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«Wir sollten uns glücklich schätzen» – der Frauenfelder Quartierverein Herten-Bannhalde hofft auf eine aktivere zweite Jahreshälfte

Ganz stilllegen konnte die Pandemie das Vereinsleben im Quartier Herten-Bannhalde nicht. Der Zusammenhalt hat nicht gelitten, die Leute helfen einander aus. Vereinspräsident Daniel Auf der Maur freut sich ausserdem darüber, dass vermehrt jüngere Mitglieder dem Verein beitreten.

Janine Bollhalder
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Daniel Auf der Maur, Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde, im Plättli-Zoo.

Daniel Auf der Maur, Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde, im Plättli-Zoo.

Bild: Kevin Roth

Fünf Anlässe haben im vergangenen Jahr stattgefunden. Die Pandemie hat das Vereinsleben eingeschränkt. Aber: «Der Quartierverein Herten-Bannhalde ist vergleichsweise aktiv durch das vergangene Jahr gegangen», sagt Daniel Auf der Maur, Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde. Beispiele für Aktivitäten sind etwa die Waldputzete zu Gunsten der Orchideen, der Kinderflohmarkt und eine Stadtführung. Selbstverständlich fanden diese Anlässe unter Schutzmassnahmen statt. Was Auf der Maur jedoch sehr bedauert, ist die Absage der Jahresversammlung sowie des Anlasses der Waldweihnacht. Er sagt:

«Die Waldweihnacht ist der eindrücklichste Anlass des Vereins kurz vor Weihnachten.»

Normalerweise finden sich über 100 Leute ein. Zu Zeiten der Pandemie ein Ding der Unmöglichkeit.

Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde: Daniel Auf der Maur.

Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde: Daniel Auf der Maur.

Bild: Kevin Roth

Aktuell hat der Verein auf kurzfristige Sicht keine Aktivitäten geplant. «Bis zu den Sommerferien können wir keine Aktivitäten durchführen», sagt der Vereinspräsident. Die Jahresversammlung findet schriftlich statt. Wie geplant einen Kinobesuch zu machen, ist nicht möglich. «In dieser Situation ein Jahresprogramm aufzustellen, ist schwierig», sagt Auf der Maur. Doch er ist zuversichtlich, dass in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr möglich ist, und sagt zudem: «Die Ungewissheit tut uns nicht wirklich weh.» Denn die meisten Anlässe seien relativ schnell organisiert. Dafür sind im Vorstand neun Personen zuständig inklusive Auf der Maur. Er sagt: «Gemeinsam können wir schnell viel bewegen und die Planung spontan handhaben.»

Zwei Rücktritte, ein Bewerber

Auf der Maur ist seit drei Jahren Mitglied im Quartierverein und wirkt im zweiten Jahr als Präsident. Andere Vorstandsmitglieder seien schon über zwei Jahrzehnte dabei. Doch eine Krise im Quartierverein, selbst wenn nicht im Ausmass der Pandemie, haben auch sie noch nicht erlebt.

In Kürze steht für den Vereinsvorstand ein Wechsel an: Zwei Personen werden den Vorstand verlassen, Flavia Jossi sowie Stefan Zürcher. «Wir haben schon einen tollen Bewerber als Ersatz», sagt Auf der Maur und meint damit Tim Wepf. Einen Wechsel erkennt er ferner, über die Jahre betrachtet, in der Altersstruktur des Vereins:

«Es ziehen immer mehr junge Leute sowie auch Familien hierher.»

Dies sei zum einen dem geschuldet, dass es im Quartier viele Häuser gebe, in denen ältere Leute den jüngeren Platz machen. Aber es sei auch den Aktivitäten zu verdanken, mit welchen vermehrt jüngere Generationen angesprochen werden.

Zusätzliche Hilfe im Quartierverein ist nicht notwendig

Daniel Auf der Maur, Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde, blickt optimistisch in die Zukunft.

Daniel Auf der Maur, Präsident des Quartiervereins Herten-Bannhalde, blickt optimistisch in die Zukunft.

Bild: Kevin Roth

Auch wenn Aktivitäten derzeit wegfallen und die Kommunikation untereinander nur sporadisch abläuft, spürt Auf der Maur einen grossen Zusammenhalt im Verein. «Wir haben während der Pandemie zwei Mailings versendet und Hilfe angeboten», berichtet Auf der Maur. Reaktionen darauf habe er jedoch keine erhalten, was ihm zeigt:

«Im Quartier helfen die Leute einander aus.»

Auf der Maur selbst ist ein sehr optimistischer Mensch. «Für mich hat sich nicht viel geändert», sagt er und meint damit die Arbeit von zu Hause. Auf der Maur ist Projektleiter beim Unternehmen IBM Schweiz und arbeitet seit Jahren regelmässig im Homeoffice. Was leidet, sei der soziale Umgang mit anderen Personen, doch der Präsident sagt: «Wir sollten uns glücklich schätzen. Wir haben – im Gegenteil zu anderen Ländern – noch alle Freiheiten, hinauszugehen und uns zu bewegen, wie wir wollen.»