Seepolizei
189 Menschen aus Seenot gerettet: Trotz mehr Betrieb 50 Prozent weniger Unfälle auf Thurgauer Gewässern

Die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau zieht eine positive Bilanz über das vergangene Jahr. Trotz mehr Betrieb ging die Zahl der Unfälle deutlich zurück. Vier Personen wurden verletzt, zwei starben.

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109 Seenotfälle verzeichnete die Seepolizei im Jahr 2020.

109 Seenotfälle verzeichnete die Seepolizei im Jahr 2020.

Bild: PD

(red) Die Gesamtzahl der registrierten Unfälle auf dem Thurgauer Teil des Bodensees und Hochrheins sowie den restlichen Thurgauer Gewässern halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 16. Und das, obwohl deutlich mehr Personen die heimischen Gewässer genutzt haben als in anderen Jahren, wie die Kantonspolizei mitteilt.

Zwei Personen kamen ums Leben

Im Jahr 2020 kamen im Thurgauer Zuständigkeitsbereich zwei Personen ums Leben, vier wurden verletzt. Die beiden tödlichen Badeunfälle ereigneten sich Mitte August. Ein 87-jähriger Mann verstarb in Mannenbach, nachdem er während des Schwimmens gesundheitliche Probleme bekommen hatte. Wenige Tage später verstarb eine 77-jährige Schwimmerin im Rhein bei Schlatt.

189 Personen in 109 Seenotfällen gerettet

Während die Seepolizei und die SLRG Arbon zu weniger Einsätzen im Sturmwarndienst gerufen wurden, gab es gegenüber 2019 mit 109 etwa gleich viele Seenotfälle, mit 189 aber mehr gerettete Personen, die das Ufer nicht aus eigener Kraft erreicht hätten. Auch die 97 geborgenen Boote bedeuten einen Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Auf der Hochrheinstrecke kam es im vergangenen Jahr immer wieder zu brenzligen Situationen. Einige Bootsführer und andere Rheinbenutzer unterschätzten die Kraft des Wassers und die Gefahren der Hindernisse, hält die Seepolizei fest. Im Thurgauer Abschnitt sei man zwar von Grossereignissen verschont geblieben, die Seepolizei unterstützte die ausserkantonalen Kollegen aber einige Male bei Such- und Bergungsaktionen nach teils schweren Unfällen.

Weniger Sturmwarnungen und Vermögensdelikte

Die Starkwind- und Sturmwarnungen, ausgelöst durch Meteo Schweiz in Kloten und den Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, lagen mit 297 deutlich tiefer als in den Vorjahren.

«Einen sehr erfreulichen Rückgang gab es bei den Vermögensdelikten», hält die Seepolizei fest. Im vergangenen Jahr seien keine Schiffsmotoren als gestohlen gemeldet worden. «Die vermehrte Polizeipräsenz in Hafengeländen und auf Trockenplätzen sowie die verstärkten Grenzkontrollen respektive Grenzschliessungen wegen der Corona-Pandemie sind sicher für diesen Trend mitverantwortlich», schreibt die Polizei.

16 Einsätze für die Taucher

Die Taucher der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau wurden 2020 zu 16 Einsätzen aufgeboten. Sie bargen verschiedene Gegenstände, beseitigten Hindernisse für die Schifffahrt und führten technische Kontrollen durch. Die Seeölwehrstützpunkte Romanshorn, Kreuzlingen und Steckborn rückten zu insgesamt drei Einsätzen aus, der kantonale Ölwehrstützpunkt war zweimal an der Arbeit. Der Seepegel bewegte sich das ganze Jahr über auf einem durchschnittlichen Niveau.

Gesamter See: Weniger Unfälle verzeichnet

Auf dem gesamten Bodensee und dem Hochrheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich im vergangenen Jahr 163 Unfälle. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang von 35 Ereignissen. Diese forderten 35 Verletzte (2020: 38) und 13 Tote (17). 472 Personen mussten aus Seenot gerettet werden (432). Die Schadenssumme aller Unfälle beläuft sich auf rund 707'000 Euro, was gegenüber dem Vorjahr (543'000 Euro) einer Zunahme entspricht.