sozialhilfefälle hatte eine Bezugsdauer von weniger als einem Jahr. Ein weiteres gutes Fünftel konnte innerhalb eines Zeitraums von ein bis zwei Jahren geschlossen werden. Am häufigsten endet der Sozialhilfebezug, weil die Bezügerin oder der Bezüger eine Erwerbstätigkeit aufnimmt oder den Wohnort wechselt.

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