Seit 40 Jahren auf Achse: In Münchwilen bekommen betagte Personen von Freiwilligen den Zmittag nach Hause geliefert

Der Patientenfahrdienst und der Mahlzeitendienst der Spitex Tannzapfenland feierte am Wochenende mit einem Brunch für die freiwilligen Helfer ein schönes Jubiläum.

Christoph Heer
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Zwei langjährige Fahrerinnen umrahmen die Fahrdienst Leiterin Spitex Regio Tannzapfenland: Margit Konrad (seit 40 Jahren) und Elfriede Ammann (seit 39 Jahren) mit Jacqueline Lombardo in der Mitte.

Zwei langjährige Fahrerinnen umrahmen die Fahrdienst Leiterin Spitex Regio Tannzapfenland: Margit Konrad (seit 40 Jahren) und Elfriede Ammann (seit 39 Jahren) mit Jacqueline Lombardo in der Mitte.

(Bild: Christoph Heer)

«Ich hoffe schon, dass ich noch fünf Jahre lang weitermachen kann», sagt Margit Konrad. Dann sei sie 80-jährig und dürfe keine Patientenfahrdienste mehr tätigen – im Gegensatz zum Mahlzeitendienst.

«Mal schauen, wie lange ich mich dafür noch engagieren kann.»

Margit Konrad darf nebst anderen langjährigen Freiwilligen durchaus als Grande-Dame bezeichnet werden. Seit 40 Jahren fährt sie mit Mahlzeiten des Regionalen Alterszentrums Tannzapfenland durch Münchwilen. Bringt betagten und körperlich eingeschränkten Personen ihre Mahlzeit und entpuppte sich in dieser langen Zeit für viele Kunden als gute Freundin.

«In 40 Jahren Mahlzeitendienst und vielen Jahren Rotkreuz-Fahrdienst, entwickeln sich ungemein tolle Freundschaften.»

Man lerne sich kennen und mögen, müsse aber auch Abschied nehmen können, das falle nicht leicht, sagt die Münchwilerin. Sie erinnert sich an die kurzweiligen Gespräche mit einem Kunden. «Wir frönen dem gleichen Hobby, dem Bergsteigen. Da ist klar, dass man sich so einiges zu erzählen hat.»

Damals, als es noch richtig viel Schnee hatte

Wer 40 Jahre lang auf den hiesigen Strassen unterwegs ist, erlebt so manches. Margit Konrad sagt, dass es im Strassenverkehr schon ab und zu brenzlige Situationen gab.

«Als es bei uns im Flachland noch so richtig viel Schnee gab, kam ich doch schon öfters ins Zittern, aber passiert ist zum Glück nie etwas.»

Das sagt sie augenzwinkernd. Zudem erinnert sie sich, wie sich der Mahlzeitendienst verändert hat. «Einst packten wir die Essensportionen noch selber ab, ehe wir sie auslieferten. Heute können wir die fixfertigen Portionen im Alterszentrum nur noch abholen, und losgeht die Fahrt.»

Gar so einfach ist es dann aber schon nicht. Dahinter steckt nämlich viel organisatorische Arbeit, und für diese ist Jacqueline Lombardo zuständig. Als Fahrdienst-Leiterin laufen bei ihr die Fäden zusammen. «Nur dank den Freiwilligen ist diese Dienstleistung aufrecht zu erhalten. Dankbar sind wir, solche engagierte, sympathische und langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. Sie sind es, die mit Herz und Seele, im Normalfall alle drei Wochen, auf die Tour gehen und den Mitmenschen eine grosse Hilfe sind.» Jacqueline Lombardo betont, dass man stets auf der Suche nach neuen Freiwilligen ist.

«Wer körperlich fit ist, sich gerne wohltätig einsetzt und den Kontakt zu Menschen nicht scheut, darf sich ungeniert bei uns melden.»

Nach 39 Jahren Fahrdienst Platz für Jüngere machen

Am Jahresbrunch, der im Regionalen Alterszentrum Tannzapfenland stattgefunden hat, nahmen rund 70 Freiwillige teil. Unter ihnen befand sich auch Elfriede Ammann. Sie hat sich während 39 Jahren engagiert und ist nun zurückgetreten. «Ich habe es gerne gemacht, aber nun ist Zeit, Jüngeren Platz zu machen. Was bleibt, sind unzählige Freundschaften, nur schon darum lohnt sich der Einsatz für Mitmenschen», sagt die Sirnacherin. Weitere Fahrerinnen und Fahrer wurden für ihre langjährigen Dienste geehrt, andere verabschiedet. Was bleibt, sind tolle Begegnungen, neue Freundschaften auch unter den Fahrern selbst und die Gewissheit, etwas Gutes zu tun – oder getan zu haben.

Infos zu Freiwilligenarbeit: www.srtzl.ch

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