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Entmilitarisierung der Frauenfelder Stadtkaserne kommt später als erwartet

Im Laufe des Jahres 2023 zieht die Armee mit Mann und Maus aus der Stadtkaserne in die erweiterte Kaserne Auenfeld um – und nicht schon 2021. Das sei kein Beinbruch, sagt Stadtpräsident Anders Stokholm.
Stefan Hilzinger
Das Siegerprojekt «All Day Long» mit Stadtkaserne, P+R-Halle-Areal und Oberes Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten Zürich)

Das Siegerprojekt «All Day Long» mit Stadtkaserne, P+R-Halle-Areal und Oberes Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten Zürich)

«Nein es sind nicht zwei Jahre, sondern ist netto nur ein Jahr», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm zum Termin für den Rückzug der Armee aus der Stadtkaserne. Gestern teilt Armasuisse Immobilien mit, dass die Kaserne «nach aktueller Planung im Verlauf des Jahres 2023 bezugsbereit sein» werde. Bisher war mit einem Start der Umnutzung für zivile Zwecke im Jahr 2021 gerechnet worden. «Mit den Umzugsarbeiten wäre es ohnehin 2022 geworden», sagt Stokholm.

Planung braucht ihre Zeit

Die Verzögerung habe sich aus der langen Planungs-, Bewilligungs- und Bauzeit für die neue Kaserne im Auenfeld ergeben und sei kein Beinbruch, sagt der Stadtpräsident. Es brauche auch seine Zeit, die künftige Nutzung der denkmalgeschützten Militärliegenschaft gewissenhaft zu planen.

Ein letzter konkreter Schritt datiert vom März 2017. Damals bewilligte der Frauenfelder Gemeinderat 285'000 Franken, um die drei besten Projekte aus dem Ideenwettbewerb weiter zu vertiefen. Eine Jury erkor 2016 das Projekt «All Day Long» des Zürcher Büros Park Architekten zum Sieger, die Projekte auf den Medaillenrängen «Ovid» und «Lauf, Moser, lauf!» werden ebenfalls weiterverfolgt.

Die Frauenfelder Innenstadt mit der Stadtkaserne und dem Parkplatz «Oberes Mätteli». (Bild: Nana do Carmo, 2005)

Die Frauenfelder Innenstadt mit der Stadtkaserne und dem Parkplatz «Oberes Mätteli». (Bild: Nana do Carmo, 2005)

Dieser nächste Planungsschritt ist gemäss Stokholm noch nicht umgesetzt. «Wir waren in der Zwischenzeit aber nicht untätig», sagt er. Die Stadt und der Bund (Armasuisse Immobilien) hätten sich einerseits über die rechtlichen Modalitäten der Übergabe an die Stadt beraten – im Zentrum steht ein Baurechtsvertrag mit der Stadt. Andererseits habe man Gespräche mit interessierten, möglichen Nutzern geführt. Stokholm sagt:

«So gibt es jetzt einen Rahmen, in dem die weitere Planung passieren wird.»

Wer als Nutzer in Frage kommt, führt er zwar nicht aus. Bekannt ist aber, dass diese einen Bezug zu den Feldern Museum, Schule, Hotel oder Büro haben müssen. Denn für den Ideenwettbewerb 2016 mussten die teilnehmen Büros aus den genannten Nutzungsmöglichkeiten deren zwei auswählen und konkretisieren. Beim Siegerprojekt waren dies ein Hotel- und ein Museumsbetrieb.

Da jetzt klar ist, in welchem Jahr die Kaserne frei werde, kann nun die planerische Verfeinerung gemäss Gemeinderatsbeschluss von März 2017 an die Hand genommen werden. «Das Projekt ist eine Riesenkiste für eine Stadt wie Frauenfeld.» Mit einem Seitenhieb Richtung Stadt Zürich, wo sich die Politik schon seit 1987 punkto Kasernen-Umnutzung in den Haaren liegt, meint Stokholm: «Kasernen-Projekte sind speziell.»

Enge Zusammenarbeit mit Armasuisse

Schon seit mehr als zehn Jahren ist die Rede davon, dass die seinerzeit von der Bürgergemeinde «gesponserte» Frauenfelder Stadtkaserne für eine zivile Nutzung frei werde. Es ist nicht das erste Mal, dass der Zeitpunkt nach hinten verschoben wird. «Erst jetzt haben wir als Stadt die effektive Gewissheit, dass die Armee das Gebäude tatsächlich nicht mehr benötigt», sagt Stokholm. Die Planung geschieht weiter in enger Zusammenarbeit mit Armasuisse Immobilien.

«Wir treffen uns regelmässig mit Vertretern der Stadt und informieren uns», sagt Marc Adam, Leiter Portfolio- und Umweltmanagement bei Armasuisse. «In inhaltlicher Hinsicht hat aber die Stadt den Lead.» Beim Ideenwettbewerb steuerte Armasuisse noch 50'000 Franken an die Kosten bei. Für weitere Planungen fliessen keine Bundesgelder mehr. Einer der nächsten Meilensteine dürfte dann ein Gestaltungsplan für das knapp anderthalb Hektar grosse Areal sein, bei dem wohl das Frauenfelder Stimmvolk das letzte Wort haben dürfte.

Nicht Teil der Planung zum Kasernenareal ist das «Obere Mätteli», das der Bürgergemeinde gehört. Obwohl die Stadt hier auch Vorstellungen zur künftigen Nutzung hat – als Standort für das neue Historische Museum.

Die Historie der Frauenfelder Stadtkaserne in Kürze

  • 1860 Der Bundesrat kündigt an, die Artillerie-Kurse nach Frauenfeld zu verlegen, wenn dort eine Kaserne gebaut würde.
  • 1861 Die Bürgergemeinde Frauenfeld erklärt sich bereit, die Kosten für den Bau zu übernehmen.
  • 25. März 1863 Grundsteinlegung für den Bau der Stadtkaserne nach einem Entwurf von Architekt Johann Joachim Brenner.
  • 10. Mai 1865 In Frauenfeld finden die ersten Artillerie-Kurse statt.
  • 1. Januar 1886 Die Bürgergemeinde verkauft den Waffenplatzkomplex für 620 000 Franken der Eidgenossenschaft – der Hälfte dessen, was sie investiert hatte.
  • 1984/1997 Etappenweiser Bau und Ausbau der neuen Kaserne Auenfeld.
  • 1999 Das «Obere Mätteli» gelangt in den Besitz der Bürgergemeinde zurück
  • 2006/2007 Die Artillerie verlässt den Standort Frauenfeld nach über 140 Jahren.
  • 2008 Der Armee-Lehrverband Führungsunterstützung 30 übernimmt Kasernen und Waffenplatz.
  • 2018 Start zum erneuten Ausbau im Auenfeld.
  • 2023 Die Schweizer Armee zieht nach 158 Jahren aus der Frauenfelder Stadtkaserne aus. (hil)

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