Glosse

Sittener Trainerposten in Sirnach, Zürcher Einkaufstouristen in Aadorf

Südsicht auf das Hinterthurgauer Transfer-Karussell, das eigentlich überhaupt nichts mit Fussball zu tun hat. Eigentlich.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne

Olaf Kühne

(Bild: Peter Pfistner)

Im Fussball würden wir jetzt von einem «Transfer- Hammer» schreiben: Die Aadorfer Gemeindeschreiberin wechselt nach Sirnach. Die Höhe der Ablösesumme erfahren wir leider erst, wenn beide Gemeinden Ende Jahr ihre Budgets offenlegen. Bleiben wir aber in der Fussballwelt, müssen wir das Amt des Sirnacher Gemeindeschreibers mit dem Trainerposten des FC Sion vergleichen. Der Sirnacher Steuerfuss dürfte also steigen, derjenige von Aadorf sinken.

Dabei ist Aadorf bereits finanziell gesegnet. Gilt doch ab morgen im Kanton Zürich Maskenpflicht im Detailhandel. Damit dürften coronaskeptische Maskenverweigerer aus dem ganzen Eulachtal zum Shoppen nach Aadorf kommen. Die Nafzgers aus Wängi haben das kommen sehen und flugs eine Filiale ihrer Bäckerei eröffnet. Dem Siegeszug ihrer Mosttorte über die Kantonsgrenze steht also nichts mehr im Weg. Zumal Zürich nur den zahnmordenden Tirggel kennt, und Winterthur gar nichts Vergleichbares.

Doch zurück zu den (völlig unsinnigen) Fussballmetaphern. Mit dem Gemeindeschreiberinnen-Wechsel kommt das Hinterthurgauer Transfer-Karussell längst nicht zum Stillstand. Wie nicht anders gewohnt, geht die Sache in Bichelsee-Balterswil ruhig über die Bühne. Der Gemeindepräsident wechselt ablösefrei in den Ruhestand.

Ausserdem steht Eschlikon kurz davor, seinen Präsidenten an die Stadt Wil zu verlieren. Das ist zwar keine Revanche für den abverheiten Champions-League-Campus des FC Wil in Wallenwil. Aber wo wir schon mal bei den Fussballmetaphern sind, konnten wir uns den Gedankensprung einfach nicht verkneifen.