Sirnach
Stimmfreigabe zur Dreifachturnhalle Birkenweg: Die Grünen machen's wie die Sozialdemokraten

Nach der SP Sirnach beschliessen auch die Grünen Stimmfreigabe zur Dreifachturnhalle Birkenweg. Ortsparteipräsident Andreas Schmidt ist aber als Privatperson ein Befürworter des Neubaus, wie er in seinem Leserbrief schreibt.

Miguel Lo Bartolo
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Visualisierung des Siegerprojektes «Diaphane». Über den entsprechenden Baukredit stimmt Sirnach am 26. September ab.

Visualisierung des Siegerprojektes «Diaphane». Über den entsprechenden Baukredit stimmt Sirnach am 26. September ab.

Bild: PD

Die Sirnacher Grünen haben an ihrer Mitgliederversammlung Stimmfreigabe beschlossen. Das Projekt «Dreifachturnhalle Birkenweg» hat weiterhin nur eine unterstützende Ortspartei: die SVP. Die dazugehörige Tiefgarage lehnen die Grünen klar ab, wie deren Präsident Andreas Schmidt auf Anfrage der «Thurgauer Zeitung» mitteilt. Er sagt:

Andreas Schmidt Präsident Grüne Sirnach und alt Gemeinderat

Andreas Schmidt
Präsident Grüne Sirnach und alt Gemeinderat

Bild: PD
«Die Zukunft verlangt eine andere Form der Mobilität.»

Die Grünen wünschten sich mehr Veloabstellplätze, nach Möglichkeit auch solche für E-Bikes. Ohnehin sei die aktuelle Erschliessung für den Langsamverkehr alles andere als zufriedenstellend. Und auch mit dem veralteten Heizsystem sei man nicht einverstanden. Es sind in erster Linie offenkundig grüne Anliegen, die in der Causa Dreifachturnhalle zu einer Zerstreuung in der Ortspartei führten – aber nicht ausschliesslich.

Wie Alfred Kuhn, Präsident der SP Sirnach, vor ihm begründet auch Andreas Schmidt die Stimmfreigabe seiner Partei einerseits mit den Kosten des Projekts «Diaphane». Andererseits missfalle die Dreifachturnhalle einigen Parteimitgliedern auch ob seiner prunkvollen Erscheinung. Es gebe allerdings auch Stimmen, die behaupten, der filigrane Holzbau sei durchdacht und zeichne sich «durch eine schöne und ansprechende Architektur» aus.

Privat hat Schmidt eine pointiertere Meinung

In seinem Leserbrief, den er der «Thurgauer Zeitung» unlängst zukommen liess, enttarnt sich Schmidt indes – zumindest als Privatperson – als Befürworter des Projekts. Er entkräftet vermeintlich schlagkräftige Argumente der Turnhallengegner. Etwa jenes, dass das Projekt auf untauglichem Boden zu Stande kommen soll. Schmidt kritisiert, dass ebendies an einer vergangenen Gemeindeversammlung explizit verlangt wurde. In seinen Worten:

«Aus den Reihen der heutigen Gegner wurde der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung von 2017 öffentlich aufgefordert, die Halle nicht teilweise auf die Zivilschutzanlage zu stellen.»

Der Boden daneben sei nicht sehr stabil, zum Bau ungeeignet. Das habe man damals bereits gewusst und wollte die Kosten, die der Boden verursachen würde, in Kauf nehmen.

Schmidt schreibt im Leserbrief weiter, die Gegner hätten vielerlei Gründe, gegen den vorliegenden Neubau zu stimmen, aber oft seien es auch «gesuchte». Dass «Diaphane» ein Prestigebau sein soll, anerkennt er nicht: «Die Halle steht am richtigen Ort, sie ist zweckmässig, ohne ein Luxusprojekt zu sein.» Die Sirnacher Grünen mögen sich uneins sein, aber Andreas Schmidt dürfte am 26. September wohl ein Ja in die Urne legen.

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