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Kommentar

Schlosspark, öffne deine Tore

Die Thurgauer Regierung will die Finger von Schloss Eugensberg lassen. Und erhält Unterstützung für diesen Kurs im Grossen Rat. Allerdings wird vom künftigen Schlossherrn mehr öffentliche Zugänglichkeit gefordert.
Christian Kamm
Christian Kamm (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm (Bild: Urs Jaudas)

Dass in der Thurgauer Politik die Kirche in der Regel im Dorf bleibt und Visionäre allenfalls milde belächelt werden, hat viele Vorteile – ausser, wenn es um ein Schloss geht. In gewohnt oberpragmatischer Manier hat die Thurgauer Regierung den Gedanken weit von sich gewiesen, Schlossherrin werden und Eugensberg kaufen zu wollen: Nicht unser Job, zu teuer und überhaupt, was sollen wir damit?

Natürlich war der Exekutive jederzeit bewusst, dass sie mit dieser Haltung auch im Grossen Rat auf der sicheren Seite stehen wird. Bis auf weiteres ist nicht zu erwarten, dass eine Thurgauer Kantonsregierung für den Mangel an Utopien oder das Fehlen visionärer Konzepte politisch an den Pranger gestellt wird.

Bei allem Respekt vor den zweifellos gewichtigen sachlichen Argumenten, die dazu raten, die Finger von Schloss Eugensberg zu lassen: Angesichts des baulichen und landschaftlichen Juwels, um das es sich hier handelt − notabene an der besten aller Thurgauer Lagen − hätte man anlässlich der gestrigen Debatte auch von der Regierung etwas mehr Diskussionsbereitschaft erwarten dürfen. Viele Realitäten haben schliesslich einmal damit angefangen, dass man sie überhaupt zu denken wagt.

Allerdings ist nicht etwa der Verzicht auf den Kauf von Eugensberg eine verpasste Chance. Obwohl gut möglich ist, dass künftige Generationen das einmal genau so sehen werden. Unverzeihlich wäre vielmehr, nicht mit aller politischen Energie und Intelligenz darauf hingewirkt zu haben, dass im Minimum die Parkanlage von Schloss Eugensberg zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Möchtegern-Schlossherren, die dazu nicht bereit sind, sollten am besten bleiben, wo sie sind.

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