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Sie sind ja zufrieden: Thurgau fördert Teilzeitarbeit für Väter nicht speziell

Der Regierungsrat hält wenig von einem speziellen Förderprogramm, das Vätern vermehrt Teilzeit ermöglicht. Gemäss Umfragen in der Kantonsverwaltung arbeiten die meisten Mitarbeiter in einem Pensum, das ihnen passt.
Thomas Wunderlin
Junge Väter möchten gern Zeit mit ihren Kindern verbringen; die Frage ist, wie viel. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Junge Väter möchten gern Zeit mit ihren Kindern verbringen; die Frage ist, wie viel. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Ein breites Bedürfnis nach vermehrter Teilzeitarbeit von Vätern liegt nicht vor. Zu diesem Schluss kommt der Thurgauer Regierungsrat aufgrund der Personalbefragungen der Kantonsverwaltung 2011 und 2015. Der Regierungsrat stützt sich ersatzweise darauf, da es keine Umfragen bei den Thurgauer Vätern im Allgemeinen gibt.

«Beinahe alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter» der Kantonsverwaltung hätten angegeben, «den Beschäftigungsgrad sowie das Aufgabengebiet gut oder voll und ganz vereinbaren zu können», schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage von vier SP-Kantonsrätinnen.

Trend geht zu Teilzeitvätern

Marina Bruggmann (Salmsach), Sonja Wiesmann (Wigoltingen), Nina Schläfli und Edith Wohlfender (beide Kreuzlingen) wollten wissen, wie der Kanton die Teilzeitarbeit von Männern fördert.

Nach ihrer Meinung geht der gesellschaftliche Trend dahin, dass junge Familien die Erwerbsarbeit und somit das Einkommen partnerschaftlich aufteilen wollen. Forschungsergebnisse zeigten auf, dass junge Väter «eine frühe, präsente Vaterschaft» wünschten. Fast alle Befragten möchten gern eine Arbeitsreduktion auf 80 Prozent, damit sie bereits mit ihren Kleinkindern mehr Zeit verbringen können. Doch zu oft gelte Teilzeitarbeit als Karrierebremse.

Der Kanton in seiner Funktion als grosser Arbeitgeber verfügt nicht über ein explizites Förderprogramm bezüglich Teilzeitarbeit bei Männern, schreibt der Regierungsrat. Diese werde erfolgreich in der Verantwortung der operativen Führungsarbeit ermöglicht, wenn der Betrieb es zulasse.

Förderung nur für beide Geschlechter

Falls der Kanton Teilzeitarbeit aktiv fördern würde, müsste er es «wenn schon ohne geschlechtsspezifische Ausrichtung erfolgen». Andernfalls würde er gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossen. Zur Förderung von Teilzeitarbeit in der Thurgauer Wirtschaft habe der Kanton «aktiv wirkungsvolle, punktuelle Massnahmen» ergriffen.

SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann setzt sich für Teilzeitarbeit ein. (Bild: PD)

SP-Kantonsrätin Marina Bruggmann setzt sich für Teilzeitarbeit ein. (Bild: PD)

«Das ist Theorie», kommentiert die Fragestellerin Marina Bruggmann die regierungsrätliche Antwort, «die Praxis sieht anders aus».

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