Wigoltinger Künstler Gabriel Mazenauer stellt im Münchwiler Sutter-Park aus

Die Skulpturen des Wigoltinger Künstlers Gabriel Mazenauer klingen herb und luftig wie Strawinskys «Sacre du printemps». Am Sonntag eröffnet er seine Ausstellung «Crescendo» im Münchwiler Sutter-Park.

Dieter Langhart
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«Crescendo»: Gabriel Mazenauer zwischen seinen Skulpturen im Sutter-Park. (Bild: Dieter Langhart)

«Crescendo»: Gabriel Mazenauer zwischen seinen Skulpturen im Sutter-Park. (Bild: Dieter Langhart)

Das Rostrot überwiegt, dazwischen leuchtet weisser Marmor, glänzt Chromstahl. Scheinbar schwerelos schrauben sich Würfel in die Luft, fächern sich Stäbe über der Wiese auf. Dabei sind sie tonnenschwer, Gabriel Mazenauers Skulpturen, und versinken dennoch nicht im Rasen des Sutter-Parks. Schlichte, archaische Formen auf dem frischen Grün und vor dem Weiss der Villa Sutter. Und wer den Rasen verlässt und zwischen den Bäumen geht, wird noch mehr luftige Skulpturen finden, unweit der behäbigen Steinblöcke Ulrich Rückriems.

Und nicht das Jägerhaus auslassen. Denn da hat Mazenauer einige seiner «Rolling Stones» auf Sockel gestellt – samtweich geschliffen, rund oder oval, mit einem Dorn oben und an fliegende Untertassen oder das Instrument Hang erinnernd, so leicht wirken sie. Aber was ist mit diesem kleinen Engel, der am Rand der Terrasse sitzt und auf die Wiese schaut? Das kann kein Mazenauer sein. «Nein, diese Skulptur stammt von meiner Partnerin Susan Kopp», sagt Gabriel Mazenauer. «Sie ist derzeit auch an der Bad Ragartz zu sehen, wie Markus Graf und ich.»

Trotz des Gewichts leicht wie Tänzer

Gabriel Mazenauers Skulpturen wirken stets viel leichter, als sie sind. Gut, die Würfelstränge und Fächer sind hohl, aber das Eisen hat sein Eigengewicht. Die grösste Skulptur in der Parkmitte wiegt an die 700 Kilo. Da braucht es Kippanhänger und Hubstapler für den Transport.

Würfel für Würfel, Stab um Stab setzt der Bildhauer seine Skulpturen zusammen, muss stets eine Öffnung freilassen, um das nächste Element mit einer Lochschweissung zu befestigen. Macht er sich erst ein Modell? Mazenauer verneint. «Da ist eine Grundstimmung, und ich frage mich: Wie tönt sie? Dann beginne ich die Skulptur zu komponieren.» So ist er auch zum Titel seiner ersten grossen Einzelausstellung gekommen: Crescendo, lauter werdende Musik. Die Skulpturen sind mal lauter, mal leiser, manche erinnern an Figuren, an Tänzer, die durch die Luft wirbeln. Besonders bei einer silbernen Würfelspirale habe er sich intensiv an Stravinskys «Sacre du printemps» erinnert, sagt der Künstler.

Rhythmus und Dialog ­zwischen den Skulpturen

Schön, verteilt Gabriel Mazenauer die Skulpturen nicht gleichmässig im Park, sondern versammelt sie zu einer mächtigen Gruppe in der Mitte, um die kleinere Ensembles stehen, als wollten sie einander zurufen. Bis hinein in die Villa, wo weitere, fast winzig wirkende «Crescendi» stehen.

Hinweis:
Vernissage: So, 19.8., 10.30 Uhr, Rede Alex Bänninger
Chäs, Brot & Wy: Fr, 7.9., 18 Uhr
Finissage: So, 23.9., 10–16 Uhr