Sirnach
Alles unter einem Dach: Die Murg-Stiftung kann ihr neues Zuhause beziehen

Die Murg-Stiftung hat in Littenheid feierlich ihr neues «Haus am Weg» eröffnet. Es bietet Platz für 32 Bewohner mit psychischen Beeinträchtigungen. Der Umbau des Gebäudes kostete rund 2,5 Millionen Franken.

Roman Scherrer
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Bei der offiziellen Schlüsselübergabe für das «Haus am Weg»: Christof Gisler, Geschäftsführer Murg-Stiftung; David Bosshard, CEO Clienia-Gruppe und Hans Schwyn, Stiftungsratspräsident Murg-Stiftung.

Bei der offiziellen Schlüsselübergabe für das «Haus am Weg»: Christof Gisler, Geschäftsführer Murg-Stiftung; David Bosshard, CEO Clienia-Gruppe und Hans Schwyn, Stiftungsratspräsident Murg-Stiftung.

Bild: Roman Scherrer

Aus mehreren Mündern ertönt gleichzeitig ein lautes «Boah». Es ist die spontane Reaktion von Bewohnern der Murg-Stiftung auf die von Stiftungsratspräsident Hans Schwyn genannten 2,5 Millionen Franken. So viel hat der Umbau des ehemaligen Hauses Waldegg der Clienia Littenheid AG gekostet. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit können die Verantwortlichen am Dienstagmorgen das «Haus am Weg» feierlich eröffnen, es ist das neue Zuhause der Murg-Stiftung und ihrer Bewohner.

Einen grossen Weg muss die Stiftung beim Umzug ins neue Gebäude nicht zurücklegen, war sie doch bereits auf dem Clienia-Gelände angesiedelt. Allerdings waren die Wohneinheiten hier bisher auf zwei Häuser verteilt, in einem weiteren befand sich das Verwaltungsbüro. Das Haus am Weg vereint nun diese drei Einheiten der Murg-Stiftung unter einem Dach und gibt ihr ein neues Gesicht.

Die Freude darüber ist allen Beteiligten anzusehen, selbst die Masken können es nicht verbergen. «Das ist ein Meilenstein für unsere Stiftung», betont Hans Schwyn in seiner Rede.

«Wir haben nun einen zeitgemässen Komfort.»

Beim Rundgang im Innern des Hauses erhalten diese Worte Bestätigung, immer wieder ist von Besuchern, die sich ein Bild von den grosszügigen Räumlichkeiten machen, das Wort «schön» zu hören.

Christof GislerGeschäftsleiter Murg-Stiftung

Christof Gisler
Geschäftsleiter Murg-Stiftung

Bild: Roman Scherrer

Auf drei Stockwerken befinden sich möblierte Studios und Einzelzimmer für 32 Bewohnerinnen und Bewohner. Fast alle Zimmer unterscheiden sich aufgrund ihrer Lage und Grösse voneinander. Das sei auch wichtig, erklärt Christof Gisler, Geschäftsführer der Murg-Stiftung:

«Einige Personen fühlen sich zum Beispiel geborgener in einem kleineren Zimmer.»
Blick in eines der insgesamt 32 Zimmer im «Haus am Weg».

Blick in eines der insgesamt 32 Zimmer im «Haus am Weg».

Bild: Roman Scherrer

Für die Zuteilung habe man mit den Bewohnern zuvor einen Rundgang gemacht. «Sie konnten daraufhin drei Wünsche abgeben», berichtet Gisler. In den allermeisten Fällen habe man gar die ersten Wünsche erfüllen können. Die Zimmer sind modern und schlicht eingerichtet, jedes verfügt über eine eigene Nasszelle. Und alle erfüllen sie die Vorschriften, welche das Raumprogramm des kantonalen Sozialamts festhält, betont Schwyn.

Auf den drei Stockwerken befinden sich zudem grosse Küchen sowie mehrere helle Gemeinschaftsräume. Freuen dürfen sich die Bewohner zudem über eine «kleine Wellness-Oase», wie Gisler den Raum nennt. Hier steht zur Entspannung eine Badewanne bereit.

Blick in einen Gemeinschaftsraum.

Blick in einen Gemeinschaftsraum.

Bild: Roman Scherrer

Noch sei die Einrichtung nicht komplett abgeschlossen, sagt Gisler. So etwa die Tagesstätte, welche sich nebst der Verwaltung im Dachgeschoss befindet. «Für mich ist das ein riesiges Geschenk, dass ich nun im gleichen Haus bin wie das Team und die Klienten», schwärmt Gisler.

Name hat zwei Bedeutungen

Das Haus am Weg hat seinen Namen einerseits aus optischen Gründen, erklärt der Geschäftsführer. Gemeint ist der Weg, der zum Gebäude und weiter in den Wald führt. «Aber auch, weil wir die Leute auf ihrem Weg begleiten. Denn rund ein Drittel unserer Klienten ist hier beheimatet.»

Das Haus, in dem er vor rund 30 Jahren als Pfleger zu arbeiten begonnen hatte, möchte Gisler mit seinem Team weiteren Interessierten vorstellen. Zu diesem Zweck plant die Murg-Stiftung am 1. Juni einen Tag der offenen Tür.

Ursprung in der Klinik

Die Murg-Stiftung wurde 1979 vom damaligen Inhaber der psychiatrischen Klinik Littenheid Hans Schwyn gegründet. In den ersten Jahren auf psychiatrische Langzeitpatienten ausgerichtet, hat sie heute den Status eines Wohnheims mit integrierter Beschäftigung für psychisch beeinträchtigte Personen und beschäftigt 25 Mitarbeiter. Nebst den 32 Einzelzimmern im Haus am Weg verfügt die Stiftung über zwei Wohnungen in Busswil und Littenheid für selbstständiges Wohnen mit Betreuung. (red)