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Gesuch abgelehnt: Skulpturen müssen abspecken

Dreimal hat die Kulturstiftung des Kantons Thurgau die Frauenfelder Bildhauerwoche finanziell unterstützt. Heuer gibt’s erstmals kein Geld mehr. Darüber zeigt man sich beim städtischen Amt für Kultur enttäuscht.
Mathias Frei
Besucher an der Vernissage der Bildhauerwoche 2016 im Murg-Auen-Park. (Bild: Reto Martin (31. August 2016))

Besucher an der Vernissage der Bildhauerwoche 2016 im Murg-Auen-Park. (Bild: Reto Martin (31. August 2016))

Die Bildhauerwoche findet statt – und zwar vom 11. bis 20.Juni im Murg-Auen-Park. Das steht nicht zur Diskussion. Aber es fehlt ein Drittel des Budgets. Konkret geht es um 10000 Franken. Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau hat dem städtischen Amt für Kultur, das die Bildhauerwoche veranstaltet, für eben diesen angefragten Unterstützungsbeitrag eine Absage erteilt. Er sei schon leicht enttäuscht über den Entscheid der Kulturstiftung, sagt der städtische Kulturbeauftragte Christof Stillhard. «Natürlich bin ich mir bewusst, dass es kein Anrecht auf Förderung gibt.»

Was Stillhard irritiert: Für die bisherigen drei Ausgaben der Bildhauerwoche in den Jahren 2012 (Burstelpark), 2014 (Lindenpark) und 2016 (Murg-Auen-Park) hat die Kulturstiftung jeweils Unterstützungsbeiträge gesprochen. Der städtische Kulturbeauftragte hatte für die diesjährige Kunstschau unter freiem Himmel mit einem 30000-Franken-Budget geplant. Die Stadt steuert einen Drittel bei, weitere 10000 Franken kommen vom Regio-Kulturpool.

Sponsorensuche ist zeitaufwendig

Die fehlende Unterstützung sei bedauerlich, sagt Stillhard, aber kein Grund für eine Absage. «Jedoch bedeutet das Nein der Kulturstiftung für unser personell definitiv nicht überdotiertes Amt viel Mehraufwand.» Zum Glück hat Stillhard bei den Frauenfelder Gastronomen und Hoteliers Unterstützung für Verpflegung und Übernachtung der Kunstschaffenden gefunden. Bei der Werbung muss vor allem abgespeckt werden. Statt des Programmhefts gibt es nun nur einen einfachen Flyer. Definitiv nicht sparen will Stillhard bei der Entschädigung für die Künstler. Jede und jeder erhält 2000 Franken Spesenentschädigung. Dafür sind die Künstler für Material, Werkzeug und Transporte selber verantwortlich und arbeiten während zehn Tagen öffentlich an ihren Exponaten. Im Bereich der Kunstvermittlung haben sich auch heuer wieder mehrere Schulklassen angemeldet, die von den Künstlern empfangen werden. Und gewiss wird wieder der eine oder andere Spaziergänger, der sich eigentlich nicht für Bildhauerei interessiert, im Murg-Auen-Park innehalten, schauen und ins Gespräch kommen mit den Kunstschaffenden. «Ein niederschwelligerer Zugang zu Kunst ist kaum möglich», sagt Stillhard. Er würde den Anlass eigentlich gerne finanziell breiter abstützen. Aber einerseits fehle die Zeit für das Fundraising bei anderen Förderinstitutionen. Andererseits sei es schwierig, als Stadt bei privaten Stiftungen zu Geld zu kommen. Wiederum könne es sich sein Amt nicht leisten, den Anlass komplett eigenfinanziert durchzuführen.

«Zuständigkeiten klar geregelt in Kulturförderung»

Eine der Begründungen der Kulturstiftung, die Kunst im Park habe zu wenig Ausstrahlung, kann Stillhard nicht nachvollziehen. Sowohl in Sachen Publikum als auch betreffend Programmierung mit Kunstschaffenden auch aus Deutschland und anderen Kantonen habe die Bildhauerwoche eindeutig überregionalen Charakter. «Leider ist es ein Problem der Kulturförderung, dass Institutionen ab und an Förderung mit Kuratierung verwechselten», sagt Stillhard. Bei der Stadt hingegen verstehe er Kulturförderung auch als Dienstleistung. Gioia Dal Molin, Kulturstiftungs-Beauftragte, darf und kann keine stiftungsinterne Entscheide zu Gesuchen kommentieren. «Unser Stiftungsrat ist ein Expertengremium mit fundiertem Wissen», sagt Dal Molin. Auch Stadtpräsident Anders Stokholm ist Stiftungsrat, bei diesem Gesuch musste er aber in den Ausstand treten. Dal Molin würdigt zwar den niederschwelligen Zugang, den die Bildhauerwoche ermöglicht, spricht aber von einem «lokalen Frauenfelder Projekt». Im Übrigen seien die Zuständigkeiten klar geregelt. Die Kulturstiftung sei auf überregionaler respektive kantonaler Stufe aktiv, während lokale und regionale Förderung Sache der Gemeinden und regionalen Kulturpools sei.

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