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Im Eisenbeiz-Garten in Frauenfeld: Stahlbergers Soundtrack für Fitnessteller und Schweinsspiessli

Stahlberger aus St.Gallen bescherten der Sommerloch-Konzertreihe im Eisenwerk am Freitagabend 250 Gäste.
Mathias Frei
Drei des Quintetts im Garten der Eisenbeiz: Christian Kesseli, Manuel Stahlberger und Dominik Kesseli von Stahlberger. (Bild: Mathias Frei)

Drei des Quintetts im Garten der Eisenbeiz: Christian Kesseli, Manuel Stahlberger und Dominik Kesseli von Stahlberger. (Bild: Mathias Frei)

Einer läuft mit einem roten «I love SG»-Shirt herum. Das «love» ist ein Herz. Aber das stört hier niemanden. Am Rand feiert eine Hochzeitsgesellschaft. Für die vielen Konzertbesucher werden Fitnessteller mit Schweinsspiessli herangeschafft.

Und da noch eine Portion Pommes und hier noch Fischchnusperli.

250 Menschen sind gekommen, bisheriger Rekordbesuch im diesjährigen Sommerloch im Eisenbeiz-Garten. Und mittendrin Stahlberger, fünf Herren, etwas zu warm angezogen für die Frauenfelder Schwüle.

Am Ende werden Stahlberger fast zwei Stunden gespielt haben. Subtile Discokracher und eigenwillige Schleicher sind verstummt, in Frauenfeld ist es dann fertig, wenn es anderswo anfängt. Stahlberger werden für Zugaben zweimal auf die Bühne zitiert. Sie haben vor allem vom aktuellen, vierten Album «Dini zwei Wänd» Lieder zum Besten gegeben. Ein Bitzeli Best-of darf noch sein von der 2014er-Produktion «Die Gschicht isch besser», vom «Abghenkt»-Album und vom Erstling «Rägebogesiedlig».

Ganz in Pink: Michael Gallusser und Marcel Gschwend. (Bild: Msthias Frei)

Ganz in Pink: Michael Gallusser und Marcel Gschwend. (Bild: Msthias Frei)

Sicherheit auf der Bühne, auch ohne Synthesizer

Es sei immer gut, wenn von der Bühne eine gewisse Sicherheit ausstrahle, meint Manuel Stahlberger. Und ist da ja auch noch der Spass, obwohl der Synthesizer immer wieder macht, was er will, oder eben gar nichts. Aber das hätten wohl nur die wenigsten gemerkt. Sogar Manuel Stahlberger kommt nicht drumherum, ab und zu ganz kurz zu schmunzeln.

Um dann wieder erfroren dazustehen, in die Leere zu blicken, sehnsüchtig nach dem nasskalten St.Galler Winter.

Mehr oder weniger beweglicher geben sich Dominik Kesseli (Schlagzeug), Christian Kesseli (Gitarre, Synthesizer), Michael Gallusser (Gitarre, Keyboard) und Marcel Gschwend (Bass, Synthesizer). Sie machen den Pop noir aus, der elektronisch ist und stampfend, ausserhalb von Frauenfeld vielleicht noch elektronischer, der kontrastreich ist und immer wieder Brüche aufreisst, der etwas treibt, immer wieder eindringlich, dass es einem Angst machen könnte. Da sind gspässige Melodien, so gspässig wie die Liedtexte von Manuel Stahlberger. Er singt: «Ales ghört jetzt allne, ales isch neu sortiert, und so wie’s usgseht, gseht’s nöd so us, wie wenn’s bald wieder eso wie früehner wird.» Das ist fast schon programmatisch, gewissermassen ein maximalinvasiver Eingriff an der Normalität.

Manuel Stahlberger. (Bild: Mathias Frei)

Manuel Stahlberger. (Bild: Mathias Frei)

Als der Band im Konzert Bier serviert wird, prostet Manuel Stahlberger in Richtung Hochzeitsgesellschaft:

«Happy Wedding.»

Kann ja nur glücklich werden, wenn Stahlberger die Hochzeitskapelle machen. Er sei ja mal gespannt, was zu diesem Auftritt am Montag in der Zeitung stehe, sagt Stahlberger. Das hier eben.

Letzte Sommerloch-Woche: Do, 15.August: The Asphalt Cowboys (Songs & Stories); Fr, 16.August: Flyde (Synthetik-Pop) & Oku (Pop, Folk); Sa, 17.August: Soulmaniacs (Funk, Soul, R’n’B).

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