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Wega-Podium zum Thema Digitalisierung: Die Schweiz wird digital – aber langsam

Felix Kamer von Huawei zeigte anlässlich der Wega-Sonderschau auf, wo die Schweiz bei der Digitalisierung steht. Politiker sind zurückhaltend.
Christof Lampart
Sie sprachen über die Chancen und Risiken einer digitalisierten Gesellschaft: Moderator Philipp Landmark, Diana Gutjahr, Edith Graf-Litscher, Hansjörg Brunner, Daniel Wessner und Felix Kamer. Bild: Christof Lampart

Sie sprachen über die Chancen und Risiken einer digitalisierten Gesellschaft: Moderator Philipp Landmark, Diana Gutjahr, Edith Graf-Litscher, Hansjörg Brunner, Daniel Wessner und Felix Kamer. Bild: Christof Lampart

Die Schweiz habe in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf, erklärte Felix Kamer an der Wega. Der Senior Vice President des chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei hielt am Samstagnachmittag auf Einladung des Vereins Smarter Thurgau ein Referat.

Nach seinen Inputs diskutierte er gemeinsam mit Thurgauer Politikern über das Thema Digitalisierung. Philipp Landmark leitete das Podium mit Ständerätin Brigitte Häberli (CVP), den Nationalrätinnen Diana Gutjahr (SVP) und Edith Graf-Litscher (SP), Nationalrat Hansjörg Brunner (FDP) sowie dem Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit, Daniel Wessner.

Bei E-Government liegt die Schweiz zurück

In seinem Referat erklärte Felix Kamer, dass in der Wirtschaftssonderzone Shenzhen, wo Huawei zu Hause ist, alles deutlich schneller vorangehe als in der Schweiz. Digitale Einkaufshops für die Dinge des Alltags und eine Armee an E-Scooter-Fahrern, die abends den Kunden das Essen nach Hause bringt, seien «absolut normal», so Kamer. Die Digitalisierung ermögliche beim Einkaufen enorme Produktivitäts- und Effizienzgewinne. Der Experte sagte: «Die Transaktionskosten für das bargeldlose Bezahlen betragen in China ein Zehntelprozent; hier in der Schweiz zwei Prozent.»

Während die Schweiz in Sachen IT-Infrastruktur zu den fortschrittlichsten Nationen gehöre, liege sie beim E-Government weit hinten. E-Government ist die Durchführung von Prozessen, die zwischen staatlichen Institutionen und Bürgern mit der Hilfe von IT ablaufen.

Soll der Staat wirklich alles wissen?

Die Politiker am Wega-Podium räumten nach den Ausführungen von Kamer ein, dass die Schweiz sicher noch einiges an Verbesserungspotenzial in Sachen Digitalisierung habe. Sie teilten jedoch seine Euphorie über die Digitalisierung, wie sie in Shenzhen etabliert wurde, nur bedingt.

Für Edith Graf-Litscher war klar, dass die Schweiz weiterhin in ihre digitale Infrastruktur investieren müsse. Sie warnte jedoch davor, allzu naiv im Umgang mit den eigenen Daten zu sein:

«Denn heute muss sich jeder bewusst sein, dass wir nicht mehr in erster Linie mit Geld, sondern mit unseren Daten bezahlen.»

Diana Gutjahr sah zwar die wirtschaftliche Notwendigkeit zur Digitalisierung der Wirtschaft als gegeben an, doch riet sie privat zur Zurückhaltung bei der Abgabe der eigenen Daten. «Es ist eine Gratwanderung. Ich selbst habe immer mehr Bedenken hinsichtlich der Daten, die im Internet präsent sind.»

Brigitte Häberli räumte ein, dass sie mit offenem Mund vor den chinesischen Leistungen punkto Digitalisierung stehe. Doch sei ein Vorgehen wie in China, wo der Staat beliebig über Landenteignungen und Zwangsumsiedlungen verfüge, in der Schweiz, dank der direkten Demokratie, undenkbar:

«Wir müssen in Sachen Digitalisierung etwas tun, aber bei uns geht es langsamer, weil wir mit den Gesetzen vors Volk müssen – und das ist gut so.»

Bedarf an IT-Spezialisten wird explodieren

Daniel Wessner vom kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit wünschte sich, dass wir in der Schweiz möglichst rasch digital abstimmen können. Was den Arbeitsmarkt anbelange, so werde die Digitalisierung sowohl Arbeitsplätze schaffen, als auch welche vernichten.

Hansjörg Brunner erachtete es als wichtig, im Zeitalter der Digitalisierung genügend Arbeitskräfte zu haben, die Gesellschaft und Wirtschaft voranbringen könnten, weshalb er sich für einen vereinfachten Verbleib von ausländischen IT-Spezialisten nach deren Abschluss an einer Schweizer Hochschule aussprach. Für Felix Kamer ein Schritt in die richtige Richtung:

«Schauen sie, dass sie genug IT-Spezialisten haben; der Bedarf an ihnen wird richtiggehend explodieren.»

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