Sirnach
Die Präsidentin des Tierschutzvereins bleibt nun doch länger, als sie eigentlich wollte

Ihr Amt als Präsidentin des Tierschutzvereins Sirnach und Umgebung wollte Elsbeth Tromp eigentlich bereits abgeben. Doch die Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

Christoph Heer
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Elsbeth TrompPräsidentin Tierschutzverein Sirnach und Umgebung

Elsbeth Tromp
Präsidentin Tierschutzverein Sirnach und Umgebung

Bild: PD

In ihrem Jahresbericht des vergangenen Jahres hat sie eigentlich geschrieben, dass sie ihr Amt gerne abgeben möchte. Doch Corona verhinderte Elsbeth Tromps Rücktritt als Präsidentin des Tierschutzvereins (TSV) Sirnach und Umgebung. Denn die Jahresversammlung hat nicht stattfinden können.

«Automatisch bin ich Präsidentin geblieben», sagt Tromp. «Zudem hat sich meine geplante Nachfolgerin zurückgezogen. Mir wird jedoch klar, dass mir der Tierschutz immer noch viel bedeutet und ich in Larissa Bombelli eine neue Betreuerin der Geschäftsstelle habe, die ihre Sache ungemein gut macht.» Als Pensionierte hat Elsbeth Tromp ununterbrochen grosse Freude an ihrer Arbeit und betont, dass ihr Team im Miteinander auch in Zukunft «Bäume ausreissen» kann.

Nach wie vor leben in der Region viele herrenlose Katzen. Tromp berichtet:

«Wir haben zunächst arbeitsmässig vom Lockdown nichts gespürt, im Gegenteil.»

Sie habe das Gefühl, die unzähligen herrenlosen Katzen hätten noch mehr Zeit, sich zu vermehren. «Und schliesslich verursacht so jedes einzelne Tier Mehrkosten. Diese können wir nur dank unserer Mitglieder und Spender tilgen», sagt Elsbeth Tromp.

Larissa Bombelli Geschäftsstellenleiterin Tierschutzverein Sirnach und Umgebung

Larissa Bombelli Geschäftsstellenleiterin Tierschutzverein Sirnach und Umgebung

Bild: PD

Wie wichtig die Arbeit des TSV Sirnach und Umgebung ist, erklären die Zahlen von Geschäftsstellenleiterin Larissa Bombelli. «Im Jahr 2020 hatten wir rund 120 Katzen, zwei Schildkröten, ein Eichhörnchen, eine Entenfamilie, zwei Mäusebussarde und viele mehr in unserer Obhut.» Auch die Zahl der Kastrationen auf den Bauernhöfen schnellt nach oben. «Wir übernahmen Kastrationsteilkosten von 95 Tieren, davon waren 45 Katzen», erklärt Bombelli.

Kassier tritt kürzer

Der Tierschutzverein Sirnach und Umgebung schreibt in der Jahresrechnung 2020 eine schwarze Null. «Es war eine neutrale Angelegenheit mit einem kleinen Gewinn von 960 Franken», sagt Kassier Rolf Stocker.

Es ist wohl seine letzte öffentliche Aussage, was die finanzielle Lage des Vereins betrifft. «Ich trete als Kassier zurück, bleibe dem Verein jedoch in beratender Funktion im Vorstand für ein Jahr erhalten.» Nach 16 Jahren will Stocker Jüngeren Platz machen. «Es war eine tolle Zeit, in welcher ich überhaupt nichts missen möchte», sagt er.