Frauenfeld: Eine schwarze Katze macht Karriere

Am Donnerstagabend zeigt das Cinema Luna als erstes Schweizer Kino um 20 Uhr den Animationsfilm «Cat Noir» des 37-jährigen Frauenfelder Regisseurs O’Neil Bürgi als Vorfilm von «Wolkenbruch». Der rund sechsminütige Kurzfilm handelt von einem Mann, der sich das Leben nehmen möchte, nachdem ihn seine Frau verlassen hat. Einzige Zeugin seiner Verzweiflung ist die schwarze Hauskatze.

Rahel Haag
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O’Neil Bürgi ist Filmregisseur und Gestalter. (Bild: PD)

O’Neil Bürgi ist Filmregisseur und Gestalter. (Bild: PD)

Wie entstand die Idee für die Handlung von «Cat Noir»?

Das Drehbuch entstand 2014. Damals lag ich im Spital, es ging mir gesundheitlich nicht gut. Ich brauchte etwas, um mich abzulenken. Es sollte etwas Leichtes, Witziges und Kinetisches entstehen. Die Ironie war, dass ich gleichzeitig Schmerzen hatte. Man muss dazu sagen, dass die Geschichte komplett meiner Fantasie entsprungen ist. Trotzdem sind Elemente enthalten, die jeder kennt – jeder wurde in seinem Leben in irgendeiner Weise bereits einmal verlassen.

Werden Sie am Donnerstagabend auch im Cinema Luna sein?

Nein, ich habe den Film schon sehr oft gesehen. Es ist aber interessant, die Reaktionen des Publikums, beispielsweise an Filmfestivals, zu beobachten. Sie sind teilweise sehr unterschiedlich.

Inwiefern?

Manche sind geschockt, andere lachen. Viele scheinen nicht so recht zu wissen, wie sie den Film einordnen sollen. Auch gab es verschiedene Interpretationen der Geschichte. Es war mir wichtig, dass mein Film eine gewisse Mehrschichtigkeit besitzt. Visuell wie auch inhaltlich.

Bisher haben Sie nur Realfilme gemacht.

Ursprünglich war auch «Cat Noir» als Realfilm geplant. Als ich das Drehbuch aber im Rahmen meines Filmstudiums an der F+F Schule für Design in Zürich vorgestellt habe, rieten mir meine Kommilitonen und Dozenten, das Projekt als Animationsfilm umzusetzen. Zuerst habe ich mich dagegen gewehrt. Nach einigen Tagen erkannte ich aber, dass es für mich eine interessante Herausforderung wäre. Ich hatte Lust, etwas Neues zu wagen.

Werden Sie auch in Zukunft Animationsfilme machen?

Es sind durchaus Ideen für weitere Animationsfilme vorhanden. Aktuell arbeite ich aber an einem Dokumentarfilm.

Wird «Cat Noir» auch im Ausland gezeigt?

Ja, zurzeit habe ich 32 Filmfestivalselektionen in 14 Ländern. Zuletzt war ich am Internationalen Filmfestival in Warschau und im November werde ich ans ExGround Kurzfilmfestival in Wiesbaden reisen. Ich bin sehr zufrieden mit der Festivalkarriere meiner schwarzen Katze.

«Cat Noir» läuft bis am 31. Oktober jeweils vor dem Hauptfilm um 20 Uhr im Cinema Luna in Frauenfeld.