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Interview

Rücktrittsankündigung von Roland Eberle: «Ein Sesselkleber wollte ich nie sein»

Roland Eberle biegt auf die Zielgerade einer eindrücklichen Laufbahn ein. Der SVP-Politiker tritt Ende 2019 nach acht Jahren nicht mehr als Ständerat an. Er will nach zwei Amtsdauern neuen Kräften Platz machen.
Silvan Meile
Roland Eberle spricht an der Fruehlingssession im Ständerat in Bern. (Bild: Key/Anthony Anex)

Roland Eberle spricht an der Fruehlingssession im Ständerat in Bern. (Bild: Key/Anthony Anex)

Roland Eberle, Sie treten in einem Jahr als Ständerat zurück. Wie fühlt sich für Sie diese Ankündigung an?

Ich stellte mir diese Frage lange. Schon bei der Wahl in den Ständerat erachtete ich zwei Amtsdauern als ideal. Im Verlaufe des vergangenen Sommers entschied ich mich nun tatsächlich zu diesem Schritt. Es fühlt sich gut an. Der emotionale Moment folgt wohl im nächsten Jahr nach der letzten Session im Bundeshaus.

Im Dezember werden Sie 65 Jahre alt. Welche Rolle spielte das Alter bei Ihrem Entscheid?

Es ist schliesslich eine Kombination aus Alter und Überzeugung, jungen Kräften Platz zu machen. Mir ist bewusst, dass ich nicht unentbehrlich bin. Und ich wollte nie ein Sesselkleber sein, dem gesagt wird: «Du, es wäre langsam Zeit.» Vielmehr will ich aufhören, solange ich noch Lust an der Politik habe.

In Ihrem Rücktrittsschreiben erwähnen Sie, «jungen und neuen Kräften» Platz machen zu wollen. An wen haben Sie dabei gedacht?

Ich habe niemanden im Kopf gehabt, als ich das geschrieben habe. Die Thurgauer SVP hat genügend geeignete Leute. Es ist schön, wenn frischer Geist, Dynamik und neue Ideen kommen. Diese müssen auch nicht zwingend mit meinen Prinzipien und Vorstellungen übereinstimmen.

Schon vor einem Jahr wurde der heute 59-jährige Peter Spuhler ins Spiel als Ihr möglicher Nachfolger im Ständerat gebracht. Haben Sie vor Ihrem Rücktritt mit ihm gesprochen?

Nein, das habe ich nicht. Damals aber, als seine Aussage medial Wellen schlug, hatte ich mit ihm geredet. Ich verstehe, wie er seine Aussage gemeint hat und wie es dann von den Zeitungen zugespitzt wurde. Das hat mich nicht gekränkt. Er wird ja immer wieder gefragt, ob er zurück in die Politik gehen werde. Ich bin nun selber gespannt, wie er sich entscheiden wird.

Vor 30 Jahren, 1988, sind Sie in den Grossen Rat des Kantons Thurgau gewählt worden. Heute blicken Sie auf eine lange und erfolgreiche Politlaufbahn zurück. Was muss hervorgehoben werden?

Ich sehe das Gesamtbild und muss sagen, dass ich viel Glück gehabt habe. Mit 40 Jahren wurde ich in den Regierungsrat gewählt. Das war ein grosses Privileg und hat mir Perspektiven eröffnet. Auch dort habe ich den Moment des Rücktritts erwischt. So bleibt man frischer. Später gab mir das Thurgauer Volk auch noch die Chance, den Kanton im Ständerat zu vertreten.

Roland Eberle

Der 64-jährige Agronom wurde 1984 Geschäftsführer des Thurgauer Bauernverbands. Zehn Jahre später schaffte der SVP-Politiker die Wahl in den Thurgauer Regierungsrat. Von diesem Amt trat er nach drei Amtsdauern zurück und wechselte in die Privatwirtschaft. Roland Eberle war CEO der Sia Abrasives in Frauenfeld. Das Comeback auf der politischen Bühne folge im Jahr 2011, als ihn das Thurgauer Stimmvolk als Nachfolger von Hermann Bürgi in den Ständerat wählte. «Für das grosse Engagement zum Wohl des Kantons Thurgau und der ganzen Bevölkerung dankt die SVP Thurgau Roland Eberle ganz herzlich», schreibt seine Partei als Reaktion auf seine Rücktrittsankündigung. (sme)

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Die wiederholten Komplikationen mit dem künstlichen Hüftgelenk sind hoffentlich überstanden. Im Moment bin ich gesund und munter. Mir geht es sehr gut.

Was planen Sie für die Zeit nach der Politik?

Ich hatte immer ein zeitintensives Leben, in dem ich immer auf meine Familie zählen konnte. Nach meinem Rücktritt freue ich mich, ihr etwas zurückgeben zu können. Ausserdem werde ich mehr Zeit für die Männerriege oder fürs Schiessen haben. Ich werde die neue Freiheit geniessen. Langweilig wird es mir sicher nicht. Ausserdem bleiben mir auch noch spannende Mandate in der Industrie.

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