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Im Thurgau wird neu auch am Sonntag auf Wildschweine geschossen

Wildschweine verursachten im vergangenen Jagdjahr Schäden von einer halben Million Franken. Deshalb bleiben sie im Visier der Jäger. Damit mehr Tiere erlegt werden, wird nun auch am Sonntag auf sie geschossen.
Silvan Meile
Unterwegs in seinem Revier: ein Jäger auf der Pirsch. (Bild: Benjamin Manser (12. Oktober 2017))

Unterwegs in seinem Revier: ein Jäger auf der Pirsch. (Bild: Benjamin Manser (12. Oktober 2017))

Im Thurgau soll die Jagd auf Wildschweine in die ersten Stunden des bis anhin jagdfreien Sonntags ausgedehnt werden. Neu dürfen Jäger gemäss überarbeiteter kantonaler Jagdverordnung auch am Ruhetag bis um vier Uhr in der Früh auf Wildschweine schiessen.

Für Roman Kistler, Chef der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung, ist vor allem die aufwendige Jagd nach den nachtaktiven Wildschweinen ein Grund für die zeitliche Ausdehnung. Viele Jäger seien arbeitstätig, stünden im Berufsleben. Dadurch haben sie unter der Woche kaum Zeit, auf die Pirsch zu gehen. Gleichzeitig sind jedoch die Jagdgesellschaften gefordert. Sie sollen mehr Wildschweine schiessen, damit die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen nicht noch grösser werden. Im vergangenen Jagdjahr verursachten die Wildschweine im Thurgau Kosten von fast einer halben Million Franken. Den Borstentieren werden 90 Prozent aller Wildschäden im Kanton angelastet.

Dass die Jagd auch in Stunden des sonntäglichen Ruhetags erlaubt sein soll, löste bereits Unverständnis aus. In einem Entwurf der neuen Verordnung zum Jagdgesetz war Ende letzten Jahres von der nächtlichen Jagd am Sonntag sogar «bis eine Stunde nach Sonnenaufgang» die Rede. Da klingelten bei Tierschützer Reinhold Zepf sofort die Alarmglocken: «So muss der frühe Pilzsucher oder Jogger damit rechnen, dass ihm im Wald Kugeln aus Jagdgewehren um die Ohren fliegen», ärgerte er sich.

Mehr als hundert Bewilligungen für Nachtsichtgeräte

Zu reden gab der damalige Entwurf der Jagdverordnung, deren Erlass in der Kompetenz des Regierungsrates liegt, bei Tierschützer Zepf auch die möglichen Schussabgaben aus Fahrzeugen. «Das ist nicht weidmännisch.» Diesbezüglich ist der Kanton von der ursprünglichen Idee abgewichen, auch den Abschuss von Rehen und Hirschen aus dem Auto zu erlauben. «Mit Ausnahme von Hegeabschüssen von kranken oder verletzten Tieren ist die Schussabgabe aus Motorfahrzeugen auf Reh- und Rotwild untersagt», ist nun festgehalten. Wie bis anhin sei es aber weiterhin erlaubt, Tiere wie Füchse, Dachse oder eben Wildschweine aus einem stehenden Fahrzeug zu schiessen, erklärt Kistler. Ein Auto biete dem Jäger nicht nur Schutz vor Kälte, die Wildschweine könnten ihn dadurch auch schlechter wittern. Doch trotz Erlaubnis bleibt diese Methode wohl umstritten. Denn die Jagd aus dem Auto widerspricht den Prinzipien vieler Jäger.

Wie bereits im Bundesgesetz festgehalten, ist nun auch in der kantonalen Jagdverordnung niedergeschrieben, dass der Einsatz von Hilfsmitteln, wie Nachtsichtgeräte oder Wärmebildkameras, zur Jagd auf Wildschweine eine Erlaubnis des Kantons verlangt. Mehr als hundert solcher Bewilligungen seien im Thurgau bereits ausgestellt worden, sagt Kistler.

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