Schule
«150 Gefahrenstellen wurden gemeldet»: In Gachnang sorgen Schulwegpläne für Sicherheit

Die Primarschulgemeinde hat Pläne für sichere Schulwege ausgearbeitet. Behördenmitglied Michael Sigg war selbst auf den Schulwegen unterwegs und erklärt, welche Abklärungen für die erstellten Pläne nötig waren.

Claudia Koch
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Spielende Erstklässler in Gachnang: Ihr Schulweg soll nun dank Plänen sicherer sein.

Spielende Erstklässler in Gachnang: Ihr Schulweg soll nun dank Plänen sicherer sein.

Bild: Heidi Anderes (14. August 2003)

Die Schulwegsicherheit ist seit rund drei Jahren ein wiederkehrendes Thema. Nun liegen für das neue Schuljahr Schulwegpläne vor. Wie kam es dazu?

Michael Sigg: Gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) ist jede Schulgemeinde verpflichtet, Massnahmen zu erarbeiten, die zur Sicherheit auf dem Schulweg beitragen. Wir wollten diese Verantwortung wahrnehmen und wissen, wo die grössten Gefahrenstellen für die Schulkinder lauern.

Michael Sigg, Mitglied Schulbehörde Gachnang

Michael Sigg, Mitglied Schulbehörde Gachnang

Bild: PD

Wie sind Sie konkret vorgegangen?

Wir haben 2019 an alle Eltern und Kinder Fragebogen verschickt und sie gebeten, die Gefahrenstellen aus ihrer Sicht in Gachnang, Islikon und Kefikon festzuhalten. Der Rücklauf war erfreulich hoch. Es wurden rund 150 solcher Stellen gemeldet. Zusammen mit der fachlichen Unterstützung von Thomas Buhl, Geschäftsleiter der Büro Widmer AG, haben wir die heikelsten Punkte herausgefiltert.

Wo liegen die Stellen, die am meisten Aufmerksamkeit benötigen?

Grundsätzlich sind das Stellen, an denen eine Strasse überquert werden muss. Idealerweise hat es dort einen Zebrastreifen, doch das ist nicht immer der Fall. Auch sind nicht überall Trottoirs vorhanden. Die Schulkinder müssen deshalb die Regeln kennen. Genauso wie die Autofahrer.

Ende Februar haben Sie zusammen mit Fachmann Thomas Buhl, Schulleiter Rolf Fuchs und Martin Tobler, Chef Verkehrsinstruktion der Kantonspolizei Thurgau, einen Rundgang entlang der empfohlenen Schulwege gemacht. Gab es für Sie dabei Überraschungen?

Wir waren bewusst vor und nach der Mittagszeit auf dem Rundgang. Also dann, wenn die Schulkinder unterwegs sind. Ich fand es spannend, zu sehen, wie einige Kinder gewisse Strassen ganz anders queren, als wir Erwachsenen dachten. Wichtig ist deshalb, die Schulwege auch aus Sicht der Kinder zu prüfen.

Was heisst das?

Da Schulkinder kleiner sind, können parkierende Autos oder überhängende Hecken ihnen die Sicht einschränken. Deshalb ruft die politische Gemeinde regelmässig dazu auf, zur Sicherheit der Schulkinder Hecken und Bäume zurückzuschneiden. Bei Missachtung werden einzelne auch aufgefordert.

Die Schulwegpläne sollen im neuen Schuljahr abgegeben werden. Gab es bei der Erstellung grundlegende Änderungen der Schulwege?

Nein. Die Hauptschulwege und die Ströme der Kinder sind ja bekannt. Aus fachlicher Sicht wird auf gewissen Wegen empfohlen, die Strassenseite zu wechseln oder eine sicherere Alternativroute zu wählen. Die Empfehlungen sind besonders für neue Schulkinder gedacht, damit diese von Beginn weg von ihren Eltern richtig instruiert werden können. Je nach Bautätigkeit in der Gemeinde oder grösseren baulichen Veränderungen werden die Pläne regelmässig angepasst.