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Seltener Fund: Steckborner entdecken 17 Millionen Jahre altes Fossil

Im Garten eines Einfamilienhauses ist ein versteinerter Zahn zum Vorschein gekommen. Abklärungen ergeben, dass er einem Vorfahren der Hirschferkel gehörte, der vor 17 Millionen Jahren im damals subtropischen Thurgau lebte.
Silvan Meile
Der aktuelle Fund aus Steckborn wird nun in der laufenden Kabinettsaustellung im Thurgauer Naturmuseum gezeigt. (Bild: Silvan Meile)

Der aktuelle Fund aus Steckborn wird nun in der laufenden Kabinettsaustellung im Thurgauer Naturmuseum gezeigt. (Bild: Silvan Meile)

Fast eine Unendlichkeit lang schlummerte ein winziges Fossil in der Erde Steckborns, bis es plötzlich in eine Ausstellung des Thurgauer Naturmuseums platzt. Direktor Hannes Geisser hat die aktuelle Ausstellung «Hai im Stei» mit versteinerten Objekten zwar bereits Ende Mai eröffnet. Doch vor wenigen Tagen errichtete er noch einen Ehrenplatz für ein weiteres Exponat. Denn in Steckborn kam ein 17 Millionen alter Zahn eines Tieres zum Vorschein. Genau um solche fossilen Funde, wie sie im Thurgau selten sind, dreht sich die Kabinettsaustellung im Naturmuseum.

«Der Zahnfund darf als aussergewöhnlichen Glücksfall bezeichnet werden», sagt Simone Benguerel vom kantonalen Amt für Archäologie. Dort ist man nebst archäologischen Bodenfunden auf dem Kantonsgebiet auch für die Bergung von geologischen Fossilien zuständig. «Es ist dem guten Auge einer Hausbesitzerin zu verdanken», sagt die Archäologin. Diese meldete dem Amt für Archäologie, dass sie unter anderem in einem Stein in ihrem Garten ein kleines Fossil entdeckt hat.

Im tropischen Auenwald Steckborns zu Hause

Im vergangenen Jahr kamen beim Bau eines Einfamilienhauses in Steckborn Sandsteine zum Vorschein. Einen hat sich die Hausbesitzerin zur Seite gelegt, um ihm später im Garten einen Platz zu geben. «Dort hat die Witterung den Zahn freigesetzt», sagt Benguerel. So kam das rund einen Quadratzentimeter grosse Fossil zum Vorschein. Zusammen mit dem Leiter des Museums für Archäologie, Urs Leuzinger, hat Simone Benguerel das kleine Fundstück dokumentiert. «Der Zahn mit seinen charakteristischen Schmelzhöckern ist sehr gut erhalten», hält das Amt für Archäologie fest. Einschlägige Literatur zeige, dass er von einem nahen Verwandten des Hirschferkels stamme. Diese kleinen Tiere mit einer Schulterhöhe von knapp 40 Zentimetern kommen heute noch in Zentral- und Westafrika vor. Vor 17 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Miozän und somit lange nach dem Aussterben der Dinosaurier, dürfte im Thurgau noch subtropisches Klima geherrscht haben. «Das kleine, pflanzenfressende Tier bevorzugte als Lebensraum feuchte Auenwälder in direkter Wassernähe», schreibt das Amt für Archäologie.

Noch fehlt eine Absicherung der Altersbestimmung

Noch sei dieser fossile Beckenzahn nicht wissenschaftlich exakt bestimmt, sagt Benguerel. Das werde bei Gelegenheit und Verfügbarkeit eines entsprechenden Experten nachgeholt. Leider fehle ein weiteres Objekt, das dem selben Tier zugeordnet werden kann. Dadurch hätte die Altersbestimmung zusätzlich abgesichert werden können.

Nach ihrer Untersuchung haben nun die Archäologen den Zahn dem Naturmuseum übergeben, wo sämtliche kantonalen Fossilien mit wissenschaftlicher Bedeutung aufbewahrt werden. Diese Sammlung umfasst rund 3000 Exemplare. Mit 70 Exponaten aus dieser Fossiliensammlung entstand die aktuelle Ausstellung «Hai im Stei», die noch bis 21. Oktober im Naturmuseum in Frauenfeld gezeigt wird.

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