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Langrickenbach schenkt Bundesrat Parmelin eine Bank, die er nicht mitnehmen darf

Guy Parmelin spannt in seiner 1.-August-Ansprache in Langrickenbach den Bogen vom Bundesbrief zur Milizarmee. Die Landgemeinde auf dem Thurgauer Seerücken begeht gleichzeitig die Bundesfeier und ihr 20-Jahr-Jubiläum.
Thomas Wunderlin
Bundesrat Guy Parmelin macht gute Miene zum bösen Spiel. (Bild: Reto Martin)

Bundesrat Guy Parmelin macht gute Miene zum bösen Spiel. (Bild: Reto Martin)

Auch wenn die Rede des Bundesrats vergessen werden sollte, die Sitzbank bleibt, die an seinen Besuch erinnert. Albert Stäheli, der Präsident des Organisationskomitees der Langrickenbacher Erst-August-Feier, präsentierte die Holzbank als Geschenk an Guy Parmelin. Der SVP-Magistrat schien sich darüber zu freuen. Doch da fügte Stäheli an: «Dieses Geschenk bleibt in der Gemeinde.» Am Panoramaweg in Herrenhof sei sein Platz.

Parmelin hatte sich am Dienstag, 31. Juli, gegen 18.30 Uhr im Festzelt in Herrenhof eingefunden, wo die Gemeinde zugleich ihr 20-Jahr-Jubiläum beging. Mit dem Helikopter war er in einer Nachbarsgemeinde gelandet. Begleitet von seiner Frau sass er bei brütender Hitze in einem kurzärmeligen schwarzen Hemd zusammen mit 500 weiteren Besuchern an den Festbänken. Wein und Würste wurden serviert von Helfern in roten ­T-Shirts mit der Aufschrift «Chrampfer».

Turner, Schützen, Fahnenschwinger

In anderen Jahren kommen laut SVP-Gemeindepräsidentin Fabienne Schnyder jeweils rund 150 Besucher zur 1.-August-Feier auf den Schulplatz. «Soyez bienvenu à Langrickenbach», begrüsste Schnyder den Waadtländer. Bevor dieser um 20 Uhr das Wort erhielt, berichteten die Präsidenten des Schützen- und des Turnvereins von ihren Erfolgen an den zurückliegenden Kantonalturnfesten, begleitet von der Musikgesellschaft. Vier Fahnenschwinger stellten sich vor der Tribüne auf.

SVP-Regierungsrätin Monika Knill und Markus Hausammann, SVP-Nationalrat und alt Gemeindeammann von Langrickenbach, strichen beide die Wichtigkeit der Vereine hervor. «Die Gemeinschaft muss gepflegt werden», sagte Knill, «das geht nur analog.» Hausammann betonte, dass nicht er den Besuch des Bundesrats eingefädelt habe. In seiner Rede, die er am 1. August auch in Bürchen VS und Payerne VD hielt, ging es dem Verteidigungsminister um die Sicherheit der Schweiz. Der Erfolg der Schweiz und die Lebensqualität seien kein Zufall. «In einem sicheren Land können wir unser Potenzial entfalten», sagte der Bundesrat.

Distanzierte Äusserungen zu nationalen Mythen

Er ging nicht auf aktuelle Themen seines Departements ein, etwa die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Daran erinnerte er nur, als er Sicherheit am Boden «und in der Luft» als wertvolles Gut bezeichnete.

Dienstpflicht und Milizarmee sind für ihn die Säulen, auf denen die Sicherheit der Schweiz beruht. Schon der Bundesbrief sei nicht anderes gewesen als das Versprechen, sich zu verbünden gegen «die Arglist der Zeit». Zum Geschehen um 1291 äusserte sich Parmelin mit einer gewissen Distanz. Am 1. August sei es «ausnahmsweise erlaubt», eine Rede auf den nationalen Mythen aufzubauen. Als passende Symbole der heutigen Zeit würdigte er die Armbrust, die für Schweizer Qualität stehe und zugleich an die mythische Schweiz erinnere. Um dieses Symbol zu schützen, brauche es auch die Hellebarde, die den Eidgenossen früher treue Dienste geleistet habe. Nach der Geschenkübergabe und -rücknahme sang die Festgemeinde gemeinsam die Hymnen des Thurgaus und der Schweiz.

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