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Seilziehen um Ufermauer in Diessenhofen geht weiter

Die Betonmauer bei der Rheinsäge Diessenhofen bleibt vorderhand stehen. Eine vorgezogene Renaturierung sei nicht notwendig, antwortet der Thurgauer Regierungsrat auf eine Interpellation.
Stefan Hilzinger
Die Ufermauer soll einem Flachufer weichen, nicht alle sind überzeugt davon. (Bild: PD)

Die Ufermauer soll einem Flachufer weichen, nicht alle sind überzeugt davon. (Bild: PD)

Die Renaturierung von Fluss- und Bachufern durch Kanton und Gemeinde ist Pflicht, so will es das Gewässerschutzgesetz des Bundes von 2011. Doch über die Umsetzung des Generationenprojektes im Detail sind die Meinungen häufig geteilt. Das zeigt sich auch an einem Abschnitt des Rheinufers östlich von Diessenhofen, wo auf einer Länge von gut zwei Kilometern eine massive Betonmauer den Fluss begrenzt.

Naturschutz vs. Tradition

Schon länger liegen im Rheinstädtchen zwei Interessengruppen über Kreuz: Die Interessengemeinschaft Rheinuferaufwertung (Igra) möchte die Mauer möglichst rasch und komplett in ein naturnahes Flachufer verwandelt sehen. Die «Gruppierung für den Erhalt unserer Rheinlandschaft» möchte sie am liebsten ganz erhalten. Während erstere Hochwasserschutz und Ökologie ins Feld führen, berufen sich zweitere auf Tradition und touristischen Nutzen.

Anfang 2018 fand ein runder Tisch mit allen Interessengruppen und Projektbeteiligten statt. Danach haben das Departement für Bau und Umwelt (DBU) und das Amt für Umwelt (AfU) gut die Hälfte der umstrittenen Mauer (Abschnitt D4 in der Karte) von Priorität 2 auf Priorität 3 zurückgestuft. Damit haben sich die Behörden den Unmut der Igra auf sich gezogen.

Regierungsrat bekräftigt seinen Kurs

In einer Antwort auf eine Interpellation der Kantonsräte Maja Bodenmann (CVP, Diessenhofen) und Toni Kappeler (Grüne, Münchwilen) bekräftigt der Regierungsrat nun den eingeschlagenen Kurs am Rhein. Bodenmann und Kappeler hatten ihre Fragen im August 2018 an den Regierungsrat gerichtet. Das war noch, bevor das AfU im Januar das Konzept für die Rheinufersanierung mit der neuen Priorisierung veröffentlicht hatte. Das geschah dann Anfang des laufenden Jahres.

Das Konzept sieht vor, drei kleinere Abschnitte D6 bis D8 beim «Schupfen» oberhalb Campingplatz Läui in erster Priorität anzugehen.
Bezüglich der gut zwei Kilometer langen Mauer soll vorerst der Abschnitt D5 «Bleichi»/«Rhiwiis» renaturiert werden. Hier ist der Kanton Eigentümer respektive Anstösser. Die Planung hier will der Kanton versetzt zu den Arbeiten im «Schupfen» angehen. Erst danach will der Kanton das eigentliche «Pièce de Résistance» anpacken: den Abschnitt D4. Einen exakten Zeitplan gibt es noch nicht.

Mauer ohne auffällige Strukturen oder Hohlräume

In der Antwort nimmt der Regierungsrat Stellung zum Zustand der strittigen Mauer. Bis auf eine kleine Stelle gibt es demnach «keinen akuten Handlungsbedarf an der Betonmauer zwischen Badi Diessenhofen und Campingplatz Läui». Dies hätten Untersuchungen ergänzt mit Radarmessungen bei Niedrigwasser im Oktober 2018 ergeben. Bis auf die erwähnte Stelle seien nirgends auffällige Strukturen oder Hohlräume sichtbar.

«Für den Regierungsrat besteht kein Anlass, die Revitalisierung vorzuziehen, solange kein Handlungsbedarf besteht»,

heisst es in der Antwort. Dies werde erst bei sichtlichem Zerfall oder Hinterspülung der Fall sein. Eine Sanierung sei jedoch nicht vorgesehen.
Unbestritten ist für die Regierung der Nutzen der Renaturierung des Rheinufers für Natur und Landschaft.

Ein Generationenprojekt

Das Gewässerschutzgesetz von 2011 verpflichtet die Kantone, die meist verbauten Flüsse und Bäche zu renaturieren, das heisst durch bauliche Massnahmen einen naturnahen Zustand wiederherzustellen. Die Frist für die Umsetzung beträgt 80 Jahre. Im Thurgau geht es um 189 Kilometer Fliessgewässer. Im Zug einer «strategischen Revitalisierungsplanung» für 2015 bis 2035 und einer schrittweisen Umsetzung bearbeiten die Thurgauer Behörden aktuell 47 Kilometer Flüsse und Bäche, wobei für Flüsse der Kanton, für Bäche die Gemeinden zuständig sind. Bei diesen ersten knapp 50 Kilometern handelt es sich um Abschnitte, «bei denen sich der Aufwand für die Verbesserung des heutigen ökologischen Zustandes besonders lohnt», wie es in der Antwort auf die Interpellation heisst. (hil)

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