Schluss mit Pflästerlipolitik in Frauenfeld

Anfang 2021 will der Kanton die Ellikonerstrasse an die Stadt Frauenfeld und die Gemeinde Gachnang übergeben. Voraussetzung für den Wechsel ist aber die Sanierung der Ortsdurchfahrt Osterhalden. Kostenpunkt: 1,6 Millionen.

Rahel Haag
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Auf der «Holperpiste»: Bruno Keller, stellvertretender Abteilungsleiter Betrieb, und Stadtingenieur Thomas Müller. (Bild: Reto Martin)

Auf der «Holperpiste»: Bruno Keller, stellvertretender Abteilungsleiter Betrieb, und Stadtingenieur Thomas Müller. (Bild: Reto Martin)

Es regnet, auf der Ellikonerstrasse sammelt sich vielerorts das Wasser in Pfützen. «Daran sieht man, dass die Beläge gelitten und sich verformt haben», sagt Stadtingenieur Thomas Müller. Dass die Ortsdurchfahrt Osterhalden in einem «für Schweizer Verhältnisse» schlechten Zustand ist, ist auch Bruno Keller bewusst. Er ist stellvertretender Abteilungsleiter Betrieb beim kantonalen Tiefbauamt.

In den vergangenen Jahren sei eine «Pflästerlipolitik» betrieben worden. Dadurch sei die Strasse zu einer «Holperpiste» geworden.

«Wann sie letztmals komplett saniert wurde, kann ich nicht sagen.»

Nun will der Kanton die Strasse an die Stadt Frauenfeld und die Gemeinde Gachnang übergeben. Zum Entschluss führte der kantonsrätliche Beschluss, die Kilometer an Kantonsstrassen zu reduzieren. «Zudem hat die Strasse keinen übergeordneten Erschliessungscharakter», sagt Keller.

Die Stadt auf der anderen Seite will die Strasse aber nicht ohne weiteres übernehmen.

«Zuerst muss sie saniert werden, damit sie unseren Vorstellungen entspricht»

sagt Müller. Die öffentliche Planauflage für die geplante Sanierung lag bis am 6. März öffentlich auf. Einsprachen gab es keine.

Regenwasser wird in den Tegelbach geleitet

Der Wechsel vom Kanton zur Stadt und Gemeinde Gachnang ist auf Anfang 2021 geplant. In einem ersten Schritt sollen nun bis Ende Jahr die Werkleitungen ersetzt werden. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten im September beginnen.

Nebst der Wasserleitung und jener der Elektrizitätswerke ist eine Meteorwasserleitung geplant. «Auf diese Weise kann Regenwasser gesammelt und in den Tegelbach geleitet werden», sagt Müller. Eine Leitung dieser Art sei Standard, sofern in der Nähe ein Gewässer vorhanden sei, und diene dem Gewässerschutz.

Denn gelange das Regenwasser gemeinsam mit dem Schmutzwasser in die Abwasserreinigungsanlage (ARA), führe dies zu einer starken Verdünnung. «Das wiederum erschwert die Reinigung des Abwassers in der ARA.»

Die Kosten für die Werkleitungen belaufen sich auf rund 300'000 Franken, die Meteorwasserleitung wird nochmals mit 300'000 Franken zu Buche schlagen. Die Sanierung des rund zwei Kilometer langen Strassenabschnitts, vom Einlenker Weststrasse bis zur Kantonsgrenze, wird rund eine Million Franken kosten.

«Die Kosten teilen sich die Werke, die Gemeinden und der Kanton»

sagt Keller.

Anschliessend könne die Strasse mit gutem Gewissen übergeben werden. «Die Stadt und die Gemeinde sollten danach rund 25 bis 30 Jahre Ruhe haben», sagt er. Noch hat der Stadtrat die Übernahme aber noch nicht definitiv beschlossen.

Die Arbeiten werden grösstenteils unter einem Lichtsignal ausgeführt.

«Nur während des Belageinbaus wird aus Qualitätsgründen eine Vollsperrung nötig sein»

sagt Keller. Die Arbeiten sind für Frühling oder Sommer 2020 geplant und werden rund eine Woche dauern. «Die Anwohner werden aber nicht abgehängt», sagt Keller, «denn sämtliche Liegenschaften sind hinterliegend erschlossen.»

Im Zuge der Sanierung erhält Osterhalden auf der Südseite zudem ein durchgehendes Trottoir. Dieser Entschluss hänge mit der Siedlungsentwicklung in Osterhalden zusammen. «In den vergangenen Jahren sind hier mehrere neue Mehrfamilienhäuser entstanden», sagt Müller. Gerade für Kinder sei die aktuelle Situation mit dem teilweise fehlenden Trottoir schwierig. «Der Landerwerb konnte bereits geklärt werden», sagt Keller. Die Strassenbreite bleibt derweil unverändert.

Eine Verkehrsinsel zur Entschärfung

Beim Ortseingang Osterhalden, wenn man aus Richtung Ellikon an der Thur kommt, ist darüber hinaus, wie in Gerlikon, ein sogenannter Pförtner geplant. Die Verkehrsinsel solle entschärfend wirken, sagt Müller. «Wir haben in der Vergangenheit von mehreren Anwohnern Beschwerden erhalten, dass die Autofahrer in diesem Bereich zu schnell unterwegs sind.»

Baustart an der Frauenfelder Algisserstrasse

Von morgen Mittwoch, 20. März, bis zirka Ende Juni werden an der Algisserstrasse im Projektabschnitt zwischen der Ringstrasse und der Sternwartestrasse Bauarbeiten durchgeführt.