Sie wollen nichts unversucht lassen: Die Mitglieder des FC Steckborn kämpfen weiter um ihren Sportplatz – jetzt mit einen vierseitigen Brief an den Regierungsrat

Der FC Steckborn untermauert seine Argumente für den geplanten Sportplatz. Dazu benötigt es aber zuerst grünes Licht vom Kanton für eine Einzonung. Deshalb haben die Steckborner nun Post an Regierungsrätin Carmen Haag verschickt.

Samuel Koch
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Der heutige Fussballplatz mit Clubhaus entlang der Sportplatzstrasse im Gebiet Emmig. Auf den Parzellen dahinter soll der neue Sportplatz entstehen.

Der heutige Fussballplatz mit Clubhaus entlang der Sportplatzstrasse im Gebiet Emmig. Auf den Parzellen dahinter soll der neue Sportplatz entstehen.

(Bild: Andrea Stalder)

Nichts unversucht lassen. Das wollen die Mitglieder des FC Steckborn, die sich kürzlich zu einer Sportplatzkommission formiert haben. Marco Mancuso, Präsident des FC Steckborn, sagt:

Marco Mancuso, Präsident FC Steckborn.

Marco Mancuso, Präsident FC Steckborn.

(Bild: PD)
«Wir möchten für unser dringliches Anliegen kämpfen.»

Er setzt sich mit seinen Kollegen an vorderster Front für den geplanten Sportplatzes im Gebiet Emmig am Ortsausgang in Richtung Hörhausen ein.

Übersichtskarte aus dem Planungsbericht der Stadt Steckborn von Anfang Jahr.

Übersichtskarte aus dem Planungsbericht der Stadt Steckborn von Anfang Jahr. 

(Bild: Screenshot)

Für das Projekt Sportplatz notwendig ist die Einzonung von zirka 1,5 Hektaren Landwirtschaftsland aus einer zweckgebundenen Schenkung. Zur Einzonung muss aber der Kanton noch grünes Licht geben, nachdem er vor zwei Jahren mit der abgeschlossenen Teilrevision des kantonalen Richtplans bereits die Weichen stellte.

Seit Februar jedoch steht das Amt für Raumentwicklung einer Einzonung im Vorprüfungsbericht plötzlich kritisch gegenüber, woraufhin die Kommunalbehörde nochmals über die Bücher musste und den Planungsbericht überarbeitete.

Politiker, Unternehmer und Verband stehen dahinter

Der eigens gebildeten Sportplatzkommission gefällt die Ehrenrunde via Frauenfeld nicht, weshalb sie ihre Argumente in einem vierseitigen Brief zuhanden der zuständigen Regierungsrätin Carmen Haag verfasst und mittlerweile abgeschickt hat.

Darin legt sie erneut ihre Argumente für den neuen Sportplatz und die notwendige Einzonung dar, wie etwa die engen Platzverhältnisse, das in die Jahre gekommen Clubhaus und die fehlenden Ausweichmöglichkeiten. Im Schreiben, das der Redaktion vorliegt, heisst es:

«Der FC Steckborn möchte Ihnen mit diesem Anschreiben verdeutlichen, wie wichtig ein neuer Sportplatz für Steckborn und die gesamte Region Untersee ist.»

Unterzeichnet ist der Brief unter anderem vom Stadtpräsidenten Roman Pulfer, von Gemeindepräsidenten umliegender Gemeinden, von Inhabern ansässiger Grossfirmen oder auch von einem Vertreter des Ostschweizer Fussballverbandes. «Die Zeit drängt», sagt FC-Präsident Mancuso. Denn die Schenkung ist zeitlich beschränkt bis ins Jahr 2023.

Einzonungen als «heilige Kuh»

Dass die Zeit drängt, weiss auch Bauverwalter Egon Eggmann, der seit der Überstellung des überarbeiteten Planungsberichts ans Departement für Bau und Umwelt (DBU) Ende Februar bisher lediglich die per Anfang März erfolge Eingangsbestätigung erhalten hat. «Bei solchen Einzonungen handelt es sich um eine heilige Kuh», sagt Eggmann.

Egon Eggmann, Bauverwalter Steckborn.

Egon Eggmann, Bauverwalter Steckborn.

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Mit Stadtpräsident Pulfer hat er schriftlich erneut den Bedarfsnachweis erbracht. «Es handelt sich um fachliche Faktoren, die wir erneut gut und noch ausführlicher begründet haben», sagt Eggmann. Die raumplanerische und politische Angelegenheit sei nun Sache des Kantons.

«Wir hoffen, dass wir bald mit einem positiven Entscheid rechnen dürfen.»

Denn bis zu einem möglichen Bau des Sportplatzes benötigt es öffentliche Auflagen, entsprechende Einspracheverfahren und mit Sicherheit eine kommunale Volksabstimmung.

Warten auf den politischen Entscheid aus Frauenfeld

Regierungsrätin Carmen Haag bestätigt zwar den Eingang des Briefs aus Steckborn. Mehr kann sie zum Verfahren aber nicht sagen, auch inhaltlich nicht. Haag erläutert:

Carmen Haag, Departementsvorsteherin Bau und Umwelt.

Carmen Haag, Departementsvorsteherin Bau und Umwelt.

(Bild: PD/Kirsten Oertle)
«Zurzeit laufen die internen Abklärungen.»

Das Amt für Raumplanung und Entwicklung werde das Gesuch sorgfältig prüfen und dann die Gemeinde informieren.

So viel Geduld haben die Verantwortlichen in Steckborn kaum. «Der Bau eines neuen, zeitgemässen Sportplatzes, von welchem im Übrigen auch andere Vereine profitieren können, ist dringend notwendig», sagt FC-Präsident Mancuso.

Dafür benötigt Steckborn aber zunächst grünes Licht aus der Kantonshauptstadt. Der Steckborner Bauverwalter Egon Eggmann jedenfalls ist bereit und freut sich auf baldige Post aus Frauenfeld.