«Sich Zeit nehmen für Wichtiges»: Das rät Gottfried Locher den Frauenfelder Kirchgängern

Der oberste Reformierte der Schweiz predigte in der Frauenfelder Stadtkirche über ein Bild von Diego Velázquez.

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Die Pfarrer Gottfried Locher (rechts) und Haru Vetsch verabschieden die Kirchgänger nach der Predigt.

Die Pfarrer Gottfried Locher (rechts) und Haru Vetsch verabschieden die Kirchgänger nach der Predigt.

Bild: PD

(red) Pfarrer Gottfried Locher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, war am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld zu Gast. Er überraschte mit seiner Predigt. Zahlreich kamen Interessierte am Sonntagmorgen zur evangelischen Stadtkirche Frauenfeld.

Sie wollten Gottfried Locher einmal «live» sehen, von dem man sonst immer mal wieder zu aktuellen und kontroversen Themen in den Medien liest oder den man im Fernsehen sieht. Pfarrer Haru Vetsch hat das neue Format «Auf die Kanzel fertig los» entwickelt, in dem die Pfarrpersonen jeweils eine Persönlichkeit einladen und sie zu Wort kommen lassen. Als Thurgauer Abgeordneter der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz kennt Vetsch Locher. Und so haben die beiden Pfarrer den Gottesdienst gemeinsam gestaltet.

Neidisch auf die, die den Moment geniessen

Locher überraschte mit seiner Predigt. Gleich zu Beginn verteilte er das Bild «Christus im Hause von Maria und Martha» des spanischen Künstlers Diego Velázquez aus dem 17. Jahrhundert. Der Maler porträtiert Alltagsszenen und stellt diese in Bezug zu einer biblischen Geschichte. Locher transportierte das Bild in die heutige Welt hinein.

Er liess den Zuhörer erkennen, dass wir alle immer wieder, wie Martha in der Geschichte, neidisch auf andere sind, die den Moment geniessen können. Er ermutigt sich, wie Maria, sich mehr Zeit zu nehmen für das, was wichtig ist.

Im anschliessenden Apéro ergaben sich persönliche Gespräche und es wurde spürbar, dass der höchste Reformierte nicht irgendwo in Bern politisiert, sondern auch den Kontakt zu Menschen pflegt.