Schule
Nach Tadel gibt's Lob: Neu ausgerichtetes Gebäude soll Schulraumerweiterung in Warth-Weiningen zum Fliegen bringen

Im dritten Anlauf gibt's Lob: Die Schulbehörde Warth-Weiningen informierte über Stand der geplanten Schulhauserweiterung. Der Baukredit soll im Herbst vor die Stimmberechtigten gelangen.

Evi Biedermann
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Die Visualisierung zeigt das Schulareal mit dem Erweiterungsbau zwischen Parkplatz, Turnhalle und Tartanplatz.

Die Visualisierung zeigt das Schulareal mit dem Erweiterungsbau zwischen Parkplatz, Turnhalle und Tartanplatz.

Bild: PD/Innoraum AG

Schulpräsident Pius Krähemann hat wohl mit vielem gerechnet, kaum aber mit einem Lob. Erteilt hat es der einstige Gemeindeammann Max Arnold, der sich begeistert über das Vorprojekt äusserte, das die Schulbehörde vergangenes Wochenende öffentlich präsentierte. «Hätte man das alles früher gewusst, wäre wohl einiges anders verlaufen», sagte Arnold am Ende der Veranstaltung.

So war es auch vorgesehen, die Schulbehörde hatte den jetzigen Infoanlass bereits vor einem Jahr auf der Agenda, doch Corona verhinderte das Vorhaben. Statt Infos fürs Volk gab's später Tadel für die Schulbehörde. Eine anonyme Gruppe besorgter Einwohnerinnen und Einwohner rief auf einem Flugblatt dazu auf, den Planungskredit für die Schulhauserweiterung abzulehnen, über den an der ausserordentlichen Urnenabstimmung vom Juni 2020 zu bestimmen war.

Der kurzfristige Coup wäre fast gelungen, doch letztlich entschieden die Befürworter mit drei Stimmen Vorsprung die Abstimmung für sich. Opponiert hatte das Gegenkomitee damals nicht gegen die von der Behörde auserkorene Variante, sondern weil diese dem Stimmvolk nicht näher vorgestellt worden war. Denn ein halbes Jahr zuvor an der Schulgemeindeversammlung hatte die Behörde noch eine andere Variante favorisiert. Diese wäre an die Westfassade gebaut worden, stiess jedoch auf heftigen Gegenwind, weil dafür ein Landabtausch vorgesehen war.

Schulpräsident Pius Krähemann sowie Michael Roos und Christoph Labhart von der Innoraum AG begutachten das Modell.

Schulpräsident Pius Krähemann sowie Michael Roos und Christoph Labhart von der Innoraum AG begutachten das Modell.

Bild: Evi Biedermann

Neue Ausrichtung parallel zum Schulhaus

Nach dem Ja zum Planungskredit im Juni 2020 erhielt das Frauenfelder Architekturbüro Innoraum AG den Zuschlag für das nun vorliegende Vorprojekt. Der Standort ist derselbe wie der vor einem Jahr von der Schulbehörde favorisierte, das Gebäude jedoch wurde neu ausgerichtet.

Statt wie ursprünglich quer steht es nun parallel zu Schulhaus und Turnhalle und bildet mit diesen beiden eine einheitliche Linie. Zudem entsteht durch die Anbindung an bestehende Bauten ein geschützter Schulhof, der sich nur in Richtung roter Platz und Wiese öffnet, aber dennoch von drei Seiten her zugänglich ist. Im zweistöckigen Bau befinden sich im Erdgeschoss zwei je 107 Quadratmeter grosse Räume für die Kindergärtler, ein Disponibelraum und zwei WCs. Das obere Stockwerk umfasst zwei Klassenräume mit je einem Gruppenraum, dazu ein Materialraum und einen weiteren Raum. Das Gesamtvolumen des Neubaus beträgt 4000 Kubikmeter, 620 Kubikmeter liegen unterirdisch.

Eine weitere Visualisierung des geplanten Schulgebäudes.

Eine weitere Visualisierung des geplanten Schulgebäudes.

Bild: PD/Innoraum AG

Holz ist vorgesehen, hat aber seinen Preis

Noch nicht klar ist, mit welchen Materialien gebaut wird. Gemäss den Skizzen ist auch Holz vorgesehen. «Wir wollen möglichst nachhaltig bauen», sagt Christoph Labhart, Geschäftsleiter der Innoraum AG, auf Nachfrage. Holz habe aber seinen Preis, und dieser sei stark gestiegen seit Anfang Jahr. «Eine Prognose ist zurzeit schwierig.» Gleiches gilt für den Kostenvoranschlag, den er nicht näher beziffern will.

«Je nachdem, ob wir mit vorfabrizierten Elementen bauen oder auf konventionelle Weise, wird das eine andere Zahl geben.»

Absehbar sei aber schon jetzt, dass das einst geschätzte Kostendach von 3,3 Millionen nicht ausreiche. Der Grobterminplan sieht vor, dass das Bauprojekt und der Kostenvoranschlag im August vorliegen und der Baukredit an der Schulgemeindeversammlung vom 21. November zur Abstimmung kommt. Der Baustart ist auf Frühjahr 2022 vorgesehen, der Abschluss auf Sommer 2023.

Schulgemeindeversammlung: Dienstag, 15. Juni, 20 Uhr