SCHULGEMEINDE
Erweiterung der Primarschule Nussbaumen muss warten, dafür gab es einen Kompromiss bei der Steuerfusserhöhung

Die Stimmbürger von Nussbaumen einigten sich an der Schulgemeindeversammlung auf eine fünfprozentige Steuererhöhung. Die Behörde beantragte eine Erhöhung von 10 Prozent.

Evi Biedermann
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Die wiedergewählte Schulbehörde bis 2025: Präsidentin Diana Sterkman, Cornelia Roth, Stefan Jösler, Andrea Saxer und Christoph Brander.

Die wiedergewählte Schulbehörde bis 2025: Präsidentin Diana Sterkman, Cornelia Roth, Stefan Jösler, Andrea Saxer und Christoph Brander.

Bild: Evi Biedermann

Letzten Herbst sah man in Nussbaumen guten Mutes in die Zukunft. Das Stimmvolk hatte im September einen Planungskredit von 145‘000 Franken für einen Ersatzbau des alten Schulpavillons bewilligt. In der Zwischenzeit hat ein beauftragtes Architekturbüro ein Erweiterungsprojekt erarbeitet, und damit kam die Ernüchterung. Der Bau würde zwar die langfristigen Bedürfnisse an den Kindergartenbetrieb und den Schulbetrieb mit drei Klassen decken, doch die veranschlagten Kosten von 2,75 Millionen Franken sind hoch.

Zu hoch für eine kleine Schulgemeinde wie Nussbaumen, erklärte Dino Giuliani an der Schulgemeindeversammlung vom Dienstagabend, nachdem er als Leiter der Baukommission den 39 anwesenden Stimmberechtigten das Projekt kurz vorgestellt hatte. Geplant ist ein Holzbau in Minergie Standard mit Kindergarten im Erdgeschoss und Klassenzimmer, Schulleiterbüro und Logopädiezimmer. Gemäss Beschluss der Schulbehörde wird das Projekt vorerst zurückgestellt. «Wir werden im laufenden Jahr nochmals Alternativen prüfen», sagte Schulpräsidentin Diana Sterkman dazu. Dabei werde man auch zwei Ziele verfolgen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht spruchreif sind.

«Sicher ist aber, dass es mit den Schülerzahlen zu tun hat.»
Diana Sterkman, Präsidentin Primarschule Nussbaumen.

Diana Sterkman, Präsidentin Primarschule Nussbaumen.

Bild: Andreas Taverner

Die Schülerzahlen stehen in Nussbaumen immer wieder im Fokus. Denn diesbezügliche Veränderungen haben grosse Auswirkungen auf die kleine Schulgemeinde. So sind sie seit letzten Herbst von 71 auf aktuell 61 gesunken. Und die kommenden Jahre zeigen weiter abwärts. Deshalb und aufgrund der unsicheren Situation sah sich die Behörde genötigt, den Finanzplan anzupassen. Käme nun noch das Vorhaben der Schulerweiterung dazu, würde die Finanzlast zusätzlich steigen.

Um die Finanzen längerfristig im Lot zu halten, beantragte die Behörde beim Stimmvolk heuer eine Steuererhöhung von zehn Prozent. Dazu gab es kritische Wortmeldungen aus der Versammlung. Vor einem Jahr habe man euphorisch über eine Schulerweiterung diskutiert, sagte eine Votantin. «Jetzt haben wir keinen Pavillon, dafür 10 Prozent höhere Steuern. Braucht es so viel?» Die Stufe der Erhöhung war auch anderen zu steil. Letztlich stimmte die Versammlung mit grossem Mehr einem spontanen Antrag zu, der eine Steuererhöhung von fünf Prozent beinhaltet.

Die Stimmberechtigten mit Maske und Sicherheitsabstand in der Turnhalle.

Die Stimmberechtigten mit Maske und Sicherheitsabstand in der Turnhalle.

Bild: Evi Biedermann

Rechnung schliess mit hohem Gewinn ab

Die Rechnung 2020 schliesst bei Ausgaben von 1,073 Millionen Franken mit einem Gewinn von 332‘445 Franken. Budgetiert war ein Überschuss von 272‘900 Franken. Der Gewinn basiert vor allem auf massiv höheren Steuereinnahmen, aber auch weniger Ausgaben beim Personal und Schulbetrieb. Vom Gewinn fliessen 116‘000 Franken in den Erneuerungsfonds aus Baufolgekosten und 216‘445 Franken in zweckfreies Eigenkapital. Das Budget 2021 rechnet mit einem Aufwand von 1,161 Millionen Franken und sieht einen Verlust von 40‘800 Franken vor. Es wurde wie die Rechnung von den Stimmberechtigten angenommen, basiert aber auf dem erhofften Steuerfuss von 76 Prozent.

Die Versammlung wählte im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen 2021 alle bisherigen Behördenmitglieder für eine weitere Amtsperiode. Es sind dies die Präsidentin Diana Sterkman, Stefan Jösler, Cornelia Roth, Andrea Saxer und Christoph Brander. Sie erhielten je 35 Stimmen auf 36 gültigen Stimmzetteln.