Sirnach
Männerverein holt Initianten der Justiz-Initiative zurück nach Sirnach

Der erste Anlass des Männervereins Sirnach nach der Coronapause hielt einen prominenten Referenten bereit.

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Initiant Adrian Gasser spricht im Sirnacher «Engel» zu den Mitgliedern des Männervereins.

Initiant Adrian Gasser spricht im Sirnacher «Engel» zu den Mitgliedern des Männervereins.

Bild: PD

Jüngst fand nach längerem Unterbruch wieder ein Anlass des Männervereins Sirnach statt. 41 Teilnehmer trafen sich im Saal des Gasthauses Engel und Präsident Matthias Erne freute sich sichtlich, den angekündigten Referenten Adrian Gasser vorzustellen. Viele kennen Adrian Gasser noch als langjährigen Sirnacher. Schlagzeilen macht der Wahl-Obwaldner aber als Initiant der Justiz-Initiative, über die am 28. November abgestimmt wird.

Das Thema des Vortrages lautete: «unabhängige Bundesrichter». Genau darum geht es in seiner Initiative. Einleitend erklärte er die Gründe, welche zu dieser Justiz-Initiative führten. Adrian Gasser ist der Meinung, dass das heutige System der Bundesrichterwahl nicht gut ist, da offensichtlich die Parteizugehörigkeit bei den Wahlen zum Bundesrichter stark mitspiele und darum nicht die Fähigsten und Reifsten den Weg nach Lausanne finden. Auch hätten Turbulenzen um die Bundesanwaltschaft, die Causa Vincenz und die Swissair dazu beigetragen, dass bei der Bevölkerung das Vertrauen in die Rechtsprechung bröckelt.

Politik und Justiz verwoben

Lebhaft zeigte Adrian Gasser an Beispielen, wie stark Politik und Justiz verwoben sind. Gerade ein Bundesrichter muss neutrale und unabhängige Urteile fällen können. Dies jedoch sei schwierig, wenn man im Hintergrund noch eine Partei hat, die allenfalls eigene Interessen verfolgt und entsprechend Druck ausübt.

Stattdessen soll eine vom Bundesrat eingesetzte Kommission die Kandidaten für dieses Amt auf ihre Eignung überprüfen. Mit Losentscheid soll dann aus den Besten und nach Berücksichtigung der Landesgegend, der Sprache und des Geschlechtes et cetera der neue Bundesrichter oder die neue Bundesrichterin ermittelt werden.

Dieses Vorgehen habe den Vorteil, dass durch Los gewählte Bundesrichter das Amt mit Demut antreten, da sie genau wüssten, dass weitere Kandidaten ebenfalls die geforderte Befähigung hätten. Grundsätzlich ist das schweizerische Gerichtswesen gut, meinte Adrian Gasser. Es sei jedoch so, dass gewisse Urteile sehr von Beziehungen, Geld und Macht abhängen.

Die lebendige Diskussion und der Applaus zeigten, dass der Referent den Nerv getroffen hatte. Zum Schluss sagte er:

«Prüfen Sie, ob die Lösung der Justiz-Initiative schlechter ist als das Bisherige. Wenn nein, wählen Sie das Bessere.»

Der Vorstand des Männervereins «feierte» das erste Treffen nach der Coronapause und servierte den Anwesenden im Anschluss eine Käse- und Speckplatte. Dazu mundete ein feiner Rot- oder Weisswein, den Adrian Gasser mitgebracht hatte.

Das nächste Treffen des Männervereins findet am 16. November im Gasthaus Engel statt mit einem Referenten der Stadtpolizei Zürich zum Thema «Bekämpfung des internationalen Drogenhandels». (red)

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