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Kommentar

So verschieden sind die Ostschweizer Tourismusregionen

Vor allem dank des Rekordsommers für die Campingplätze hat der Thurgauer Tourismus ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Im Appenzellerland und im Kanton St.Gallen spielt Camping eher eine untergeordnete Rolle.
Larissa Flammer

Dies ist ein Kommentar aus der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Larissa Flammer. (Bild: Reto Martin)

Larissa Flammer. (Bild: Reto Martin)

Der grosse Trumpf des Thurgauer Tourismus sind – die Campingplätze. Um 22 Prozent stiegen 2018 dort die Übernachtungszahlen. Zu diesem Erfolg können sich vor allem die Betreiber der Plätze beglückwünschen lassen, sie haben ihr Angebot qualitativ weiterentwickelt und bieten deutlich mehr als eine Wiese mit Toilettenhäuschen. Bei St.Gallen-Bodensee Tourismus spielen Campingplätze indes eine untergeordnete Rolle, auf der Website findet sich kein Hinweis. Auch im Appenzellerland werden eher Berghütten beworben als Campingplätze.

Dieser kleine aber feine Unterschied ist ein Hinweis darauf, dass die Tourismusregionen in der Ostschweiz eben doch ziemlich verschieden sind. Der Thurgau setzt auf Velofahrer und den Bodensee, St.Gallen auf die Hauptstadt als Kultur- und Textilort, das Toggenburg auf die Skipisten und die beiden Appenzell auf ihre Landschaft sowie den Alpstein, wobei schon die Halbkantone keine gemeinsame Tourismusstrategie haben. Auch die vier St.Galler Tourismusdestinationen haben sich Anfang Jahr ohne die Nachbarkantone zu einem Tourismus-Rat zusammengeschlossen – nachdem diese abgesagt hatten. Zumindest der Thurgau hat allerdings durchaus Interesse an einer Zusammenarbeit in der Ostschweiz gezeigt. Wie diese aussehen und funktionieren soll, muss sich aber erst weisen.

Der Thurgau hat das Potenzial, sich als Tourismusregion geschickt zu verkaufen

Trotz künftiger Zusammenarbeit: Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dürfte auch sein, dass sich jede Region auf ihre Stärken konzentriert. Im Thurgau ist dies unter anderem die Familienfreundlichkeit, die mit dem neuen Reka-Dorf in Kreuzlingen gepflegt wird. Bis zu 50'000 Logiernächte zusätzlich pro Jahr könnte das Angebot dem Kanton bescheren. Allerdings ist es heute noch ungewiss, ob das Übernachtungsangebot am Bodensee auch im Winter geöffnet haben wird; der Thurgau ist eine Sommerdestination, wie die Zahlen eindeutig belegen.

Auch die Marke Thurgau ist eine Stärke des Kantons. Das hält der Regierungsrat in seiner Strategie 2040 fest und nimmt sich vor, darauf aufzubauen. In der erst kürzlich vorgestellten Zukunftsvision ist unter anderem von einer zentralen Thurgauer Event- und Markthalle die Rede, die Einheimische und Touristen anlocken soll. Tatsächlich ist zwar das Appenzellerland DIE Marke in der Ostschweiz, der Thurgau hat aber durchaus das Potenzial, sich selber im Tourismus geschickt zu verkaufen. Das bekannte Image von blühenden Apfelbäumen und sanften Hügeln mag nicht gerade hilfreich sein beim Versuch, als Bildungsstandort stärker zu werden, doch für das Anlocken von Gästen ist es genau das richtige. Es braucht nur noch eine starke Botschaft, dass der Kanton mehr ist als ein Tagesausflugsziel.

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