Sicherheit
«Massenpanik verhindern»: An der Kantonsschule Frauenfeld geht es um Strategien gegen einen Blackout

Vom 27. September bis zum 1. Oktober ist an der Kantonsschule Frauenfeld die Sicherheitswoche über die Bühne gegangen. Das Hauptthema war die Stromverknappung und deren strategische Überwindung.

Kim Ariffin
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Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Lösungsvorschläge für den Fall eines möglichen Blackouts.

Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Lösungsvorschläge für den Fall eines möglichen Blackouts.

Bild: Olaf Kühne

Die Idee für die Sicherheitswoche ist nach einem Referat der Bundesrätin Viola Amherd und dem darauffolgenden Gespräch zwischen dem Projektleiter Peter Wiedl und hohen Stabsoffizieren der Schweizer Armee entstanden. Wiedl sagt:

Peter Wiedl, Projektleiter der Sicherheitswoche.

Peter Wiedl, Projektleiter der Sicherheitswoche.

Bild: Olaf Kühne
«Das Ziel dahinter ist, die jungen Menschen für die grosse Bedeutung der Sicherheit in diesem Land zu sensibilisieren.»

Während der Sicherheitswoche haben jeweils vier bis fünf Schülerinnen und Schüler eine Taskforce gebildet und die Aufgabe erhalten, ihre eigenen Lösungsvorschläge für den Fall einer Stromverknappung zu erarbeiten. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen sollte ein vollständiger und lange anhaltender Stromausfall, ein sogenannter Blackout, verhindert werden. Sie überlegten sich ebenfalls Strategien für die Überwindung eines solchen Notstandes. Die Interessierten hatten sich im Juni freiwillig zur Teilnahme eingeschrieben. Dabei gab es ein Limit von 20 Leuten. Nach drei Tagen Vorbereitungszeit haben die vier Gruppen am Donnerstag ihre Lösungsvorschläge präsentiert.

Wasser- und Nahrungsmittelversorgung sicherstellen

Die Schülerinnen und Schüler haben mit Hilfe von Präsentationen und Plakaten ihre Ideen vorgestellt. Nebst den unterschiedlichen Vorgehensweisen sind sie sich in den wichtigsten Aspekten einig. Im Falle eines Blackouts wäre die Aufrechterhaltung der Wasser- und Nahrungsmittelversorgung äusserst wichtig. Ohne Wasserversorgung gäbe es einen Mangel an Hygiene und Seuchen könnten sich deswegen schneller ausbreiten. Dies erläutert ein Schüler wie folgt:

«Der menschliche Körper benötigt genug Wasser und Nahrung. Ansonsten würde er die Situation nicht lange überstehen.»

Durch Instruktionen des Staats sollten Hamsterkäufe vermieden werden, damit alle Haushalte angemessene Nahrungsvorräte besitzen. Über Internetportale wie zum Beispiel die sozialen Medien könnte der Staat die Bevölkerung auf dem Laufenden halten und Anweisungen geben. Instruktionen über das Radio und das Fernsehen wären ebenfalls von zentraler Bedeutung. Explizite Verbote würden jedoch nicht zur Situation beitragen. Eine Schülerin erklärt:

«Das Vertrauen der Bevölkerung ist besonders wichtig. Es fördert den gegenseitigen Zusammenhalt und verhindert den Ausbruch einer Massenpanik.»

Zudem sollte der Staat die Sicherheit im Verkehr weiterhin gewährleisten. Allfällige Warnmeldungen könnten zwar für Ärgernis sorgen, sie würden jedoch für einen besseren Überblick im Verkehrsnetz sorgen.

Ein Schüler stellt seine Ideen zum Thema Stromverknappung vor.

Ein Schüler stellt seine Ideen zum Thema Stromverknappung vor.

Bild: Olaf Kühne

Siegerkürung der besten Taskforce

Damit es erst gar nicht zu einer solchen Krise kommt, können die Leute schon jetzt gewisse Massnahmen vorbereiten. Dazu gehört zum Beispiel ein reduzierter Stromverbrauch. Eine Informationskampagne über eventuelle Notstände wäre ebenfalls hilfreich.

Am Donnerstagnachmittag hat die Kürung der besten Taskforce stattgefunden. Anhand diverser Kriterien wie Machbarkeit, Umfang, Plausibilität und Sinn hat sich die Projektleitung für die Siegergruppe entschieden. Die Regierungsrätin und Sicherheitsdirektorin Monika Knill sowie die Kantirektorin Chantal Roth sind vor Ort gewesen. Die beste Gruppe hat den Auftrag erhalten, eine fiktive Botschaft an die Bevölkerung zu filmen. Ein professioneller Videoeditor ist ihnen dabei zur Verfügung gestanden. Die drei anderen Gruppen haben mit den Leuten in der Stadt Interviews zu diesem Thema durchgeführt.

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