Sirnach
Ein Jahr im Verzug: Einsprachen verhindern bisher die Neugestaltung der Winterthurerstrasse

Der Sirnacher Ortsdurchfahrt stehen gleich mehrere bauliche Änderungen bevor. Mit der Neugestaltung der westlichen Winterthurerstrasse hätte aber bereits vor einem Jahr begonnen werden sollen.

Roman Scherrer
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Das Betriebs- und Gestaltungskonzept Winterthurerstrasse Ost dürfte – unter anderem am Kirchplatz – zu einer Verkehrsberuhigung führen.

Das Betriebs- und Gestaltungskonzept Winterthurerstrasse Ost dürfte – unter anderem am Kirchplatz – zu einer Verkehrsberuhigung führen.

Bild: Olaf Kühne
(30. Juni 2016)

Ziemlich genau seit einem Jahr rollt der Verkehr auf der Spange Hofen. Und die Sirnacher Umfahrung hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Messungen des kantonalen Tiefbauamts haben auf der Winterthurerstrasse im Ortsteil Hofen eine deutliche Verkehrsentlastung gezeigt, berichtet Gemeindepräsident Kurt Baumann. «Die Werte sind sogar besser, als sie für die Abstimmungsbotschaft berechnet worden sind.»

Das geringere Verkehrsaufkommen wird nicht die einzige Änderung auf der Winterthurerstrasse bleiben. Deren Umgestaltung – vom provisorischen Q20-Kreisel bis zur Umfahrung – haben die Sirnacher 2015 mit der Zustimmung zum Projekt «Spange Hofen Plus» bewilligt. Aus der heutigen Hauptstrasse wird eine 30er-Zone mit mehr Platz für Fussgänger und Velofahrer.

«Es war eigentlich vorgesehen, dass diese Arbeiten nach der Eröffnung der Spange Hofen starten», erklärt Baumann. Einsprachen verhinderten bisher aber den Baustart. «Wir haben jedoch gute Gespräche geführt mit den Einsprechenden», sagt Raffaele Landi, Abteilungsleiter Planung und Verkehr beim kantonalen Tiefbauamt, auf Anfrage. Zur Anzahl der Einsprachen und deren Inhalt will er keine Angaben machen.

«Wir sind aber auf gutem Weg.»
Daniele Landi erklärt 2017 an einem Infoanlass das «Projekt Spange Hofen» Plus im Mehrzweckraum des Sirnacher Werkhofs.

Daniele Landi erklärt 2017 an einem Infoanlass das «Projekt Spange Hofen» Plus im Mehrzweckraum des Sirnacher Werkhofs.

Bild: Roman Scherrer (30. November 2017)

Einen Einfluss auf das Projekt für die westliche Winterthurerstrasse wird der provisorische Q20-Kreisel haben. An der Gemeindeversammlung vom 7. Juni werden die Sirnacher darüber befinden, ob er durch einen Kreisel mit deutlich grösserem Radius ersetzt werden soll. Nachdem die Stimmbürger diesen Plan im November 2019 mit einem Zusatzkredit für die« Spange Hofen Plus» bachab schickten, überzeugte die Sirnacher FDP einen Monat später eine Mehrheit der Gemeindeversammlung mit ihrem Antrag, erneut, aber separat über den Kreisel abzustimmen.

Weil seither pandemiebedingt keine Gemeindeversammlung mehr in Sirnach stattfand, steht die Entscheidung noch aus. «Die Neugestaltung der Winterthurerstrasse West werden wir so planen, dass wir auf jede Situation beim heutigen provisorischen Kreisel reagieren können», erklärt Raffaele Landi.

An der heutigen Sirnacher Ortsdurchfahrt ist zudem eine weitere grosse Anpassung vorgesehen. Als Bestandteil des Agglomerationsprogramms der dritten Generation soll nämlich auch das Ortszentrum verkehrsberuhigt und umgestaltet werden. Das sogenannte Betriebs- und Gestaltungskonzept Winterthurerstrasse Ost umfasst den Abschnitt vom Kreisel-Provisorium bis zum alten Gemeindehaus an der Wilerstrasse.

«Weil das Projekt Teil des Agglomerationsprogramms der dritten Generation ist, muss der Baustart bis 2025 erfolgen», erklärt Landi. Demnächst werde man nun mit Vertretern der Gemeinde mehrere Workshops durchführen, um die Sirnacher Interessen zum Vorhaben in Erfahrung zu bringen.

Kurt BaumannGemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann
Gemeindepräsident Sirnach

Bild: Donato Caspari

Zu diesem Zweck hat der Gemeinderat vier Personen als Interessenvertreter ernannt: Claudio Fuchs, Gemeinderat und Ressortvorsteher Tiefbau und Verkehr, Roland Brändli, Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften, Jürg Messmer, Bereichsleiter Tiefbau, Verkehr und Entsorgung, sowie Gemeindepräsident Kurt Baumann. Letzterer sagt:

«Für uns wird es unter anderem darum gehen, raumplanerische Aspekte einzubringen, aber auch Anliegen zu Verkehrs- und Schulwegsicherheit.»

Sobald die ersten Entwürfe vorliegen, werde man die Bevölkerung miteinbeziehen. Das letzte Wort in dieser Sache werden ohnehin die Stimmbürger haben. Sie werden über den Kredit für den Gemeindeanteil an den Gesamtkosten befinden. Bund, Kanton und Gemeinde teilen sich die Summe zu je einem Drittel.