Schulgemeinde Wängi senkt den Steuerfuss

Der Wängemer Gemeinderat kann den Umbau des Gemeindehauses angehen. Die Schulbehörde prüft ebenfalls ihre Liegenschaften.

Olaf Kühne
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Der Schalterbereich des Wängemer Gemeindehauses soll umgestaltet werden. (Bild: Olaf Kühne)

Der Schalterbereich des Wängemer Gemeindehauses soll umgestaltet werden. (Bild: Olaf Kühne)

«Die 1.-August-Feier findet auch kommendes Jahr wieder statt», sagte Thomas Goldinger – nachdem er bereits die Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar und die 50-Jahr-Feier der Gemeinde vom 22. Juni erwähnt hatte.

Diese Hinweise machte der Wängemer Gemeindepräsident zwar im Rahmen des Traktandums «Mitteilungen und Umfrage». Indes bezweckte Goldinger damit vor allem eines: Er musste Zeit schinden. Ging doch die vorangegangene Budgetgemeindeversammlung derart problemlos und zügig über die Bühne, dass die Stimmenzähler die Voten der 110 Stimmbürger zu den fünf Einbürgerungsgesuchen schlicht noch nicht ausgezählt hatten.

Dass die Einbürgerungsanträge mit Zustimmungsquoten zwischen 75 und 86 Prozent erfreulich deutlich gutgeheissen wurden, sei hier nur am Rande erwähnt. Es waren auch die einzigen nicht einstimmigen Abstimmungsergebnisse des Donnerstagabends.

Gemeindesteuerfuss bleibt unverändert

Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde sieht bei einem Aufwand von 14,6 Millionen Franken ein Defizit von knapp 348000 Franken vor. Diesen Voranschlag genehmigten die Stimmbürger genau so wie den unveränderten Steuerfuss von 49 Prozent und die Nettoinvestitionen über knapp 1,8 Millionen Franken: diskussionslos und einstimmig.
Gemeindepräsident Goldinger erläuterte dennoch einzelne Budgetposten: Ein besonderes Anliegen schien ihm dabei das Gemeindehaus zu sein. Der 40-jährige Bau, insbesondere seine Fassade und Fenster, ist Sanierungsbedürftig. Für diese Arbeiten liegt ein Kostenvoranschlag von 360000 Franken vor. In der Investitionsrechnung sind allerdings erst 40000 Franken eingeplant.

Mit diesem Projektierungskredit will der Gemeinderat ein weiteres Manko des Gemeindehauses beseitigen. «Der Eingangs- und Schalterbereich ist nicht mehr zeitgemäss. Vor allem ist wegen der offenen Bauweise die Diskretion am Schalter nicht gewährleistet.»
Baukredit an der nächsten Gemeindeversammlung
Mit dem Projektierungskredit soll nun der Entwurf eines Innenarchitekturbüros zu einer abstimmungsreifen Vorlage ausgearbeitet werden, welche der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung vorlegen will.

Keinerlei Fragen warfen schliesslich auch Goldingers Erklärungen zu zwei weiteren Bauvorhaben auf: Der 200 Meter lange Abschnitt zwischen Pflegezentrum und Grütstrasse entlang der Neuhausstrasse erhält ein zwei Meter breites Trottoir mit Bänkli und Bäumen. Da diese Strecke gerne von Bewohnern und Besuchern des Pflegezentrums Neuhaus zum Spazieren genutzt wird, übernimmt die Einrichtung die Hälfte der Baukosten von 140000 Franken.

70000 Franken sind zudem für die Projektierung eines weiteren Tiefbauvorhabens eingesetzt: die Verbreiterung der Heiterschenbrücke. Diese dient als Zufahrt zum gleichnamigen Industriegebiet und ist für Lastwagen sehr schmal, besonders wenn noch gleichzeitig Fussgänger unterwegs sind.

Schulhäuser nicht behindertengerecht

Mit einem Stimmbürger mehr, aber der selben Einstimmigkeit brachte zuvor Schulpräsident Jörg Kobelt seine Versammlung über die Bühne. Gegen die Senkung des Steuerfusses von 95 auf 93 Prozent hatte erwartungsgemäss niemand etwas einzuwenden.

Schulpfleger Pirmin Bernhardsgrütter erklärte in seinen Ausführungen zum Budget 2019 die wenigen Abweichungen zum Vorjahresbudget. Eine neue Primarklasse, dafür weniger Stellenprozente in der Sekundarschule. Höhere Steuereinnahmen, dafür weniger Kantonsbeiträge. Dies alles führt bei einem Gesamtaufwand von 9,7 Millionen Franken zu einem kleinen Defizit von 89000 Franken. Weil aber, wie es Schulpräsident Kobelt formulierte, die finanzielle Situation «gesund und stabil» ist, und sich das Eigenkapital auf 5,9 Millionen Franken beläuft, war die Steuersenkung ein logischer Schritt.

Markige Worte brauchte Schulpfleger Bernhardsgrütter bezüglich der Schulliegenschaften. Das «Konzept Raumplanung» – ein Budgetposten über 270000 Franken – sei «eine grosse Herausforderung mit einem riesigen Aufzählungskatalog». Verschiedene Schulhäuser erfüllten die Anforderungen bezüglich Raumgrösse und Behindertengerechtigkeit nicht mehr. Das budgetierte Konzept soll diese Probleme nun angehen.

Wängemer Gemeinderat will das Gemeindehaus renovieren

Das Gemeindehaus ist 40 Jahre alt und entsprechend sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat hat deshalb einen Projektierungskredit in die Investitionsrechnung aufgenommen. Ein Totalumbau ist hingegen vom Tisch.
Olaf Kühne