Showhair neu verföhnt: In Weinfelden wurden am Sonntag Frisuren gebaut

Am Sonntag stellte der Coiffeur-Nachwuchs im Rahmen eines Wettbewerbs sein Können unter Beweis. Im Thurgauerhof entstanden ideenreiche und kreative Kreationen.

Monika Wick
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Zur Hälfte müssen die Kreationen aus Eigenhaar bestehen. (Bild: Reto Martin)

Zur Hälfte müssen die Kreationen aus Eigenhaar bestehen. (Bild: Reto Martin)

Alltagstauglich sind sie nicht, die Frisuren, die von den auszubildenden Coiffeuren gebaut werden. Gebaut ist hier durchaus der passende Ausdruck. Denn in der Kategorie «Freestyle» des Nachwuchswettbewerbs «Let’s showhair» sind vor allem Ideenreichtum und Kreativität gefordert. Zudem werden bei der Wahl der Materialien keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung ist, dass die Frisurenkreationen zu fünfzig Prozent aus Eigenhaar bestehen müssen.

«Den Anlass führt die Vereinigung von Coiffeurgeschäften aus der Region Weinfelden/Wil seit 48 Jahren durch», erklärt Marcel Schweizer. Laut dem OK-Präsidenten dient der Wettbewerb in erster Linie dazu, die Auszubildenden auf die Zwischen- und Lehrabschlussprüfungen vorzubereiten sowie das Arbeiten unter Zeitdruck und unter Beobachtung greifbar zu machen.

Wunderwaffe Haarspray

An einem der Tische sitzt Gisela Lisboa. Ihre Oberlider zieren bereits rund fünf Zentimeter lange, dichte Wimpern auf denen kleine Kristallsteinchen funkeln. Vor ihr liegen Kämme, Klammern, Haarnadeln, Haarteile und Haarspray in rohen Mengen.

Letzterer findet sich in der Auslage aller Teilnehmer und scheint die Wunderwaffe für den perfekten Sitz der Frisur zu sein. Als Vorlage für Gisela Lisboas Frisur dient die dunkle Fee aus dem Disney-Film «Maleficent» mit ihren markanten Hörnern. Gestaltet wird sie von Albulena Sinai, Auszubildende im zweiten Lehrjahr beim Weinfelder Hair Salon Andrea Giorgio.

«Engel stehen für gute, Teufel für schlechte Zeiten. Da die schlechten Zeiten für mich einschneidender sind und tiefere Eindrücke hinterlassen, habe ich mich für diese Frisur entschieden», erklärt Albulena Sinai.

Man lernt, mit dem Druck umzugehen

An anderen Tischen werden mithilfe von Drahtgestellen und Schaumstoffteilen barocke Haartürme, asiatisch anmutende Blumengärten oder aufwendige Flechtfrisuren gestaltet. Auf dem Kopf von Lorena Mistiti entsteht ein Flammenmeer. Gestaltet wird es von Valeria Rinaldi, Auszubildende bei Coiffeur Isabella in Amriswil. Lorena Mistiti ist nicht nur Valeria Rinaldis Modell sondern auch ihre Lehrmeisterin. «Ich unterstütze und befürworte die Teilnahme am Wettbewerb, damit sie mit dem Druck an Prüfungen umzugehen lernt», sagt sie.

Die Beiden sind das beste Beispiel dafür, dass beim «Freestyle» der Gesamteindruck bewertet wird. Beide tragen Flügel, abgestimmte Kleidung und einheitliches Make-up. Gruselige Linsen runden das Outfit ab.

Ein einziger Coiffeur am Wettbewerb

Einziger Mann im Freestyle-Wettbewerb ist Bejtullah Selishta. «Ich war schon öfters als Zuschauer hier und wollte unbedingt selber einmal mitmachen», erklärt der Auszubildende vom Amriswiler Coiffeursalon Bijou. Als Modell dient ihm seine Cousine Gezime Selishta. Sie trägt eine grosse Scheibe auf dem Kopf, um die der angehende Coiffeur die Haare wie ein Netz flicht.

Bewertet werden die Arbeiten unter anderem von Julia Senn. «Ich bin keine Friseurin, sondern Kunsthistorikerin», sagt sie. «Ich achte besonders auf die Einzigartigkeit, ob die Kreation zum Typ passt sowie den Gesamteindruck», fügt Julia Senn hinzu. Eine Entscheidung zu treffen fällt sicherlich schwer, denn alle Teilnehmer haben grossen Ideenreichtum und Einsatz bewiesen.