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#SorryKonstanz: Video gegen Einkaufstourismus des Frauenfelder Gewerbevereins geht viral, Thurgauer Politikern gefällt die Aktion

Der Gewerbeverein Region Frauenfeld setzt ein nicht ganz bierernstes Zeichen gegen den Einkaufstourismus. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.

Samuel Koch
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Eine der Fotomontagen zeigt die Autobahnausfahrt West mit unübersehbarem Hinweis zum hiesigen «Shopping-Mekka».

Eine der Fotomontagen zeigt die Autobahnausfahrt West mit unübersehbarem Hinweis zum hiesigen «Shopping-Mekka».

Bild: PD

Mehr als nichts. So resümiert Urs Schönholzer die Aktion namens #SorryKonstanz, die der Gewerbeverein Region Frauenfeld am Montag gleichzeitig zur Grenzöffnung gestartet hat. Seit die Schlagbäume und Strassensperrungen ins nördliche Nachbarland nach gut dreimonatiger, pandemiebedingter Zwangspause wieder geöffnet sind, kehrt unausweichlich der Reiz für Einkaufstouristen zurück.

Dagegen wehrt sich der hiesige Gewerbeverein mit einer nicht ganz ernst gemeinten Aktion, die derzeit viral geht. Das Video mit anonymen Täterschaften mit Kapuzen über den Köpfen, die entlang der Autobahn A7 auffallende und überdimensionale Tafeln montierten, haben seit Montag schon über 6000 Internetuser angeklickt.

Ideensammlung ohne einen Tropfen Alkohol

In Oberwinterthur ist die Wegweisung für Konstanz auf den grünen Verkehrstafeln kurzerhand durchgestrichen. «Shoppen Sie heute in Frauenfeld» liest der Lenker kurz, bevor er die Zuckerfabrik erblickt. «Shopping-Mekka Frauenfeld» versehen mit abwechselnd blinkenden Pfeilen kurz vor der Ausfahrt West. «Konstanz hat geschlossen» steht auf der Autobahnüberführung Schaffhauserstrasse. Und als Krönung fliegt nach der Ausfahrt Ost ein Zeppelin mit dem Logo des Gewerbevereins über die A7 mit der Aufforderung, bitte zu wenden.

Die Idee fürs Video ist während einer Vorstandssitzung des Gewerbevereins entstanden. Ohne einen Tropfen Alkohol, wie Urs Schönholzer versichert. Er sagt:

Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari
«Wir haben völlig BAG-konform diskutiert und wollen mit dem Video auf eine lustige Art das Gewerbe unterstützen.»

Ob das Video fruchtet, sei bisher schwierig abzuschätzen. «Wenn wir nichts machen, passiert jedenfalls gar nichts», sagt er. Rückmeldungen auf die noch blutjunge Aktion zum richtigen Zeitpunkt habe er bisher noch nicht so viele erhalten. Unter #SorryKonstanz auf dem Nachrichtendienst Twitter haben aber bereits SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr und GLP-Kantonsrat Ueli Fisch ihr Wohlwollen für die Aktion kundgetan.

Vom Bundesamt für Strassen (Astra), das als Fachbehörde für die Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr auf Autobahnen zuständig zeichnet, haben die Verantwortlichen des Gewerbevereins jedenfalls noch keine Post erhalten. «Wir hoffen, wir haben nichts Verbotenes gemacht», sagt Schönholzer mit einem Augenzwinkern. Und wenn, dann müsse man es ohnehin zuerst beweisen können.

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