Siedlungsentwicklung
Die Gemeinde Schlatt will bei der Revision der Kommunalplanung Wohnzone von Mettschlatt nach Unterschlatt verlagern

In Schlatt dürfen keine neuen Bauzonen ausgeschieden werden. Die Siedlungsentwicklung wird nun nach innen gelenkt. Das Vorhaben stösst jedoch auf Kritik: Es sind sieben Einsprachen eingetroffen.

Thomas Güntert
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In Mettschlatt soll ein Teil vom Schetterenberg ausgezont und die landschaftlich prägenden Obstbäume der Landwirtschaft zugewiesen werden.

In Mettschlatt soll ein Teil vom Schetterenberg ausgezont und die landschaftlich prägenden Obstbäume der Landwirtschaft zugewiesen werden.

Bild: Thomas Güntert
Marianna Frei, Gemeindepräsidentin von Schlatt

Marianna Frei, Gemeindepräsidentin von Schlatt

Reto Martin

«Die grundlegenden Änderungen der revidierten Kommunalplanung sind, dass wir Wohn-, Misch- und Zentrumszonen um 10,6 Hektaren reduzieren müssen», sagt Gemeindepräsidentin Marianna Frei. Weil die Gemeinde Schlatt für das prognostizierte Bevölkerungswachstum bis 2040 über genügend Baulandreserven verfügt, dürfen keine neuen Bauzonen ausgeschieden, sondern es müssen die bestehenden Richtplangebiete für Wohnen vollständig aufgehoben werden. Und die Siedlungsentwicklung muss zudem in den nächsten Jahrzehnten nach innen gelenkt werden.

Alte Obstbäume prägen den ländlichen Charakter

Im Rahmen der Revision der Kommunalplanung soll der Gestaltungsplan Schetterenberg aufgehoben werden, der in Mettschlatt rund 11'000 Quadratmeter Wohnzone W 1 umfasst. Das Thurgauer Amt für Raumentwicklung hat vorgeschlagen, die Wohnzone W 1 an einen besser nutzbaren Ort zu verlagern oder offenzulegen, inwiefern sich diese Bauzone an raumplanerisch sachgerechter Lage befindet. Die rund 9500 Quadratmeter grosse Parzelle 1067 ist im Gemeindebesitz und umfasst 4763 Quadratmeter Wohnzone 1.

Die restlichen Parzellen 1065 und 1066 sind in Privatbesitz. Der Gemeinderat will das mit 4763 Quadratmetern ausgewiesene Bauland der Parzelle 1067 im Zuge der Kommunalplanrevision auszonen und die entsprechende Fläche im Gebiet Jetelburg in Unterschlatt als Wohnzone 2 einzonen. Die über die Hügelkuppe nach Süden in ein landschaftlich unverbautes Gebiet ragende Parzelle 1067 soll mit ihrer erhaltenswerten und landschaftsprägenden Hochstamm-Obstanlage der Landwirtschaft zugewiesen werden. Für die beiden weniger exponierten privaten Parzellen wird die bestehende Zonierung Wohnzone W 1 mit Gestaltungsplanpflicht hingegen weiterhin als zweckmässig angesehen.

Neue Einzonung stösst auf Kritik

Während der Offenlegung der Revision zur Kommunalplanung gab es sieben Einsprachen, die sich hauptsächlich auf die Umzonung der Bauparzelle Schetterenberg bezogen. Dazu ging auch eine Sammeleinsprache mit 58 Unterzeichnenden ein, in der es hiess, dass die Parzelle 429 im Jetelburg für eine Bebauung nicht geeignet sei, weil es sich in der ehemaligen Kiesgrube um eine Vertiefung der Landschaft handelt.

Die Einsprüche beziehen sich grösstenteils auf die Einzonung in Unterschlatt. Der Standort Jetelburg soll in der jetzigen Form als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben.

Die Einsprüche beziehen sich grösstenteils auf die Einzonung in Unterschlatt. Der Standort Jetelburg soll in der jetzigen Form als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben.

Bild: Thomas Güntert

Die Parzelle 429 befindet sich an der Kundelfingerstrasse und grenzt in nördlicher Richtung an das besiedelte Gebiet. Marianna Frei bemerkt, dass bei der angedachten Umzonung lediglich 4700 der Gesamtfläche von 7500 Quadratmetern beansprucht würden. Weil eine Bebauung massive Terrainveränderungen mit sich bringen würde, wurde das Vorhaben in den Einsprüchen vor allem raumplanerisch als nicht sinnvoll erachtet. Begründungen des Natur- und Heimatschutzes sollen zudem dazu führen, dass der Standort Jetelburg in der jetzigen Form als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleibt.