Frauenfelder Schulgemeinden verändern ihre Steuerfüsse (vorerst) nicht

Die Schulen Frauenfeld legen ihren Stimmbürgern ausgeglichene Budgets für 2020 vor. Beim Steuerfuss gibt es voraussichtlich aber bald Änderungen. Zudem befindet das Stimmvolk Ende November über einen Landkauf.

Samuel Koch
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Das Oberstufenzentrum Reutenen in Frauenfeld. (Bild: Nana do Carmo)

Das Oberstufenzentrum Reutenen in Frauenfeld. (Bild: Nana do Carmo)

Unaufgeregt. So fasst Schulpräsident Andreas Wirth am Dienstagvormittag die Voranschläge der Schulen Frauenfeld fürs kommende Jahr zusammen. Sowohl bei der Primarschule als auch bei der Sekundarschule bleiben die Steuerfüsse fürs Rechnungsjahr 2020 unverändert.

Die Primarschulgemeinde rechnet bei einem Gesamtaufwand von rund 37,67 Millionen Franken mit einem Gewinn von rund 124'000 Franken, die Sekundarschulgemeinde bei einem Aufwand von rund 28,11 Millionen mit einem Plus von knapp 142'000 Franken.

Mit Blick auf die schulischen Finanzlagen haben sie gut lachen: Finanzleiter Christian Schwarz, Schulpräsident Andreas Wirth und Leiter Betrieb Markus Herzog. (Bild: Samuel Koch)

Mit Blick auf die schulischen Finanzlagen haben sie gut lachen: Finanzleiter Christian Schwarz, Schulpräsident Andreas Wirth und Leiter Betrieb Markus Herzog. (Bild: Samuel Koch)

Trotz der positiven Zahlen rechnet Wirth am 24. November mit einer Stimmbeteiligung von höchstens 25 Prozent. «Weder kommunal, kantonal noch national gibt es dann Vorlagen», sagt er. Immerhin befinden die Schulbürger nebst den Voranschlägen noch über den Landerwerb einer Parzelle an der Oberwiesenstrasse für 7,5 Millionen Franken.

Kaum prognostizierbare Steuererträge

Beide Budgets gleichen sich inhaltlich mehr oder minder jenen des laufenden Jahres, obwohl beide Schulgemeinden mit weniger Fiskalerträgen auskommen müssen. «Die Steuergesetzrevision bringt weniger Steuern, weshalb wir in den nächsten Jahren weniger in die Erneuerungsfonds einzahlen können», meint Wirth. Jedoch fangen die sonstigen Einnahmen die sinkenden Steuererträge auf, wie Finanzleiter Christian Schwarz sagt.

Ohnehin bekunden die Schulen oft Mühe mit der Budgetierung. Veränderungen der zuletzt stets steigenden Schülerzahlen seien noch einigermassen prognostizierbar, meint Wirth. Steuererträge jedoch seien kaum berechenbar, was wiederum Folgen für die Beiträge in den kantonalen Finanzausgleich hat. «Das ist wie Kaffeesatzlesen», sagt Schwarz.

Die von Wirth seit Jahren geforderte Bereinigung durch den Grossen Rat führt dazu, dass sich die Schere zwischen den höheren Abgaben der Sek gegenüber den tieferen Zahlungen der Primar schliesst. Das wirkt sich wiederum auf die nächsten Budgets und deren Steuerfüsse aus. Bei der Primar rechnet Wirth deshalb mit einer Steuerfusserhöhung bis maximal fünf Prozentpunkte, bei der Sek gleichzeitig mit einer Erleichterung bis maximal fünf Prozentpunkte.

Fonds als Kriegskassen für anstehende Investitionen

Einerseits zahlen die Schulgemeinden nächstes Jahr nichts in den Erneuerungsfonds ein, andererseits entnimmt die Sek aus ihrem 25 Millionen Franken für die Finanzierung der Gesamtsanierung der Schulanlage Auen. Langfristig planen die Schulen, die Erneuerungsfonds wieder zu äufnen. «Damit lässt sich der Steuerfuss glätten», meint Schwarz.

Total plant die Primarschule nächstes Jahr mit hohen Investitionen von 11,38 Millionen Franken, wobei der Löwenanteil mit über zehn Millionen in die Sanierung der Schulanlage Schollenholz fliesst. Des Weiteren stehen eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Schule Erzenholz, die Dachsanierung von Hort und Alterssiedlung Zielacker sowie die Resttranche für den Neubau des Doppelkindergartens Brotegg an.

Bei der Sek belaufen sich die Investitionen auf 8,94 Millionen Franken, wobei nebst einer neuen Akustik im Reutenen alles fürs Auen vorgesehen ist. Sobald die dortige Baustelle nächstes Jahr mit der Einweihung am 5. September 2020 beendet ist, müssen die Investitionen von rund 47,26 Millionen Franken abgeschrieben werden.

Ausführliche Budgetinfos unter: www.schulen-frauenfeld.ch

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