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So früh wie noch nie: Die Weinlese im Thurgau hat begonnen

Die Trockenheit hat für viele Bauern teils verheerende Folgen. Die Weinbauern dürfen sich indes über viele und gute Trauben freuen. Einige beginnen schon jetzt mit der Ernte.
Dinah Hauser
Winzer Benno Forster steht in seinem Rebberg. (Bild: Andrea Stalder)

Winzer Benno Forster steht in seinem Rebberg. (Bild: Andrea Stalder)

Der Weg auf den Ottenberg ist steil und die Sonne brennt vom Himmel. Genau dieses warme und trockene Wetter mögen die Reben. Dementsprechend sind auch die Früchte schön herangewachsen.

Weinbauer Benno Forster aus Weinfelden schätzt die Wetterlage trockener ein als im Hitzesommer 2003. Er kommt gerade vom Bewässern einiger Stöcken zurück. «Sonst müssen wir eigentlich nie Wasser geben», sagt er. Der Ottenberg habe sehr speicherfähige Böden. Aber an einem Ort hat Forster Pflanzen, die auf kiesigem Boden wachsen. Dort muss er jetzt regelmässig bewässern.

Forster plant am Montag die ersten Trauben der frühreifen Sorte Solaris zu ernten. Er sagt:

«Ich tue mich schwer, bereits im August zu wimmen.»

Er musste noch nie im August ernten. Laufend überprüfe er den Wetterbericht. Da es am Wochenende kühler werden soll, sei der Montag ein passender Tag. Die Früchte dürfen nicht allzu warm werden, damit bei der Verarbeitung alles möglichst gut läuft. Mit seinen Helfern wird er deshalb am Morgen anfangen zu wimmen. «Im Herbst fangen wir normalerweise am Nachmittag an», sagt Forster. Am Morgen habe es meist Nebel und die Trauben seien noch feucht.

Kirschessigfliege ist dieses Jahr wohl kein Problem

In vergangenen Jahren machte der eingeschleppte Schädling, die Kirschessigfliege, immer wieder Probleme. Laut Forster war die Lage im 2014 sehr prekär. Der Schädling liebt feucht-warmes Klima. Wegen der Trockenheit erwartet Forster keine Probleme: «Dieses Jahr sieht es gut aus.»

Weinbauer Roland Lenz aus Uesslingen hat bereits am Dienstag die erste Ernte mit sechs Tonnen Solaristrauben eingebracht. «Das ist für unser Weingut historisch», sagt Lenz. Im Jahr 2003 wurde ab dem 22. August geerntet.

Die kürzlich geernteten Trauben wiesen einen Zuckerwert von 100 Oechsle auf. «Das sind zirka 200 Gramm fruchteigener Zucker auf einen Liter Traubensaft», spezifiziert Lenz. Der Säureanteil war mit 7.5 Gram pro Liter Saft an der unteren Grenze: «Wir mussten ernten», sagt Lenz.

Der Säureanteil sei sehr wichtig. «Unsere Weine sollen frisch und fruchtig im Aroma sein.» Daher sei ein tiefer Zuckerwert und damit auch ein tiefer Alkoholwert gewünscht. «Mehr Zucker in den Trauben bedeutet auch mehr Alkohol im fertigen Produkt.»

Bereits erste Weine im Keller

Lenz hatte morgens geerntet. Bis 14 Uhr sei dann bereits der erste Traubensaft gepresst und geklärt. «Dann wird die Bio-Reinzuchthefe beigefügt und dadurch die Gärung eingeleitet», sagt Lenz. Er habe nun schon gärenden Weisswein und sogar Rotwein im Keller. Lenz sagt:

«Das gab es noch nie.»

Durch die frühe Ernte musste auch fleissig vorbereitet werden. Weine wurden abgefüllt und der Keller vorbereitet. «Wir hatten also weniger Ferien», sagt Lenz.

Dass dieses Jahr ein gutes Erntejahr wird, vermuteten beide Weinbauer. Die Knospen für das jeweils nächste Jahr werden bereits im Juni gebildet. Der Juni 2017 brachte viele solcher Blütenanlagen hervor. Auch dieses Jahr hätten sich bei beiden Weingütern viele Knospen gebildet. «Wenn das Wetter mitmacht, haben wir für nächstes Jahr bereits gute Grundlagen», sagt Forster.

Im Gegensatz zum Ottenberg, wo Forster anbaut, kennt man am Iselisberg eher sandige Böden. Diese seien laut Lenz eher trocken. «Der Vorteil eines Bio-Rebbergs zeigt sich hier. Die Wurzeln der Pflanzen reichen tiefer hinab. Sie sind deshalb robuster», sagt Lenz. Der Regen von letzter Woche tat den Rebstöcken also gut. Lez sagt:

«Man hörte die Reben förmlich aufatmen.»

Er freut sich auf das angekündigte kühle Wochenende: «Das wird den Pflanzen sehr gut tun.»

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