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Interview

Seine Tür steht immer offen: Thomas Niederberger im Interview

Kreuzlingens Stadtpräsident Thomas Niederberger hält nichts von Lügen. Sein Glück findet der gebürtige St. Galler an den seltenen freien Wochenenden mit der Familie. Und die Bratwurst? Verzehrt er auch mal mit scharfem Senf.
Maria Keller
Volksnah und sehr beliebt: Stadtpräsident Thomas Niederberger am Kreuzlinger Hafen. (Bild: Donato Caspari)

Volksnah und sehr beliebt: Stadtpräsident Thomas Niederberger am Kreuzlinger Hafen. (Bild: Donato Caspari)

Warum wollen Sie unbedingt in Kreuzlingen wohnen und nirgendwo anders?

Kreuzlingen liegt in einer interessanten Region. Die Stadt hat einerseits eine urbane Atmosphäre und trotzdem etwas sehr Persönliches, diesen Gegensatz mag ich. Ich bin gerne im Naturschutzgebiet Lengwiler Weiher unterwegs. Auch dort ist es teils sehr ruhig und teils laut wegen der Wasservögel. Diese Gegensätze finde ich spannend.

Wenn Sie Kreuzlingen verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Irgendwo in die Berge. Ich bin ein passionierter Skifahrer und Wanderer.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Mein Lieblingsort ist Kreuzlingen; das ist mein Lebensmittelpunkt und die Stadt meiner Familie.

Was lieben Sie am Frühling?

Die längeren Tage und zu sehen, wie es die Menschen bei den ersten Sonnenstrahlen nach draussen zieht. Ich steige nach den Wintermonaten jeweils gerne aufs Velo, gehe laufen und Sonne tanken. Ich mag aber auch die übrigen Jahreszeiten. Ich war schon viel in der Welt unterwegs und schätze das Privileg, vier Jahreszeiten erleben zu können.

Welches ist ihre liebste Glace-Sorte?

Wir sind mit der Familie ab und zu in Thailand, da meine Frau thailändische Wurzeln hat. Dort mag ich das Kokosnuss-Glace am liebsten.

Zur Person

Vor einem Jahr trat Thomas Niederberger sein Amt als Stadtpräsident von Kreuzlingen an, wo er zuvor als Stadtschreiber tätig war. Der 49-Jährige wurde in St. Gallen geboren und machte dort seine Ausbildung auf der Stadtverwaltung. Niederberger wohnt mit seiner Frau und drei gemeinsamen Kindern in Kreuzlingen. (kel)

Bratwurst mit oder ohne Senf? Ich komme zwar aus der Stadt St. Gallen, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich auch gerne scharfen Senf zur Bratwurst nehme.

Was hören Sie im Auto?

Radio. Und wenn der Empfang schlecht ist, höre ich Musik mit der Spotify-App. Am liebsten alte Lieder aus meiner Jugend; «Stairway To Heaven» von Led Zeppelin oder von John Miles «Music Was My First Love» zum Beispiel.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Yannick, so heisst unser ältester Sohn. Der Name hat keine Bedeutung, meine Frau und ich fanden ihn einfach schön.

Haben Sie ein Vorbild? ?

Nein, kein konkretes. Ich beobachte aber gerne Menschen aus meinem Umfeld, zum Beispiel Berufskollegen, und lerne von ihnen. Wenn ich ein Vorgehen oder eine Umgangsart von jemandem schätze, versuche ich, das zu übernehmen.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Ich bin 49 Jahre alt, doch manchmal fühle ich mich ein wenig älter. Das liegt vor allem an der Intensität meines Amtes als Stadtpräsident und den dazugehörenden langen Tagen und kurzen Nächten.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Mit mir kann man über alles reden. Das sage ich den Leuten auch gerne; meine Tür steht immer offen und jeder soll bei Bedarf das Gespräch mit mir suchen.

Wann können Sie ruhig ­einschlafen?

Ich geniesse das Privileg, immer gut einschlafen zu können, trotz intensiver Arbeit und Herausforderungen am Arbeitsplatz. Ich kann mich ins Bett legen, meiner Frau gute Nacht sagen und ein paar Sekunden später einschlafen.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Mit einem Piloten. Ich finde den Beruf wahnsinnig spannend, mich faszinieren Flugzeuge und das Thema Reisen. Bei einem Treffen aller Stadtschreiber der grossen Thurgauer Städte konnte ich in Amriswil einen Flugsimulator fliegen, ansonsten bin ich leider noch nicht mit dem Beruf in Kontakt gekommen.

Thomas Niederberger, Stadtpräsident von Kreuzlingen, im heimischen Hafen. (Bild: Donato Caspari)

Thomas Niederberger, Stadtpräsident von Kreuzlingen, im heimischen Hafen. (Bild: Donato Caspari)

Was schätzen Sie an Ihrer Frau besonders?

Ich schätze unseren ehrlichen Umgang miteinander sehr. Meine Frau hält mir den Rücken frei und kümmert sich um unsere Familie und die Kinder. Sie macht mich wahnsinnig stolz und froh.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

In einer Buchhaltung, wo den ganzen Tag mit Zahlen gearbeitet wird. Ich kann besser mit Worten und mit Menschen umgehen und geniesse den gegenseitigen Austausch.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Drei Sachen dürfen nicht fehlen: Handy, Portemonnaie, Schlüssel.

Was möchten Sie unter allen Umständen in diesem Leben noch machen?

Ich habe sehr viele Reisedestinationen im Kopf, die ich gerne noch sehen würde. Darunter Alaska und das Himalaja, wo ich bereits einmal war. Ich bin ein Aktivurlauber, bin gerne unterwegs, um Land und Leute kennen zu lernen. Als Ferienabschluss verbringe ich auch oft noch ein paar Tage am Meer oder Pool.

Mit wem würden Sie gerne einmal eine Flasche Wein trinken?

Mit Donald Trump. Dann würde ich ihm deutlich die Meinung sagen, was ich von seiner Politik halte.

Ihr erster Traumberuf war?

Pilot. Und als kleiner Junge dachte ich wie viele, dass Fussballer wohl auch kein schlechter Job wäre.

Warum ist daraus nichts ­geworden?

Für die Fussballkarriere fehlte das nötige Talent. Ich bin aber sehr zufrieden damit, wie meine Berufswahl verlaufen ist und trauere insofern keinem Wunsch nach.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Viele Wege führen nach Rom» – das ist ein Motto von mir. Unterschiedliche Wege können richtig sein, solange man schlussendlich am Ziel ankommt.

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Gerne ein Komiker, beispielsweise Mr. Bean. Denn das Leben muss auch Spass machen, und man soll nicht alles ernst nehmen.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrem Vater?

Meine Hartnäckigkeit, Geradlinigkeit und die Fähigkeit, ein Ziel konsequent anzupeilen.

Und von Ihrer Mutter?

Meine soziale Ader, die es mir erlaubt, auf meine Mitmenschen zuzugehen, ein offenes Ohr zu haben und andere zu unterstützen.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

«Er war ein guter Typ.» So etwas in dieser Art.

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