Sirnacher Gemeindeversammlung genehmigt Umbau des Bahnhofplatzes

An der Gemeindeversammlung genehmigten die Sirnacher Stimmbürger das Budget einstimmig. Zudem stimmten sie am Donnerstagabend dem Kredit über rund 750'000 Franken für eine neue Bahnhof-Umgebung zu.

Urs Nobel
Drucken
Teilen
Visualisierung des künftigen Wartebereichs für Sirnacher Buspassagiere. Das Projekt sieht unter anderem auch neue WC- Anlagen vor. (Bild: ZVG)

Visualisierung des künftigen Wartebereichs für Sirnacher Buspassagiere. Das Projekt sieht unter anderem auch neue WC- Anlagen vor. (Bild: ZVG)

Was mit drei weihnachtlichen Liedern der fünften und sechsten Primarklassen vom Schulhaus Grünau den Auftakt machte, endete mit einer ersten Bilanz zur Zufriedenheitsanalyse der Einwohner, über welche Gemeindepräsident Kurt Baumann nicht ohne Stolz informierte. In dieser schnitt Sirnach nämlich sehr gut ab. Dazwischen wurde mit vier Gegenstimmen das Kreditbegehren für einen neuen Busbahnhof sowie das Budget 2019 einstimmig gutgeheissen.

Grössere Investitionen in den nächsten Jahren

Nur 129 der 4850 Stimmberechtigten von Sirnach nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Das verleitete Gemeindepräsident Kurt Baumann zur Frage, ob künftig wohl nur noch Urnenabstimmungen ihre Berechtigung hätten. Er erachte eine Gemeindeversammlung als eine Art Versicherung und Möglichkeit, Informationen aus erster Hand zu erhalten. «Wer eine interessante Anregung hat, wie vermehrt wieder mehr Einwohner an der Versammlung teilnehmen, darf gerne auf mich zukommen», sagte Baumann.

«Wer eine interessante Anregung hat, wie vermehrt wieder mehr Einwohner an der Versammlung teilnehmen, darf gerne auf mich zukommen.»

Dass die Stimmbeteiligung nicht grösser war, lag weniger am allgemeinen Desinteresse der Bevölkerung. Vielmehr daran, dass die Rechnung besser abschliessen wird, als prognostiziert und dass im nächsten Jahr kein allzu grosser Brocken an Investitionen bevorsteht.
Dies dürfte jedoch schon im übernächsten Jahr anders sein. Denn der Finanzplan bis 2023 sieht etliche grössere Ausgaben vor, die eine Erhöhung des Steuerfusses zur Folge haben könnten. Momentan liegt dieser noch bei 150 Prozent. Bei gleichbleibendem Steuerfuss und Inangriffnahme aller geplanten Investitionen würde das Eigenkapital im Jahr 2023 lediglich noch etwas mehr als drei Millionen betragen. Heute sind es noch dreimal mehr.

Trotz dieser Ausgangslage haben die Sirnacher Stimmbürger zum vorgestellten Budget 2019 einstimmig Ja gesagt – ein 30,8-Millionen-Budget mit einem Defizit von 833000 Franken. Die Strassenbeläge beim Bahnhof müssen saniert werden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat entschieden, gleichzeitig die Bahnhofumgebung aufzuwerten. Dabei geht es in erster Linie um einen einladenden Busbahnhof, zu welchem ein Wartehäuschen und eine neue Toilette gehören. Auch auf genügend Veloabstellplätze wurde ein Augenmerk gelegt, ohne dabei zu vergessen, dass der neue Aufenthaltsort eines gewissen Anteiles an Grünflächen bedarf. Nach kurzer Diskussion wurde dem Kreditantrag von 755200 Franken grossmehrheitlich zugestimmt.

Warnung des Schulpräsidenten

Urs Schrepfer, dem Schulpräsidenten, oblag es, innerhalb seines Ressorts die finanziellen Abweichungen des Budget zu demjenigen im Vorjahr zu erklären. Obwohl einige Mehraufwendungen vorgesehen sind, führten seine Informationen zu keinerlei Diskussionen.
Zu Denken geben musste den Anwesenden allerdings des Schulpräsidenten Warnung, dass die Zukunftsperspektiven der Kinder schon im jungen Alter massiv auseinanderdriften würden.

«Es liegt an uns, diesbezüglich grosses Engagement an den Tag zu legen, um die Chancengleichheit unserer Schüler wieder in eine Balance zu bringen.» Ein passables Programm bestehe beispielsweise mit «PAT – Mit Eltern lernen». Es handelt sich dabei um Hausbesuche, Gruppenangebote sowie um soziale Vernetzung. Optimal sei der Beginn eines solchen Programms bereits in der Schwangerschaft. Bei Programmbeginn nach der Geburt sollte das Kind noch nicht älter als vier Monate sein.

Sirnach kommt vorerst ohne Steuererhöhung aus

Der Sirnacher Gemeinderat will die Umgebung des Bahnhofes aufwerten. Über das Vorhaben befindet die Gemeindeversammlung am 13. Dezember genauso wie über ein 30-Millionen-Budget mit einem Defizit.
Olaf Kühne