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«Wir möchten mehr Unternehmungen planen, die sich an Familien richten» – Vereinspräsident Peter Wanner will den Quartierverein Huben für Familien attraktiv machen

Das Coronavirus hat das Vereinsleben zum Erliegen gebracht. Peter Wanner, Präsident des Quartiervereins Huben, berichtet von der Schwierigkeit, während der Pandemie zu planen. Ideen und Anregungen wären genügend da. Auch um das zunehmend unpersönliche Quartierleben wieder gesellschaftlicher zu gestalten.

Janine Bollhalder
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Peter Wanner, Präsident des Quartiervereins Huben.

Peter Wanner, Präsident des Quartiervereins Huben.

Bilder: Donato Caspari

Die Jahresversammlung vom 11. September habe gerade so zwischen die erste und die zweite Coronawelle gepasst, sagt Peter Wanner, Präsident des Quartiervereins Huben in Frauenfeld. Zum Glück, denn:

«Die Pandemie hat das ganze Vereinsleben zum Erliegen gebracht.»

Rückblick: Die letzte Aktivität, die im Quartier hat stattfinden können, war der Funkensonntag im März des vergangenen Jahres. Danach schlug das Virus zu. Im Dezember des vergangenen Jahres hätten zum ersten Mal Adventsfenster eingerichtet und mit verschiedenen Apéros präsentiert werden sollen. «Am letzten Novembertag haben wir vom Kanton die Weisung erhalten, dass wir nichts ausschenken dürfen», sagt Wanner. Die Adventsfenster hätten nur unter Einhaltung der Coronamassnahmen besucht werden dürfen. Das sei schön gewesen, sagt der Vereinspräsident, hätte jedoch Besucher abgehalten.

Nach diesem kurzen Aufblühen steht das Vereinsleben coronabedingt derzeit wieder still. Es gab keinen Funkensonntag mit dem Laternenumzug in diesem Jahr, keinen heissen Süssmost, keinen Glühwein, kein «Funkentännli». «Und es scheint so weiter zu gehen», sagt Wanner.

Der Kontakt unter den Vereinsmitgliedern werde jedoch nicht alternativ über die sozialen Medien weitergelebt, sagt der Vereinspräsident. Keine Gesprächsrunde über Teams, kein virtuelles Weintrinken über Zoom, keine Spieleabende über Skype. Den Grund dafür sieht Wanner darin, dass etwa die Hälfte der Vereinsmitglieder nicht sonderlich technikaffin ist – vielen sende er Informationen per Post zu, nicht per E-Mail.

Quartierverein blieb bislang von Krisen verschont

Eine Krise, wenn auch nicht annähernd im Ausmass der Pandemie, habe es im Quartierverein Huben während seiner 17 Jahre als Präsident nie gegeben, sagt Wanner. «Natürlich gab es unterschiedliche Ansichten. Aber grobe Reibereien habe ich nicht erlebt.»

Was er jedoch im Laufe der Jahre bemerkt hat, ist, dass das Leben im Quartier zunehmend unpersönlicher werde. Die Gründe dafür seien zweierlei. Wanner sagt:

«Es wurde viel gebaut, viele neue Bewohner sind hinzugezogen.»

Im Gegensatz zu ihm und seiner Frau, die nach ihrem Umzug ins Quartier Huben sofort den Anschluss zu den Nachbarinnen und Nachbarn über die Mitgliedschaft im Quartierverein gesucht haben, hätten viele dieser Zuzüger bislang von einer Vereinsmitgliedschaft abgesehen. Wanner sagt: «Man trifft sich hauptsächlich noch im Umfeld, wo man wohnt und entsprechend unterwegs ist.»

Peter Wanner hat bemerkt, dass das Leben im Quartier zunehmend unpersönlicher geworden ist.

Peter Wanner hat bemerkt, dass das Leben im Quartier zunehmend unpersönlicher geworden ist.

Ideen für Aktivitäten sind da, die Umsetzung ist noch fraglich

Ein weiterer Grund für das unpersönliche Gefühl im Quartier Huben ist gemäss Wanner ein gewisser Wechsel der Bewohner. «Viele ältere Leute verlassen das Quartier und überlassen jungen Familien den Platz.» Der Quartierverein habe diese Veränderung zur Kenntnis genommen und will Wege finden, die jungen Familien anzusprechen und ins Vereinsleben zu integrieren. «Wir möchten mehr Unternehmungen planen, die sich an Familien richten», sagt Wanner.

Doch die Planung in Zeiten der Pandemie sei schwierig. Wanner sagt: «Wir Vorstandsmitglieder haben uns am 10. März zu einer Sitzung getroffen – im Garten mit grossen Abständen.» Ergebnis dieses Treffens: Abwarten. Warten auf Lockerungen von Seiten des Bundesrates. Dass das Vereinsleben vom Virus nachhaltig beeinträchtigt wird, denkt Wanner nicht. Finanziell habe der Verein in der Krisenzeit gespart, schliesslich seien Ausgaben für Aktivitäten weggefallen. Und der Vereinspräsident sagt:

«Wenn wir wieder etwas organisieren können, kommt das Vereinsleben wieder zum Laufen.»

Er freut sich auch darauf, wenn das Restaurant Obstgarten seine Türen wieder öffnen darf. Es ist ein beliebter Treffpunkt für die Quartierbewohner. Doch wann dies wieder möglich sein wird, «steht noch in den Sternen».