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Der Frauenfelder EVP-Stadtratskandidat Roland Wyss und sein Gespür für Menschen

Zeit zu haben, bedeutet für den EVP-Stadtratskandidaten Roland Wyss Lebensqualität – ebenso das Kochen. Seine Arbeit als Bauleiter hat ihn den Umgang mit schwierigen Charakteren gelehrt.
Mathias Frei
Pragmatischer Velonutzer: Roland Wyss auf dem regionalen Veloweg unweit seines Büros am Altweg. (Bild: Reto Martin)

Pragmatischer Velonutzer: Roland Wyss auf dem regionalen Veloweg unweit seines Büros am Altweg. (Bild: Reto Martin)

Experimente dürfen, müssen aber nicht. Das gilt für Roland Wyss. Für Krevetten in Vanilleöl oder Ahornsirup im Salatdressing braucht es zweifellos Vorstellungsvermögen und eine geübte Zunge in Sachen Sensorik. Solch neue Geschmackskombinationen sind Wyss lieb und teuer. Aber vor allem steht der EVP-Stadtratskandidat auf frische, saisonale Küche.

«Beim Kochen kann ich herunterfahren.»

Und wenn er am Herd oder gerne am Grill stehe, dürfe es auch mal länger dauern. Wyss bezeichnet sich als Genussmensch. Dass er als solcher eigentlich keinen Platz hat im protestantischen Arbeitsethos, ist ihm bewusst. Lustvoll bewusst.

Das Gespür, hochwertige Lebensmittel richtig miteinander zu kombinieren, geht ihm beim Mensch nicht weniger ab. Das hat er auf dem Bau gelernt. 2008 hat sich der heute 47-Jährige als Bauleiter selbstständig gemacht. Mit dem einen Handwerker müsse man so umgehen, mit dem anderen anders. Am Schluss zähle das Resultat. «Und wenn etwas gut war, ist es wichtig, die Leistung zu loben.»

Ein prägender, aber nicht überlauter Gemeinderat

Elf Jahre war Wyss im Frauenfelder Stadtparlament, gehörte zu den prägenden Gemeinderäten, selten zu den überlauten. Dann trat er 2013 zurück, um neuen Kräften Platz zu machen. «Politisch war ich aber nie ganz weg», sagt er. Weil sich Wyss weiterhin für Lokalpolitik interessierte, weil man ihn ab und zu um Rat fragte in politischen Belangen und weil er auch heute noch Mitglied der Fachkommission für Verkehr und Mobilität ist.

«Aber das aktive Politisieren fehlte mir. Das hat sogar meine Lebenspartnerin gemerkt.»

So kommt es, wie es kommen musste. Wyss ist Stadtratskandidat, unabhängig davon könnte er bald in den Grossen Rat nachrücken, wo er erster Ersatz auf der EVP-Liste ist.

Vor vier Jahren sei er erstmals darauf angesprochen worden: «Du, Roli, Stadtrat, das wäre doch was für dich?» Wieder akut wurde es aber erst vergangenen Sommer nach der Rücktrittsankündigung drei bisheriger Stadträte. Wyss’ Zusage an die Partei kam rasch, aber ihm war die Nomination der Mitglieder wichtig. So wurde die Kandidatur Wyss schliesslich als siebte und letzte bekannt.

«Ich brauche diesen positiven Druck.»

Für das Gemeinwesen zu arbeiten, gebe ihm Befriedigung – aktuell bei der Guggenhürli-Genossenschaft und im Wohnheim Adler. Dass das Stadtratsmandat ein Nebenamt ist, hält er für sinnvoll. «So bleibt der Bezug zum normalen Leben. Und man wird nicht zum Verwalter.»

In Frauenfeld sagt man sich noch Grüezi

Lange Jahre war Wyss als Bauleiter angestellt. Bevor er in die Selbstständigkeit ging, nahm er eine längere Auszeit. «Aber ich bin bewusst nicht auf Weltreise gegangen, sondern in Frauenfeld geblieben.» Zeit zu haben, lernte er als Lebensqualität zu schätzen – und in Frauenfeld zu leben.

«Hier sagt man sich auf der Strasse noch Grüezi.»

Wyss ist Frauenfelder durch und durch, natürlich auch Bürger. Wer wolle, dürfe ihm gerne ankreiden, dass er nie länger weg war von Frauenfeld.

Wyss stammt aus einer EVP-Familie. Bereits sein Vater Beat Wyss politisierte für diese Partei im Frauenfelder Gemeinderat. Er sei durchaus ein gläubiger Mensch, sagt Roland Wyss.

«Aber dafür muss ich nicht in die Kirche gehen. Ich lebe eine menschenfreundliche Ethik im Alltag.»

Zuoberst stehe für ihn immer, das Gegenüber und dessen Meinung zu respektieren. Zieht er dieses positive Menschenbild auf eine mögliche Tätigkeit als Stadtrat weiter, sagt Wyss: «Das Miteinander von Stadtrat und Gemeinderat kann verbessert werden.» In jüngerer Vergangenheit, wenn er von der Galerie herab eine Gemeinderatssitzung mitverfolgte, habe er ab und an eine etwas gehässige Stimmung festgestellt.

Wyss ist Velo- und Töff-Fahrer. «In der Stadt komme ich mit dem Velo am schnellsten vorwärts.» In der Freizeit dagegen steigt er gerne mal auf eine seiner drei Moto-Guzzi-Maschinen. Seine Lebenspartnerin nehme die Vespa aus der Garage. Gemeinsam würden sie zum Beispiel zum Baden an den Untersee fahren. Er fahre nicht Pässe um der Pässe willen, sondern wolle von A nach B kommen. Hauptsache: vorwärts.

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