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SRF-Team besucht Homburg wegen Renaturierungsprojekt

Annemarie und Johannes Rossel legen einen seit Jahrzehnten kanalisierten Bach wieder frei und renaturieren seine Umgebung. Der Kanton begrüsst die Investitionen und prüft eine finanzielle Beteiligung.
Salome Preiswerk Guhl
Annemarie und Johannes Rossel schauen bei Baggerführer Daniel Herzog vorbei, der mit der Bachoffenlegung beschäftigt ist. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Annemarie und Johannes Rossel schauen bei Baggerführer Daniel Herzog vorbei, der mit der Bachoffenlegung beschäftigt ist. (Bild: Salome Preiswerk Guhl)

«Phänomenal, was aus der Natur alles zurückkommt.» Johannes Rossel freut sich über die rund 80 Bergmolche, die er in den Teichen gezählt hat. Eine Schleiereule und Laubfrösche hatte er auch schon gesichtet und die Mönchsgrasmücke – ein Singvogel – gehört mit ihrem Gesang schon fast zur Schwärzi, dem ausserhalb von Homburg gelegenen Zuhause der Rossels.

Bereits vor zehn Jahren liessen die Rossels ihr 6300 Quadratmeter grosses Grundstück durch eine auf Naturgärten spezialisierte Firma gestalten. Annemarie und Johannes Rossel sagen:

«Damals waren wir beide noch berufstätig und hatten wenig Zeit für die Umsetzung.»

Heute sind beide pensioniert und stecken viel Herzblut und Eigenleistung in die Renaturierung ihrer Umgebung. Dazu gehört auch die Offenlegung eines vor rund 60 Jahren auf einer Länge von etwa 70 Metern kanalisierten Entwässerungsbaches.

Ruderalfläche speziell für grosse Artenvielfalt

Anfangs Woche war es soweit. Der Bagger begann, Schaufel um Schaufel, Humus abzutragen. Der Bach erhält in den nächsten Wochen einen neuen Lauf und wird sogar um 20 Meter verlängert und mit Teichen versehen. Mit dem Aushubmaterial werden die angrenzenden Bereiche modelliert und mit Wandkies soll beidseitig eine Ruderalfläche entstehen, speziell für die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

SRF filmt Homburger Engagement für «Mission B»

Die Aktion «Mission B» ist die Antwort auf den steten Rückgang der Biodiversität. Jede Sekunde werden in der Schweiz 0,7 Quadratmeter Grünfläche verbaut, Insekten sterben, Vögel werden immer weniger. Das gemeinsame Projekt von SRF, RSI, RTR und RTS hat zum Ziel, die Biodiversität in der Schweiz nachhaltig zu fördern. In den nächsten anderthalb Jahren möchte die Projektgruppe möglichst viel biodiverse Fläche dazugewinnen, in der Schmetterlinge, Vögel, Wildbienen, Eidechsen und Igel ein Zuhause finden. Im Kanton Thurgau sind bereits über 22'000 Quadratmeter für «Mission B» angemeldet worden. Kürzlich filmte ein Team von SRF das private Engagement von Johannes und Annemarie Rossel in Homburg. (sp)

Hinweis
Weitere Infos im Internet unter: www.missionb.ch

Am Ende des Bachlaufs, bevor der Bach wieder in die Röhre geführt wird, darf er im Untergrund versickern, wodurch eine verbreiterte Feuchtwiese mit einer eigenen Vegetation entsteht. Annemarie Rossel meint:

«Für die Bepflanzung verwenden wir ausschliesslich einheimische Pflanzen. Wir haben bereits Stecklinge gezogen und viele Samen gesammelt.»

Die Gartenarbeit beschäftige sie und ihren Mann täglich während eines grossen Teils des Jahres und hält sie fit. «Wir sind keine Fachleute, werden aber seit Jahren durch eine Fachfrau für Naturgärten begleitet. Das ist es uns wert, wird sind fasziniert von der Natur und wollen unseren Beitrag zur Biodiversität leisten.»

Kanton begrüsst Eigeninitiative

Auch das kantonale Amt für Raumentwicklung ist daran interessiert, dass es wieder vermehrt Feuchtlebensräume gibt. Laut Matthias Künzler vom Amt für Raumentwicklung liegt die Bachöffnungsstelle der Familie Rossel im Vernetzungskorridor in der Landwirtschaftszone und kann ein wichtiger Lebensraum für Amphibien und Libellen sein.

Grundsätzlich finanziert der Kanton keine Gartenneugestaltungen. Aber beim Projekt von Rossels wird laut Künzler eine finanzielle Unterstützung geprüft, «denn in diesem Fall profitiert voll und ganz die Natur».

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